Monat: Oktober 2015

Was ist Demokratie?

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Demokratie

Was ist Demokratie?

Das ursprüngliche Zeichen einer Kultur ist die Sprache. Erst nach ihr kam alles andere!
Gedankengut kann erst durch eine Sprache erkannt und verbreitet werden.

Wer laufend Fremdwörter benutzt, ist entweder ein gänzlich Unbedarfter, der nur etwas nachplappert, ohne zu ahnen, was es bedeutet, oder ist ein Gauckler und Gauner, der etwas verschleiern und seine Mitmenschen belügen will!

Das heißt, wer sich schon “demokratisch” und “Demokrat” nennt, zeigt damit, dass er entweder nichts begriffen hat oder ein $y$t€mknecht ist. Dazwischen ist nichts!

Wenn Demokratie etwas Gesittetes wäre, so wäre dafür auch ein Deutsches Wort in Gebrauch!

Uns wird immer vorgegauckelt, ‘Demokratie’ würde ‘Volksherrschaft’ bedeuten. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall! Demokratie ist ein zusammengesetztes Wort aus dem Altgriechischen und besteht aus den Bestandteilen ‘Demos’ und ‘kratein’.

Das Hauptwort ‘Demos’ bezeichnet in Wirklichkeit nicht das Volk, sondern die Steuerzahler, im übertragenen Sinne also die ‘steuerzahlende Masse’ und damit die ‘Masse’ überhaupt! Vergesst die pseudo-romantische Übersetzung von Popp.

Demos = das Volk, das zahlt.

Das hat mit einem Volk als einer natürlichen Einheit Gleichgearteter aber auch überhaupt rein gar nichts zu tun! Steuern kann in einem Lande schließlich jeder bezahlen, gleichgültig, welcher Abstammung er ist.

Das ‘Volk’ im naturgemäßen Sinne heißt im Griechischen ‘Laos’, also gänzlich anders! Und ‘Laos’ bezeichnet immer das eigene Volk. Das fremde Volk hingegen wird altgriechisch ‘Ethnos’ genannt.

Die ganze Tragweite des Betruges der Demokratisten an den Unbedarften erweist sich jedoch erst im zweiten Wortteil von ‘Demokratie’.

Das Zeitwort ‘kratein’ nämlich bedeutet nicht ‘herrschen’, sondern ‘beherrschen’, oder ‚erziehen‘ also das genaue Gegenteil von dem, was dem Unbedarften vorgegauckelt wird!

‘Herrschen’ hingegen heißt ‘archein’, also wiederum ein gänzlich anderes Wort!

‘Volksherrschaft’ wäre im Altgriechischen demnach ‘Laoarchie’!

In der Tat bedeutet ‘Demokratie’ wörtlich übersetzt ‘Beherrschung der Steuerzahler’, im übertragenen Sinne also ‘Massenbeherrschung’!

Zugegeben fand eine diesbezügliche Begriffsverwirrung bereits im alten Hellas statt. So ist mit der ‘Aristokratie’ bekanntlich nicht die ‘Beherrschung der Besten’ gemeint, sondern die ‘Herrschaft der Besten’!
Das griechisch ‘Aristos – der Beste’ hat der nach der Zweiten Völkerwanderung selbsternannte Erbadel wie selbstverständlich auf sich bezogen. Seine Geschichte indes ist voll mit markanten Beispielen für das Gegenteil!
Nur die wenigsten dieser selbsternannten Klasse waren tatsächlich so verantwortungsbewusst, wie es für das Allgemeinwohl erforderlich war und ist!

Aber gerade vor diesem Hintergrunde ist besonders bemerkenswert, dass Platon in seiner “Politaia” (Vom Staate) die “Feststellung” trifft, dass die Bauern – also die breite Volksmasse – nicht in der Lage seien, ihre eigenen, öffentlichen Angelegenheiten selbst zu regeln, weswegen eine Aristokratie, ein Adel, das für sie übernehmen solle.

Das nennt Platon dann ‘Demokratie’, was sich also zur Gänze mit der wörtlichen Übersetzung dieses Wortes ins Deutsche deckt, wie oben ausgeführt!

Damit aber noch nicht genug!

Sir Cecil Rhodes war während seines Studiums auf die Politaia aufmerksam gemacht worden – er trug sie ständig in der Tasche – und gründete in der Folge aus der Freimaurer-Loge heraus den ‘Round Table’, den ‘Runden Tisch’ eines großkapitalistischen Interessenklüngels, der sich die Durchsetzung genau dieses Programmes der Politaia zur Aufgabe stellte und der er sich bis heute widmet.

Eine besondere Wendung erhielt diese Ideologie durch den Belgier Richard Graf Coudenhove-Kalergi, der in seinen Paneuropa-Schriften ein eurasisch-negroides „Rassegemisch“ in Mitteleuropa fordert und zugleich die Juden als den von “Gott” selbst erwählten, wahren Adel der Menschheit preist, geschaffen, um diese graue Menschenmasse – genau nach der Maßgabe der Politaia – zu führen.

Der von Erzherzog-Kronprinz Otto von Österreich gegründeten Paneuropa-Union, die genau diese Ziele des belgischen Grafen verfolgt, gehören alle namhaften Politiker Europas an.

Wenn man sich nun die erste Regierungserklärung von Bundeskanzlers Willy Brandt vom 28.10.1969 vor dem Deutschen Bundestag ins Gedächtnis ruft – “Wir wollen mehr Demokratie wagen!” – so weiß man genau, dass die Politiker das damals durchaus als “mehr Massenbeherrschung” gemeint haben!

Damit entpuppt sich die Demokratie als Sonderform der Diktatur!

Demokratie ist die Diktatur der Demokratisten!

Das braucht keiner, und das will keiner!

Wir wollen VOLKSHERRSCHAFT!

Alles durch das Volk für das Volk!

Das Volk sind WIR!

Der absolute Höhepunkt der kulturellen Manipulation ist es, Menschen davon zu überzeugen, dass sie in ihrer Sklaverei frei wären.

Demokratie ist eine erfundene Theorie und keine moralische Wahrheit. Demokratie ist ein Konstrukt des Bösen. Sie wurde geschaffen, um Freiheit zu imitieren, während die Kontrolle der Gesetze über die Menschen fortbesteht. Wie jedes Mal in der Geschichte wiederholt sich das Muster der Tyrannei, indem es neue Lügen erfindet, um die gleiche Sklaverei zu verstecken.

