Selbstjustiz

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Geht es euch auch so? Der Begriff „Selbstjustiz“ ist ungeheuer negativ besetzt. Viele Assoziationen von Chaos, von Ungerechtigkeit und Gefahr, von Ausgeliefert sein, sind damit verknüpft.

Das Gegenteil von Selbstjustiz ist Fremdjustiz. Eine externe Instanz, die in deinem Namen kraft des ihr übertragenen Gewaltmonopols für Gerechtigkeit sorgen soll. Jemand anderes, ein „Fremder“, soll die Angelegenheit für dich in deinem Namen regeln. Manchmal wird diese Instanz es vielleicht sogar zufriedenstellend tun. Manchmal aber eben auch nicht. Auf Grund des Gewaltmonopols hast du und hat niemand die Möglichkeit der Kontrolle dieser Instanz. Das der Staat eigene Schutzmechanismen eingebaut hätte, um für den Fall vorzubeugen, dass er selbst zum Verbrecher wird, ist reine Augenwischerei. Die Gewaltenteilung soll die Staatsgewalt auf mehrere Staatsorgane zum Zweck der Machtbegrenzung und der Sicherung von Freiheit und Gleichheit aufteilen. Doch liegt die Gesetzgebung (Legislative), die Verwaltung (Exekutive) und die Rechtsprechung (Judikative) immer in der Hand des Staates. Es ist völlig klar, dass dies niemals funktionieren kann.

Grundlage der Übertragung deiner Rechte auf den Staat, ist deine angebliche Einwilligung in den sogenannten Gesellschaftsvertrag, der aber letztlich nicht mehr als eine herbei phantasierte Illusion zur mehr als dürftigen Rechtfertigung der Staatsgewalt ist. Die Grundlage für diesen ominösen Vertrag, der von niemandem eine Unterschrift trägt, schuf Jean-Jaques Rousseau im Jahre 1762 mit seinem Werk „Du Contract Social ou Principes du Droit Politique“. Die Theorie des Gesellschaftsvertrages wurde zum willkommenen Wegbereiter der bis dahin geltenden Herrschaftslegitimierung des Monarchen mittels seines angeblichen Gottesgnadentums hin zur neuen Herrschaftsform der Demokratie, in der der Gemeinwille absolut sein soll, von allen ausgeht und auf das Wohl aller zielt. Da der Gemeinwille angeblich unfehlbar ist, ist laut Rousseau die freiwillige Zustimmung aller Betroffenen natürlich selbstverständlich. Die herrschende Verbrecherbande brauchte also nur wenige Begriffe neu zu lernen – und alles blieb beim Alten.

Da du – wie wir alle – diesen Quatsch geglaubt hast, hast du tatsächlich den Staat als eine Instanz anerkannt, die über dir steht und die für dich in deinem Namen für Gerechtigkeit sorgen wird. Zumindest haben wir alle bislang nicht lautstark genug widersprochen. Aber Wege aus dieser Falle sind nicht leicht zu finden. Für die meisten Schlafschafe ist der vermeintliche Weg zu hoffen, dass bei einer der nächsten Wahlen jemand gewählt wird, der das mit dem Recht etwas ernster nimmt und sein Versprechen, für Gerechtigkeit zu sorgen, tatsächlich hält. Davon abgesehen, dass dies natürlich nie passieren wird, ist der elementare Fehler in diesem Vorhaben, dass niemals Gerechtigkeit durch eine übergeordnete Instanz geschaffen werden kann, sondern die Ungerechtigkeit in der „Überordnung“ selbst liegt. Das übertragene Gewaltmonopol beinhaltet Ungerechtigkeit.

Gerechtigkeit kann niemals durch eine übergeordnete Instanz geschaffen werden. Die Ungerechtigkeit liegt in der „Überordnung“ selbst.

Es ist unser aller Aufgabe, den Begriff „Selbstjustiz“ aus seiner negativen Besetzung zu befreien. Fremdjustiz durch den Staat, durch die Übertragung deiner Rechten auf den Staat, dadurch das er ausgestattet mit dem Gewaltmonopol angeblich für Gerechtigkeit sorgen würde, ist die eigentliche Lüge. Dies kann und wird niemals geschehen! Eine Instanz, die ausgestattet mit dem Gewaltmonopol sich selbst kontrolliert? Lachhaft… völlig absurd!

Durch Herrschaft – egal in welcher Form – wird der Begriff Gerechtigkeit ad absurdum geführt. Gerechtigkeit und Herrschaft schließen sich aus.

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