In der Demokratie geht es darum, Sklaven und Sklavenbesitzer zu erschaffen. Die Lehren der großen Demokratien der Welt sprechen von Freiheit und von einer Stimme für jeden Menschen. Sie lehren uns, dass Demokratien die höchste Form der Regierung wären. Sie begründen es damit, dass die Demokratie dem Normalbürger eine Stimme verleiht. Anders als Könige, Diktatoren und Kommunisten ermöglicht die Demokratie den meisten Menschen, sich in die Angelegenheiten ihrer Nachbarn einzumischen.

Das Böse in der Demokratie kennt keine Freiheit. Für einen freien Menschen gibt es nichts, das ihn versklavt. Stattdessen bietet die Demokratie jedem die Möglichkeit, dich zu versklaven.

Jeremy Locke – aus „Das Ende des Bösen“

Weitestgehend passend dazu der Vortrag an der Christian Albrechts Universität Kiel, am 22.06.2015:
Warum schweigen die Lämmer? Demokratie, Psychologie und Empörungsmanagement.
Prof. Dr. Rainer Mausfeld

Alle gemeinsam für die Freiheit

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Wir müssen lernen, den gemeinsamen Feind zu sehen.

Trotz aller Unterschiede werden Menschen in Frieden leben können, wenn sie nicht mehr zulassen, dass Herrscher sie für ihre selbstsüchtigen Ziele missbrauchen.

Seit Generationen ist die Erde mit dem Geschwür der Herrschaft überzogen. Wie eine Flechte hat sich der Staat ausgebreitet und das Geburtsrecht der Menschen erstickt. Sich davon wieder zu befreien sollte unser erstes und oberstes Ziel sein. Dass Unsicherheit verbleibt, wie ein gemeinsames Leben nach dem Überwinden der Krankheit Staat aussieht, ist natürlich. Wir sind noch jung auf der Skala, als Mensch unser Potential zu entdecken. Doch müssen wir frei sein, um aus unseren Fehlern zu lernen.

Das Problem waren schon immer die Regierungen, die Herrscher. Die Menschen haben kein Interesse daran, im Krieg miteinander zu sein. Herrscher haben ein Interesse an Kriegen. Sie benutzen Menschen für ihre Kriege. Wir Menschen müssen lernen, zusammenzustehen gegen die Herrscher. Egal welcher Gruppierung du angehörst, welcher Philosophie der Freiheit du nahe stehst, wir haben alle einen gemeinsamen Feind. Wir sollten nicht untereinander kämpfen, sondern gemeinsam gegen den Unterdrücker der Freiheit.

Alle gemeinsam gegen den Staat! Alle gemeinsam für die Freiheit!

freiheit statt angst

Widerstand

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Seit vielen Jahren interessiert mich, welche Faktoren einen Menschen hindern, sein volles Potential zu erreichen. Psychologisch betrachtet sind es einschränkende Glaubenssätze, die seit Generationen weitergegeben oder durch Manipulation in bestimmte Richtungen gelenkt werden, die den Menschen nicht frei sein lassen. Politisch sind es äußere starre Strukturen, Verbote, Drohungen und weitere Konzepte von Herrschaft, die ihn dort halten, wo er ist. Beiden Seiten muss der Kampf angesagt werden. Es gilt die inneren Fesseln abzuwerfen, genau wie die äußeren Fesseln. Der Mensch ist von Natur ein freies Wesen. Geboren, um sich auszuprobieren, um in Freiheit aus seinen Fehlern zu lernen.

Interessant ist, dass der Mensch sich so sehr an seine Fesseln klammert, weil sie ihm Sicherheit versprechen. Im Versuch, dem Menschen seine Mauern aufzuzeigen, ist das erste, auf das du stößt, sein eigener Widerstand. Die Freiheit – die Innere wie die Äußere – ist so bedrohlich, das er sich wehren wird, seinen Käfig zu verlassen. Du kannst es sanft versuchen oder auch mit Druck, er wird erst seine eigenen unsicheren Schritte wagen, wenn er reif genug ist zu erkennen, dass es Mut braucht. Im gewissen Sinne sogar Todesmut, weil nur wenn der Mensch bereit ist, altes Terrain zu verlassen, welches ihm bislang Überleben versprochen hat, für etwas Erahntes, für eine neue Qualität, kann er die Erfahrung machen, das Entwicklung nur möglich ist, wenn dir Sicherheit nicht mehr als oberstes Gebot erscheint, sondern der Wunsch, die Qualität deines vollen Potentials zu ergründen. Ein Mensch in Freiheit muss bereit sein, in Unsicherheit zu leben. Frei sein, bedeutet, die Unsicherheit lieben gelernt zu haben. Freiheit bedeutet, bereit zu sei, sein Überleben zu riskieren, um Neues zu erfahren. In Sicherheit, in altem Gewohnten, ist weder Wachstum noch Entwicklung möglich. Trete mutig über deine gedachten Grenzen und entdecke, dass du viel mehr bist als die Summe deiner Teile. Dein tatsächlicher Wert ist grenzenlos.

Wiki der Freiheit

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Wiki der Freiheit

locke

Der im Jahre 1632 geborene Philosoph John Locke gilt als einer der Väter des Libertarismus. Von ihm stammen erste Ideen, was es für einen Menschen bedeutet, in wahrer Freiheit zu leben. Besonders interessant sind seine beiden Abhandlungen über Regierungen (Abhandlungen über den Staat), die am Ende des Textes als Link beigefügt sind.

Im Bereich des Libertarismus gibt es so viele unterschiedliche Begriffe, dass es sinnvoll erscheint, einige von ihnen etwas genauer zu betrachten. Immerhin handelt es sich hier im weitesten Sinne um die „Wissenschaft der Freiheit“, also tatsächlich um etwas, was uns alle angeht. Und obwohl dieses Thema so zentral für uns alle ist, wissen doch die wenigsten davon. Es ist abschreckend, sich vorzustellen, zunächst tief in die Materie eindringen zu müssen und dicke Wälzer zu lesen, bevor man einzelne Begriffe einigermaßen sortieren kann. Darüber hinaus werden diese Begriffe auch gerne als Etikett benutzt, da deren Inhalt letztlich nicht wirklich klar ist, um eine Einstellung vorzutäuschen, die bei näherer Betrachtung überhaupt nicht vorhanden ist.

Also zunächst, was ist ein Anarchokapitalist? Dieser Begriff setzt sich aus zwei Wörtern zusammen, die Themen oder Zustände beschreiben und die in sich schon recht komplex sind. Um die Begriffe Anarchie und Kapitalismus umfassend zu definieren, wären bereits ganze Abhandlungen nötig. Hier nur so viel, dass der Begriff „Anarchie“ nicht wie häufig angenommen, für das Fehlen von Ordnung, sondern für die Rückbesinnung auf eine systeminhärente Ordnung, also auf eine dem System innewohnende Ordnung steht. Der Begriff „System“ steht in diesem Zusammenhang zunächst für eine komplexe Anordnung von miteinander verbundenen Teilen.

Anarchismus ist Abwesenheit von Herrschaft und als individualistischer Anarchismus (Max Stirner) das, was uns den ursprünglichen Sinn von individueller Freiheit näher bringt. Als kapitalistische Anarcho-Libertäre beziehen wir uns auf die uneingeschränkte Freiheit abseits von staatlichem Handeln und vertreten das Prinzip des Selbsteigentums, also des Eigentums an sich selbst.

Wikipedia definiert den Anarchokapitalismus bzw. den kapitalistischen Libertarismus wie folgt:

„Der kapitalistische Libertarismus betont die individuellen Freiheitsrechte und will staatliches Handeln auf ein absolutes Minimum beschränkt sehen. Häufig wird postuliert, dass jeder Mensch nur sich selbst gehört und nicht der Gemeinschaft (Selbsteigentum). Einige Vertreter dieser Richtung, die Anarcho-Kapitalisten (auch Free-Market-Anarchisten oder Anarcholiberale) lehnen den Staat insgesamt als nicht legitime (weil unfreiwillige) Zwangsorganisation ab. Kapitalistische Libertäre legen das Selbstbestimmungsrecht des Individuums so aus, dass es völlig frei in seinem Handeln und im Gebrauch seines Privateigentums sein sollte, solange niemand anderes Rechte verletzt werden.“

Der Wissenschaftszweig der Systemtheorie hat erkannt, dass Teile in Systemen nicht zufällig und in diesem Sinne nicht chaotisch miteinander in Verbindung stehen und interagieren, sondern eine komplexe Ordnung aufweisen. Als Beispiel kann man sich einen Vogel- oder Fischschwarm vorstellen und beobachten, dass es hier kaum zu Zusammenstößen oder „Unfällen“ kommt, sondern einzelne Fische oder Vögel (Untereinheiten) zusammen innerhalb eines Systems (Schwarm), wie ein übergeordneter Gesamt-Organismus interagieren und in ihrem Zusammenspiel eine komplexe Ordnung sichtbar wird. Dies gilt natürlich auch für Menschen. Natürlich nur dann, wenn sie ihrer inneren Ordnung entsprechend interagieren können. Der Begriff „Ordnung“ steht hier für den Gegensatz von Chaos.

Anarchie bezieht sich also auf eine dem System innenwohnende Ordnung, die allerdings erst dann zutage treten kann, wenn die darüber liegende künstliche „Ordnung“ – in Form von Ideen einiger Menschen, was Ordnung zu sein hat – in den Hintergrund tritt. Auf Grund der doch recht begrenzten Wahrnehmung der Menschen von systeminhärenten natürlichen Ordnungen, neigen einige Menschen dazu, vorzeitig einzugreifen und Ordnung in ihrem Sinne schaffen zu wollen.

Der zweite viel wichtigere und perfidere Grund für das Eingreifen einiger Menschen in sich selbst organisierende Strukturen, ist der Wunsch nach Kontrolle und Macht. Sich selbst organisierende System balancieren sich im gewissen Sinne selbst und sorgen so für Ausgleich oder auch „Gerechtigkeit“. Wenn aus letztgenanntem Grund in sich selbst organisierende Systeme eingegriffen wird, dann um Verhältnisse in bestimmte Richtungen zu verändern, um einen Gewinn und Macht daraus zu generieren. Wie auf längere Sicht das sich selbst organisierende System mit diesem Eingriff umgeht, ist ein weiteres Thema. An dieser Stelle nur so viel, dass der Mensch zwar offensichtlich eingreifen kann, er sich aber als eingebundener Teil einer größeren Gesamtheit natürlich ebenfalls in einer sich selbst organisierenden Struktur befindet, die sich über kurz oder lang ausbalancieren wird oder im schlimmsten Fall untergeht, da die Struktur sich selbst zerstört, wenn sie daran gehindert wird, ihrer inneren Ordnung nach zu existieren.

Anarchie bedeutet also, sich auf eine dem System innewohnende Ordnung zu beziehen und nicht von außen in ein System eingreifen zu wollen.

Der Begriff „System“ steht allerdings im heutigen Sprachgebrauch eher für die künstliche Ordnung. In diesem Sinne ist das System eine künstliche Form und angebliche Ordnung, die über vermeintlich chaotische, sich also angeblich in Unordnung befindende Untereinheiten (Menschen) gelegt wird, um – oberflächlich betrachtet – den Anschein einer Ordnung zu erwecken, wobei aber der eigentliche Grund der ist, Macht über eben diese Untereinheiten ausüben zu können.

Hier ist es auch wichtig zu unterscheiden, dass es auf der einen Seite Menschen gibt, denen beigebracht wurde, dass es keine systeminhärente Ordnung gibt, bzw. deren Urvertrauen in diese natürlich Ordnung so nachhaltig zerstört wurde, dass sie nach ordnungsgebenden Faktoren rufen. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die ein Interesse an der Zerstörung dieses Urvertrauens haben, weil sie davon profitieren. Sie geben vor, für angebliche Ordnung zu sorgen, die aber ihren persönlichen Zielen nutzt und deren Form letztlich einem Gefängnis gleicht. Als Beispiel soll uns hier ein Zaun dienen, der zwar dafür sorgt, dass nichts nach innen dringt, aber gleichzeitig natürlich auch nichts herauslässt. Menschen rufen umso mehr nach einem Zaun, wenn dafür gesorgt wird, die Angst vor dem „da Draußen“ aufrecht zu erhalten. Wird dies erfolgreich umgesetzt, unterscheidet der Mensch immer zwischen drinnen und draußen, zwischen sicher und unsicher und ist willkürliches Opfer einer Macht, die ihm zwar Ordnung verspricht, ihn aber letztlich einsperrt, benutzt und somit versklavt.

So kommt es, dass der Anarchist letztlich das System ablehnt, da er das System in diesem Kontext als eine künstliche Ordnung erkennt, die über der natürlichen Ordnung liegt und das Vorhandensein einer natürlichen Ordnung verschleiert. Er erkennt, dass diejenigen, die das System etablieren, Profit aus dem Umstand gewinnen, dass der Mensch sich nach Ordnung (und Sicherheit) sehnt.

Der Staat ist nun die äußere Form dieser künstlichen und scheinbaren Ordnung, die Profit aus dem Umstand gewinnen, dass der Mensch grundlegend nach Sicherheit und Ordnung strebt. Der Staat steht im gewissen Sinne als Synonym für das System. Im Prinzip ist es völlig egal, welche äußere Ausrichtung der Staat hat und welchen Namen er seiner Form gibt. So gibt es Staaten, die nennen sich demokratisch oder kommunistisch oder sozialistisch, aber letztlich basieren sie alle auf äußerer und künstlicher Ordnung und eben darauf, Macht und Herrschaft über andere Menschen auszuüben. Es ist also völlig egal, welche Ausrichtung ein System hat, letztlich bildet es immer einen Staat und der hat immer das Ziel, über Menschen zu herrschen. Die politische Ausrichtung ist innnerhalb dieses Kontextes ebenfalls völlig egal und unterscheidet sich höchsten in der Form der Gewalt, mit der der Staat die Menschen unterdrückt. Jeder Staat verspricht den Menschen für Ordnung zu sorgen, unterdrückt aber letztlich natürliche Ordnung, um durch Ausbeutung anderer, seine eigene Existenz zu sichern.

Der zweite Begriff im Wort Anarchokapitalist ist „Kapitalismus“. Ebenfalls ein sehr komplexer Begriff, dem erfolgreich und mit gutem Grund über die Zeit eine negative Bedeutung angehängt wurde. Im Grunde bedeutet es „Gewinn erzielen“. Letztlich kann man aber nur gewinnen, wenn alle Teile innerhalb einer Struktur gewinnen, weil ansonsten der Verlust eines anderen Teiles letztlich auch der eigene Verlust sein wird. Ohne diese Gewissheit, dass wir alle miteinander interagierende Teile einer selbstorganisierende größeren Gesamtheit (Menschheit) sind, sieht es natürlich so aus, als wenn man Gewinn machen könnte, in dem man andere betrügt, ihnen etwas wegnimmt und nur den eigenen Vorteil im Blick hat. Weiter oben habe ich bereits kurz erwähnt, dass dies ein Irrtum ist. Aber da Menschen offensichtlich nur eine kurze Aufmerksamkeitsspanne haben und typischerweise nur kurze Abschnitte von Entwicklungen überblicken, bleibt ihnen ihr Irrtum verborgen.

In diesem Licht betrachtet ist es verständlich, dass Menschen, die betrogen werden und denen aus ihrer Sicht innerhalb des Systems kaum eine Chance auf Entwicklung und Wachstum gegeben wird, den Kapitalismus ablehnen, da er aus ihren Augen nur Ungleichgewicht und Ungerechtigkeit erzeugt. Für sie sieht es so aus, als ob nur einige wenige Profit machen – und zwar an ihnen oder durch sie – und sie selbst keine Chance auf Gewinn haben. So denken sie, dass eine andere Form des Systems (Staatsform) mehr Erfolg und Gerechtigkeit versprechen würde, in dem Werte gleichmäßig verteilt werden bzw. es kein Eigentum von Werten mehr gibt. Begriffe wie Umverteilung und Ausgleich versprechen hier Gerechtigkeit, verschleiern aber letztlich die Tatsache, dass dies mit Wegnehmen (durch Gewalt) und minderer Wertschätzung der Güter (weil es niemandem gehört und sich niemand mehr verantwortlich fühlt) einhergeht. Doch wie wir jetzt wissen, kann kein politisches System durch Überlagern einer inneren Ordnung für tatsächliche Ordnung sorgen, da es sich schließlich selbst zerstören würde, wenn es zulässt, dass innere Ordnung zu Tage tritt. Kapitalismus ist also freies miteinander Handeln und die Sorge für einen beiderseitigen Gewinn und nicht etwa Übervorteilung und Betrug oder Gewinnansammlung auf einer Seite zu Lasten einer anderen.

Anarchokapitalisten haben also erkannt, dass „Ordnung“ ein natürliches jedem System innenwohnendes Prinzip ist und das „Kapitalismus“ Entwicklung und Steigerung von Gewinn für alle bedeutet und zwar nicht nur im materiellen Sinn, sondern auch in Bezug auf Entwicklung als Ganzes.

Man kann jetzt darüber streiten, ob es nicht sinnvoller wäre, den Begriff „Kapitalismus“ abzulegen, weil er regelmäßig für etwas verwendet wird, was nichts mit dem tatsächlichen Kapitalismus zu tun hat. Das System, welches fälschlicherweise für Kapitalismus gehalten wird, kann eher mit dem Begriff „Korporatismus“ beschrieben werden. Es handelt sich nicht um einen im Kapitalismus zwingend enthaltenen freien Markt, sondern um Eingriffe von staatlicher Seite, in einen sich ansonsten selbstregulierenden Markt. Durch diese Eingriffe kommt es zu all den oben geschilderten Verwerfungen, deren Entstehung durch eine falsche Begrifflichkeit verschleiert wird. Hier ist der Versuch eine künstliche Ordnung herzustellen eindeutig mit der Motivation verbunden einseitig Profit zu machen und andere Menschen zum eigenen Vorteil auszunutzen.

Es gibt noch weitere Faktoren, die zur Definition eines Anarchokapitalisten gehören. Da ist an vorderster Stelle das Nicht-Aggressions-Prinzip (NAP) zu nennen. Es besagt, dass der initiierende Einsatz von Gewalt (oder die Drohung damit) unmoralisch ist und daher nicht gerechtfertigt werden kann. Hiermit in engem Zusammenhang steht die Überzeugung des Selbsteigentums eines jeden Menschen an seinem eigenen Körper. Diese Faktoren stellen ein fundamentales Prinzip für die soziale Interaktion von Menschen dar und stehen im Einklang mit der dem System innenwohnenden Ordnung.

Ein Anarchokapitalist wird also niemals Gewalt gegen andere initiieren, da er das Selbsteigentum eines jeden Menschen auf seinen Körper und dementsprechend das Recht auf Unversehrtheit desselben respektiert. Natürlich ist es möglich sich im Falle eines Angriffes selbst zu verteidigen (oder auch andere mit dieser Aufgabe zu betreuen), da hier das Recht auf Selbsteigentum des Körpers bedroht wird.

Ein Anarchokapitalist wird aber niemals selbst und auch nicht durch Dritte Gewalt gegen andere initiieren. Er wird keinen anderen Menschen und keine Gruppe anderer Menschen (Polizei) dazu auffordern, in seinem Namen Gewalt gegen andere anzuwenden, um seine Ziele durchzusetzen. Gewalt gegen andere Menschen zu initiieren oder andere Menschen (durch Gewaltandrohung) zu zwingen, oder andere Menschen dazu aufzufordern in seinem Namen oder für ihn Gewalt gegen andere Menschen zu initiieren oder andere Menschen (durch Gewaltandrohung) zu zwingen, verstößt gegen das Nicht-Aggressions-Prinzip.

Notwehr bzw. Selbstverteidigung, also „antwortende“ oder „abwehrende“ Gewalt hingegen ist selbstverständlich legitim.

Dies schließt selbstverständlich auch abwehrende Gewalt gegenüber einem Staat ein, der zu seinem eigenen Vorteil und um die Spuren seiner Machenschaften zu verschleiern, die Zerstörung der Gemeinschaften von Menschen betreibt, in dem er  eine ungezügelte Einwanderung zerstörerischer Kräfte herbeiführt. Sofern die natürlichen Rechte eines Menschen innerhalb seiner Gemeinschaft bedroht sind, hat jeder Mensch das Recht auf Widerstand.

Eine Regierung ist nur legitim, wenn sie die Zustimmung der Regierten besitzt und die Naturrechte Leben, Freiheit und Eigentum beschützt. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, haben die Menschen ein Recht auf Widerstand gegen die Regierenden. 

John Locke

John Locke – Erste Abhandlung über den Staat

John Locke – Zweite Abhandlung über den Staat

divide et impera

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divideee

Ich finde es erschreckend, wie gut divide et impera gerade in der libertären Szene im Zuge der Flüchtlingskrise zu funktionieren scheint.

Auf der einen Seite die „open-borders-Aktivisten“, auf der anderen Seite die „closed-borders-Aktivisten“. Es werden erbitterte Diskussionen geführt, große Begriffe geschwungen und beide Positionen scheinen sich unversöhnlich gegenüber zu stehen. Es ist ein Trauerspiel, was mich oftmals an der ach so viel beschworenen Vernunft der „Libertären“ stark zweifeln läßt.

Betrachtet man sich die Situation etwas nüchterner, so wird man feststellen, daß es zwischen beiden Positionen gar keinen Widerspruch gibt, ist er doch m.E. einer begrifflichen Unschärfe geschuldet. Beide Positionen berufen sich auf libertäre Prinzipien und lassen sich logisch aus der Theorie ableiten. Aber: wir leben in der Realität. Prinzipien können Leitlinien für das Leben darstellen, aber die WIRKLICHkeit fordert oftmals auch eine Verletzung der Prinzipien in concreto – anders wäre menschliches (Zusammen-)leben gar nicht möglich. Die Bereitschaft, Prinzip auch einmal Prinzip sein zu lassen, ist die Grundlage der Toleranz und des Lernens. Jeder, der selbst schon einmal Kinder „erzogen“ hat, weiß das.

Grenzen trennen sowohl nach innen als auch nach außen. Der Begriff „Grenze“ wir von beiden Seiten unterschiedlich verwendet. Genau darin liegt das Paradoxon begründet. Um den Unterschied zu verdeutlichen, möchte ich den Hilfsbegriff „natürliche Grenze“ einführen, im Gegensatz zur „Staatsgrenze“.

Beide Seiten wissen, daß die Flüchtlingskrise durch staatlichen Interventionismus verursacht wurde. Beide Seiten wissen, daß eine Staatsgrenze topographisch den Gewaltmonopolisten von anderen Gewaltmonopolisten trennt.

Man könnte meinen, der Fokus der Befürworter von offenen Grenzen läge darauf, daß Menschen von außen am Überschreiten eben jener abgehalten werden; der Fokus der Befürworter geschlossener Grenzen läge darauf, Schutz einer Gemeinschaft innerhalb der Grenzen durch Bedrohung von außen zu bieten.

Das Problem an der Debatte ist, daß durch die Realität – also staatlichen Interventionismus – beide Grenzbegriffe alleinig auf den faktischen des Staates reduziert wurden.

Wer sich ein wenig mit Ethnologie, Soziologie und Psychologie beschäftigt, wird unschwer feststellen, dass Menschen dazu neigen, sich zu vergesellschaften – sich in „homogenen“ Gruppen zu organisieren. Das kann man wunderbar historisch an den USA sehen, in denen sich (bis heute) ethnisch eher homogene Besiedlungen auch in den Städten beobachten lassen: Stichwort „Chinatown“. Damit wird das gebildet, was ich mit „natürlicher Grenze“ meine. Diese „natürlichen Grenzen“ waren historisch oftmals topographisch begründet (Gebirge, Flüsse usw.), aber stets auch mehr oder weniger durchlässig. Anhand dieser „natürlichen Grenzen“ haben sich Kulturräume sowohl getrennt als auch ausgetauscht. Ethnien, Völker usw. sind Begriffe, die sich, einmal vom ideologischen Ballast befreit, sehr gut zur Beschreibung dieser Grenzziehungen eignen.

Das mehr oder weniger willkürliche Ziehen staatlicher Grenzen führte zur ideologischen Aufladung und Überhöhung von Grenzen. Plötzlich gab es Begriffe wie „Nation“, „Staatsvolk“ usw., also künstliche Kollektive, vor denen jedem Individualisten nur schaudern kann.

„Natürliche Grenzen“ trennen also Kulturräume voneinander ab. Die Grenzbildung basierte und basiert auf Eigentum an Boden. Eine Verschiebung dieser „natürlichen Grenzen“ konnte entweder durch freiwilligen Tausch vonstatten gehen (Landverkauf) oder durch gewaltsames Erobern bereits bestehenden Besitzes.

Genau hier kann man die ideologische Trennlinie zwischen beiden Positionen markieren. Die Willkür staatlicher Grenzziehung verletzt die Vertragsfreiheit, da sie den freiwilligen Austausch durch das Gewaltmonopol verhindert. Es wird ein „Staatsvolk“ definiert und in Abgrenzung dazu „Ausländer“, die einerseits die Grenze nicht einfach überschreiten dürfen, geschweige denn „Rechte“ haben, sich mit den „Inländern“ freiwillig auszutauschen. Auf der anderen Seite stehen die Verfechter „natürlicher Grenzen“, die sehen, dass ihre Rechte am Eigentum durch den Staat durch seine „Migrationspolitik“ verletzt werden und sich in ihrer Kultur bedroht fühlen.

Beide Positionen haben recht!

Auch ich sehe eine Bedrohung „unserer“ Kultur durch die staatlich verursachte Migration. Dass ich als Nettosteuerzahler gezwungen werde, für die Aufnahme (und auch Verursachung!) dieser Flüchtlingsmassen zu zahlen, ist nur eine Seite. Die andere ist, dass auch ich starke Befürchtungen habe, dass es durch die massenhafte Einwanderung vor allem junger Männer aus Kulturkreisen, in denen die Kanalisierung von Gewalt sich weniger auf Vermeidung, denn mehr auf die Ableitung auf aus deren Perspektive „Kulturfremde“ oder Frauen und Kinder beschränkt, zu massiven Konflikten mit „Einheimischen“ kommen wird. Damit wird das zweite Problem staatlichen Interventionismus sichtbar. Einerseits steht hier eine zum größten Teil unbewaffnete Bevölkerung dieser Bedrohung schutzlos gegenüber, andererseits wird der Unrechtsstaat daran sichtbar, dass Verstöße gegen Eigentum und Leben kaum verfolgt werden, d.h. eine Zweiklassenjustiz herrscht, die nicht die Opfer, sondern vor allem die Täter schützt.

Wir leben nicht in einer idealen Welt, schon gar nicht einer libertären. Wenn beide Seiten aufhören würden, ideologisch polarisiert sich „Prinzipien“ gegenseitig an die Köpfe zu werfen, und damit „die Bewegung“ zu spalten, wäre viel gewonnen, leistet man damit dem Staat doch nur Vorschub. Die Freiheit bleibt in jedem Falle auf der Strecke. Toleranz sollte meines Erachtens nicht nur eine holistische Phrase bleiben, die man nur für die eigene Position fordert, sondern auch der jeweils anderen entgegen bringt.

Man sollte nicht vergessen: „Flüchtlinge“ (und es spielt hier keine Rolle, wovor Menschen fliehen), stellen für den Staat und seine Claqueure nur eine Manövriermasse dar; sie werden schändlich missbraucht. Wer sich über die „Asylschmarotzer“ aufregt, sollte bedenken, ob die Asozialsysteme von den „Flüchtlingen“ geschaffen wurden oder nicht. Nein, sie finden sie vor und wanderen darin ein. Kann man es ihnen verdenken?

Wir stehen hier in Europa vor großen Veränderungen historischer Dimension. Wenn „wir“ uns, anstatt in ideologischen Diskussionen zusammen zu stehen gegenseitig zerfleischen, lachen die Dritten – über unsere Unvernunft und Dummheit. Theoretische Diskussionen sind spannend. Prinzipien sind als „regulative Ideen“ handlungsleitend und bieten Orientierung, können aber nicht immer durchgehalten werden, da die Realität eben nicht eindimensional ist und voller Widersprüche steckt.

Uwe Werler

Wie das Böse endet oder wie wir die Freiheit zurückerlangen!

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Zur Veröffentlichung der deutschen Übersetzung des Buches „The End of all Evil“ von Jeremy Locke mit dem Titel „Das Ende des Bösen“ hat Lucien Looser, der Herausgeber von „Die Züricherin“ aus der Schweiz mit dem Übersetzer und Herausgeber der deutschen Ausgabe Rudolf Engemann ein Interview geführt, welches wir hier in ungekürzter Form wiedergeben. Das Buch „Das Ende des Bösen“ ist für uns ein Meilenstein in der Definition der Freiheit und jedem zu empfehlen, der sich aus den Klauen der Herrschaft befreien will.

Du kannst das Buch direkt über Amazon unter diesem Link bestellen.

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Wie das Böse endet oder wie wir die Freiheit zurückerlangen!

„The End of All Evil“ ist ein abstraktes Meisterwerk. Geschrieben wurde es vom unbekannten Jeremy Locke. Locke bricht alles dagewesene herunter bis nur noch gut oder böse übrig bleibt. Mit klarer Sprache entschlüsselt er die Wahrheit. Nun liegt das Buch zum ersten Mal auf Deutsch vor mit dem Titel „Das Ende des Bösen“. Die Zürcherin traf sich mit dem Übersetzer und Herausgeber Rudolf Engemann.

Zürcherin: Der berühmte libertäre Autor Oliver Janich schreibt im Vorwort: Dieses Buch will dich „deprogrammieren“. Sind wir programmiert?

Rudolf Engemann: Ganz klar, ja! Die Menschen sind programmiert zu glauben, dass sie einen Herrscher bräuchten. Die Programmierung beginnt bereits im Elternhaus, durch Eltern, die ähnlichen Manipulationen ausgesetzt waren und erreicht später in der Schule ihren Höhepunkt. Hier wird den Kindern dann endgültig beigebracht, dass sie einer Autorität zu gehorchen haben, völlig egal, was für einen Blödsinn sie von dir will. Es wird den Kindern beigebracht, dass es Menschen gibt, die es einfach besser können und dass es die Moral wäre, ihren Befehlen zu gehorchen. So werden Untertanen geschaffen. Ohne diese Manipulation würde Herrschaft auf großer Ebene gar nicht funktionierten, da sich die Menschen ansonsten gegen die an Größenwahn erkrankten Herrscher stellen und sie ganz schnell vom Hof jagen würden.

Z: Wer ist Jeremy Locke und was fasziniert dich an seinen Texten?

R.E: Wie in meinem Vorwort zum Buch beschrieben, ist nicht bekannt, wer Jeremy Locke war oder ist. Nach seinem Buch gab es noch zwei kurze Artikel, die seinen Namen tragen und dann nichts mehr. Bei dem Namen handelt es sich um ein Pseudonym.

Ich finde äußerst faszinierend, wie Jeremy es schafft, mit ganz wenigen Worten die Dinge klar auf den Punkt zu bringen. Auch hier finde ich, dass Oliver Janich es in seinem Vorwort sehr schön formuliert, in dem er sagt, dass man sich beim Lesen zwischendurch schon mal fragt, wie man das eigentlich vorher die ganze Zeit übersehen konnte. Die Dinge sind nämlich sehr viel einfacher, als gemeinhin angenommen. Dies ist Teil der Manipulation; Dinge künstlich zu verkomplizieren, dass der Mensch das Gefühl hat, es wäre alles so schwer zu verstehen. Das ist es nicht. Es ist im Gegenteil sehr einfach. Du bist ein Mensch von unendlichem Wert und es gibt niemanden, der über dir steht. Jeder, der dir sagt, dass er das Recht hätte über dich zu herrschen, lügt.

Z: Gemäß Locke behindert jegliche Autorität unsere Freiheit. Nicht nur der Staat, sondern auch unsere abendländische Kultur. Kannst Du das erläutern?

R.E: Jeremy definiert Kultur anders als normalerweise verstanden. Für ihn ist die Kultur das Werkzeug der Herrscher, um Herrschaft zu etablieren und zu festigen. Für ihn ist Kultur nicht die jedem Menschen innewohnende Moral oder die Kunst oder das über die Zeit gewachsene natürliche menschliche Miteinander, sondern kulturelle Verhaltensregeln, die den Menschen beigebracht werden. Diese Verhaltensregeln sorgen zum Beispiel dafür, einer Autorität nicht zu wiedersprechen, wenn sie einen Befehl gibt. Sie sorgen auch dafür, dass die Menschen glauben, dass es Menschen geben würde, die außerhalb der Moral stehen. Menschen, die Kraft eines Papieres, welches sie selbst entworfen und geschrieben haben, angeblich legitimiert durch völlig sinnlose Wahlen, die alle vier Jahre abgehalten werden, plötzlich Gesetze ausrufen können, an die sich jeder zu halten hätte. Normalerweise… wenn jemand sagen würde, „ich habe hier jetzt ein Gesetz und jeder muss sich ab sofort daran halten und im Übrigen schuldest du mir Steuern“… würden wir uns nicht weiter um diese Person kümmern, sondern denken, dass sie vermutlich zu viel getrunken hat oder sonst irgendwie verwirrt ist, aber durch das Gewaltmonopol mit vorgehaltener Waffe sieht die Sache leider anders aus. Solange die Menschen glauben, dass es rechtmäßige Herrscher gibt und genügend Verwirrte, die sich sogar in deren Dienst begeben und ihresgleichen, ihre Brüder und Schwestern im Namen des Staates ihres Herrn bedrohen, unterdrücken, vergewaltigen und sogar ermorden, haben die Herrscher leichtes Spiel. Dieses Spiel endet in dem Moment, wo wir die andauernde Manipulation erkennen und aufwachen. Wie Jeremy sagt, unseren unendlichen Wert erkennen. Dieses Spiel braucht nämlich zwei Seiten, um zu funktionieren. Einen Herrscher, der verrückt genug ist zu glauben, dass er damit durchkommt und jemanden der manipuliert genug ist, diesen Blödsinn zu glauben.

Z: Nach dem Attentat auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo fürchten sich auch bei uns viele Leute vor Terroranschläge. Was ist der Zweck von Terroranschlägen? Wie sieht das Locke?

R.E: Jeremy meint – und das ist auch meine Meinung – das Terroranschläge immer gut dafür waren und sind, die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen und sie dahingehend zu manipulieren, dass sie sich schutzsuchend an ihre Herrscher wenden. Herrschaft funktioniert nur sehr schwer durch Zwang. Ständig läuft der Beherrschte weg, man muss Zäune bauen und teures Sicherheitspersonal als Gefängniswärter einstellen. Außerdem sind die Sklaven unzufrieden, was sich negativ auf ihre Arbeitseinstellung auswirken würde. Also haben sich die Herrscher gedacht, dass es viel einfacher ist, die Menschen ergeben sich freiwillig in die Herrschaft und das funktioniert am besten durch Angst. Wenn die Menschen genügend Angst haben, kommen sie ganz alleine und flehen darum, beschützt zu werden. Ein Herrscher schafft also einen Feind und sagt gleichzeitig, dass er dich vor dem Feind beschützen würde. Wie praktisch. Die Skrupellosigkeit, mit der Herrscher agieren, ist für den normalen Menschen gar nicht vorstellbar. Was daran liegt, dass der normale Mensch eben nicht böse ist. Um Herrscher zu sein wird so viel Bosheit benötigt, dass es den meisten Menschen schwerfällt, sich das vorzustellen. Das abgrundtief Böse findet nicht in den Filmen und Horrorstorys in den Kinos statt, sondern tagtäglich vor unseren Augen. Menschen beherrschen zu wollen und sie durch skrupellose Taten dahingehend zu manipulieren, dass sie sich einem Herrscher unterordnen, ist abgrundtief Böse.

Z: Locke kippt auch unsere Moralvorstellung. Das Einzige, was für ihn unmoralisch ist, ist jemandem die Freiheit zu nehmen. Es ist also nicht unmoralisch fremdzugehen?

RE: Ich finde nicht, dass Jeremy unsere Moralvorstellung kippt. Vielmehr erinnert er uns daran, dass jeder Mensch eine Moral in sich trägt, die dann wieder zum Vorschein kommt, wenn die durch Herrscher manipulierte künstliche und falsche Moral abgelegt wird. Es ist auch nicht das einzig Unmoralische jemandem die Freiheit zu nehmen, sondern auch jemanden zu verletzen, der niemandem etwas zu Leide getan hat oder ihn an der Ausübung seiner Handlungen zu hindern, sofern niemandem anderen dadurch ein Leid angetan wird. Natürlich ist all das auch eine Einschränkung deiner Freiheit. In dem Kontext ist auch der Tod die ultimative Einschränkung deiner Freiheit. Es ist immer unmoralisch etwas zu einem Gesetz zu erheben, denn zur Durchsetzung eines Gesetzes ist immer Gewalt nötig. Dinge, die natürlich sind, benötigen keine Gesetze. Menschen halten sich natürlicherweise an gewisse, wie  Jeremy es nennt, Prinzipien.

Was das Fremdgehen angeht, gibt es soweit ich weiß kein Gesetz, welches in diesem Bezug Verhaltensweisen vorgibt und gewisse Handlungen unter Strafe stellt. Stattdessen hat jeder mit den Konsequenzen seiner Handlungen zu tun und kann daraus lernen. Jeremy meint auch, dass Menschen in Freiheit sehr schnell lernen können. Gesetze und Regeln hindern die Menschen daran, Erfahrungen zu machen und aus ihnen zu lernen. Wer innerhalb einer Beziehung die Erfahrung gemacht hat, welche Konsequenzen es haben kann, sich seinem Partner nicht ehrlich gegenüber  zu verhalten, wird daraus lernen. Die Chancen stehen recht gut, dass er relativ schnell lernen wird, wenn er eines Tages ohne seinen bisherigen Partner an der Seite aufwacht.

Z: Im Buch wird eine klare Sprache verwendet. Locke nimmt kein Blatt vor den Mund. Man wird aber beispielsweise keinen Staatsangestellten dazu bringen das Buch zu lesen, wenn man ihn als Tyrannen bezeichnet.

RE: Dieses Buch wendet sich definitiv nicht an einen Staatsangestellten. Es richtet sich vielmehr an all die Menschen, die durch Staatsangestellte unterdrückt werden. Wie ich bereits sagte, funktioniert Herrschaft nur dann, wenn es auf der anderen Seite des Herrschers jemanden gibt, der glaubt, dass ein Herrscher rechtmäßig herrschen würde. Die Zeit, in der man die Herrscher und deren Helfershelfer anders bezeichnen sollte als mit dem einzigen Begriff, der auf sie zutrifft, nämlich Tyrann, sollte in meinen Augen zu Ende sein. In dem wir den Staatsangestellten weiter begegnen, als wenn sie rechtmäßige Vertreter unserer rechtmäßigen Herrscher wären, unterstützen wir sie nur in ihrem Wahn. Die Chance, dass jemand in dieser Position aufwacht, weil wir uns weiter vor ihnen verbeugen und ihren Befehlen gehorchen, ist relativ gering. Wir sollten eher die Gelegenheit nutzen und sie spüren lassen, dass ihre Handlungen unmoralisch sind und dass sie sich selbst erniedrigen, wenn sie sich für ein Handgeld zu Bütteln des Staates erklären. 

Z: Verrätst du uns wie das Böse endet und wie wir unsere Freiheit zurückerlangen?

R.E: Die Antwort auf diese Frage ist einfach. Freiheit beginnt da, wo Herrschaft endet. Wir sollten aufhören, darauf zu warten, dass uns Herrscher jedweder Färbung, jeglicher politischer Richtung, in die Freiheit führen. Das wird niemals geschehen, da durch Herrschaft niemals Freiheit erreicht werden kann. Herrschaft endet in dem Moment, wo ich meinen Wert erkenne und mich nicht mehr einverstanden damit erkläre, beherrscht zu werden. Indem ich jede Kooperation mit den Herrschern verweigere und ihnen auch nicht mehr meine Gefolgschaft signalisiere, indem ich sie alle vier Jahre erneut in ihrem Amt bestätige. Den Herrschern ist es ziemlich egal, welche Partei du wählst oder welche Farbe ihre Herrschaft hat. Das einzige was sie fürchten ist, dass du erkennst, dass ihr Herrschaftsanspruch von vorne bis hinten eine einzige Lüge ist. Freiheit ist also nicht etwas, was dir gegeben werden könnte. Freiheit ist dir genommen worden. Du und nur du alleine kannst Freiheit erlangen, indem du nicht mehr zulässt, dass dich jemand beherrscht.

Niemand hat die Absicht einen totalitären Polizei- und Überwachungsstaat zu errichten!

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Wir haben noch (!) einen Soft-Sozialismus.

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Die Bundeswehr darf Einsätze im Inneren machen, über die Wiedereinführung der Wehrpflicht wird diskutiert. Wir haben Vorratsdatenspeicherung – also verdachtslose Überwachung jeder Person in der BRD. Verfolgung auf Facebook wird gerade in die Wege geleitet. Das Meinungsklima ist vorgeschrieben. Sprechverbote und Tabus breiten sich aus, die Gedanken werden in einen Käfig gesperrt. Es gibt zwangsfinanziertes Staatsfernsehen. Die Presse ist einseitig und mit dubiosen, öffentlich nicht kontrollierbaren Netzwerken verstrickt, ebenso die Politik und Teile der Wirtschaft. Es herrscht Schulzwang, der Staat kontrolliert das Bildungssystem. Die Abgabenlast inklusive versteckter Steuern und Inflation liegt real bei bis zu 73%. Exekutive, Judikative und Legislative arbeiten Hand in Hand und bilden somit eine Triade, bei der eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Eine wirksame Gewaltentrennung gibt es NICHT. Der Verfassungsschutz steuert extremistische Parteien und Gruppierungen und nimmt Einfluss auf politische Bewegungen, zum Selbsterhalt und Schutze des Systems, nicht der Bürger. Politiker in hohen Positionen haben z.T. eine fragwürdige Vergangenheit und sind erpressbar. Das Teile und herrsche- Prinzip wird in Perfektion angewandt. Kollektivistische Rhetorik ebenfalls, es wird ein künstliches „Wir“-Gefühl geschaffen. Es wird einem eingetrichtert, man habe von Geburt an der „Gesellschaft“ über eine Schuld zu erbringen. Die Geschichte des zweiten Weltkrieges wird dazu genutzt ungewollte Umerziehung durchzusetzen, auch da wird mit einer angeblichen Schuld gearbeitet, die rein psychologisch nicht begründbar ist und nur durch Indoktrination spürbar wird. Der Staat nimmt durch Vorschriften und Gesetze Einfluss auf alle deine Lebensbereiche, er schreibt dir also unter der Androhung von Gewalt, Freiheitsentzug oder finanziellen Einbüßen (seien es Steuern oder Strafen) vor, wie du zu leben hast. Es werden keine Steuern abgeschafft, es werden nur neue gemacht. Gesetzeswidrige Handlungen werden beim Bürger bis ins kleinste geahndet, gerade wenn es darum geht, dem Staat Geld zu unterschlagen, wohingegen der Staat tagtäglich aufs gröbste gegen Gesetze ungeahndet verstößt (keine Gewaltentrennung s.o.). Zur Not schafft er einfach neue Gesetze, welche sein Handeln decken. Er kann sich vollen Zugriff auf dein Eigentum schaffen und dir vorschreiben, wie du damit umzugehen hast, respektive ist es nicht dein Eigentum. Der Staat hat die Kontrolle über das Geld – über ein Bargeldverbot, was zur totalen Kontrolle führt, wird diskutiert. Zudem ist der gesamte Staatsapparat so aufgebläht und unübersichtlich, dass für Skandale entweder keine Verantwortlichen festzumachen sind oder nur Sündenböcke bereitgestellt werden und es zu keiner tatsächlichen Veränderung führt. Große politische Entscheidungen werden als alternativlos verkauft und diktatorisch umgesetzt. Statistiken werden zur Meinungskontrolle geschönt und manipuliert, vieles wird verschwiegen und die Bevölkerung systematisch belogen, um die eigene politische Agenda durchzusetzen.

Und nun wird das Land bewusst und mit der Rückendeckung flächendeckender Propaganda auf allen Kanälen unkontrolliert mit kulturfremden, fundamentalistisch-religiösen Zuwanderern unter dem Etikett „Flüchtlinge“ (obwohl bei einem Großteil nachweislich nicht der Fall) geflutet, was unumgänglich und bereits spürbar zu sozialen Unruhen, bis hin zum Bürgerkrieg führen wird. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat, die Bevölkerung kann sich nicht adäquat gegen jegliche Bedrohung verteidigen.

Unter der Berücksichtigung aller o.g. Punkte (und ich habe sicherlich einiges vergessen) werden, und das ist gewollt, „Notstandsgesetze“ die Folge sein. Der letzte Schritt ist dann vollzogen. Mit eurer restlichen, mickrigen Freiheit hat es sich dann auch erledigt.

Jeremy Veritas