Wie das Böse endet oder wie wir die Freiheit zurückerlangen!

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Zur Veröffentlichung der deutschen Übersetzung des Buches „The End of all Evil“ von Jeremy Locke mit dem Titel „Das Ende des Bösen“ hat Lucien Looser, der Herausgeber von „Die Züricherin“ aus der Schweiz mit dem Übersetzer und Herausgeber der deutschen Ausgabe Rudolf Engemann ein Interview geführt, welches wir hier in ungekürzter Form wiedergeben. Das Buch „Das Ende des Bösen“ ist für uns ein Meilenstein in der Definition der Freiheit und jedem zu empfehlen, der sich aus den Klauen der Herrschaft befreien will.

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Titelbild_deutsch_vorne

Wie das Böse endet oder wie wir die Freiheit zurückerlangen!

„The End of All Evil“ ist ein abstraktes Meisterwerk. Geschrieben wurde es vom unbekannten Jeremy Locke. Locke bricht alles dagewesene herunter bis nur noch gut oder böse übrig bleibt. Mit klarer Sprache entschlüsselt er die Wahrheit. Nun liegt das Buch zum ersten Mal auf Deutsch vor mit dem Titel „Das Ende des Bösen“. Die Zürcherin traf sich mit dem Übersetzer und Herausgeber Rudolf Engemann.

Zürcherin: Der berühmte libertäre Autor Oliver Janich schreibt im Vorwort: Dieses Buch will dich „deprogrammieren“. Sind wir programmiert?

Rudolf Engemann: Ganz klar, ja! Die Menschen sind programmiert zu glauben, dass sie einen Herrscher bräuchten. Die Programmierung beginnt bereits im Elternhaus, durch Eltern, die ähnlichen Manipulationen ausgesetzt waren und erreicht später in der Schule ihren Höhepunkt. Hier wird den Kindern dann endgültig beigebracht, dass sie einer Autorität zu gehorchen haben, völlig egal, was für einen Blödsinn sie von dir will. Es wird den Kindern beigebracht, dass es Menschen gibt, die es einfach besser können und dass es die Moral wäre, ihren Befehlen zu gehorchen. So werden Untertanen geschaffen. Ohne diese Manipulation würde Herrschaft auf großer Ebene gar nicht funktionierten, da sich die Menschen ansonsten gegen die an Größenwahn erkrankten Herrscher stellen und sie ganz schnell vom Hof jagen würden.

Z: Wer ist Jeremy Locke und was fasziniert dich an seinen Texten?

R.E: Wie in meinem Vorwort zum Buch beschrieben, ist nicht bekannt, wer Jeremy Locke war oder ist. Nach seinem Buch gab es noch zwei kurze Artikel, die seinen Namen tragen und dann nichts mehr. Bei dem Namen handelt es sich um ein Pseudonym.

Ich finde äußerst faszinierend, wie Jeremy es schafft, mit ganz wenigen Worten die Dinge klar auf den Punkt zu bringen. Auch hier finde ich, dass Oliver Janich es in seinem Vorwort sehr schön formuliert, in dem er sagt, dass man sich beim Lesen zwischendurch schon mal fragt, wie man das eigentlich vorher die ganze Zeit übersehen konnte. Die Dinge sind nämlich sehr viel einfacher, als gemeinhin angenommen. Dies ist Teil der Manipulation; Dinge künstlich zu verkomplizieren, dass der Mensch das Gefühl hat, es wäre alles so schwer zu verstehen. Das ist es nicht. Es ist im Gegenteil sehr einfach. Du bist ein Mensch von unendlichem Wert und es gibt niemanden, der über dir steht. Jeder, der dir sagt, dass er das Recht hätte über dich zu herrschen, lügt.

Z: Gemäß Locke behindert jegliche Autorität unsere Freiheit. Nicht nur der Staat, sondern auch unsere abendländische Kultur. Kannst Du das erläutern?

R.E: Jeremy definiert Kultur anders als normalerweise verstanden. Für ihn ist die Kultur das Werkzeug der Herrscher, um Herrschaft zu etablieren und zu festigen. Für ihn ist Kultur nicht die jedem Menschen innewohnende Moral oder die Kunst oder das über die Zeit gewachsene natürliche menschliche Miteinander, sondern kulturelle Verhaltensregeln, die den Menschen beigebracht werden. Diese Verhaltensregeln sorgen zum Beispiel dafür, einer Autorität nicht zu wiedersprechen, wenn sie einen Befehl gibt. Sie sorgen auch dafür, dass die Menschen glauben, dass es Menschen geben würde, die außerhalb der Moral stehen. Menschen, die Kraft eines Papieres, welches sie selbst entworfen und geschrieben haben, angeblich legitimiert durch völlig sinnlose Wahlen, die alle vier Jahre abgehalten werden, plötzlich Gesetze ausrufen können, an die sich jeder zu halten hätte. Normalerweise… wenn jemand sagen würde, „ich habe hier jetzt ein Gesetz und jeder muss sich ab sofort daran halten und im Übrigen schuldest du mir Steuern“… würden wir uns nicht weiter um diese Person kümmern, sondern denken, dass sie vermutlich zu viel getrunken hat oder sonst irgendwie verwirrt ist, aber durch das Gewaltmonopol mit vorgehaltener Waffe sieht die Sache leider anders aus. Solange die Menschen glauben, dass es rechtmäßige Herrscher gibt und genügend Verwirrte, die sich sogar in deren Dienst begeben und ihresgleichen, ihre Brüder und Schwestern im Namen des Staates ihres Herrn bedrohen, unterdrücken, vergewaltigen und sogar ermorden, haben die Herrscher leichtes Spiel. Dieses Spiel endet in dem Moment, wo wir die andauernde Manipulation erkennen und aufwachen. Wie Jeremy sagt, unseren unendlichen Wert erkennen. Dieses Spiel braucht nämlich zwei Seiten, um zu funktionieren. Einen Herrscher, der verrückt genug ist zu glauben, dass er damit durchkommt und jemanden der manipuliert genug ist, diesen Blödsinn zu glauben.

Z: Nach dem Attentat auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo fürchten sich auch bei uns viele Leute vor Terroranschläge. Was ist der Zweck von Terroranschlägen? Wie sieht das Locke?

R.E: Jeremy meint – und das ist auch meine Meinung – das Terroranschläge immer gut dafür waren und sind, die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen und sie dahingehend zu manipulieren, dass sie sich schutzsuchend an ihre Herrscher wenden. Herrschaft funktioniert nur sehr schwer durch Zwang. Ständig läuft der Beherrschte weg, man muss Zäune bauen und teures Sicherheitspersonal als Gefängniswärter einstellen. Außerdem sind die Sklaven unzufrieden, was sich negativ auf ihre Arbeitseinstellung auswirken würde. Also haben sich die Herrscher gedacht, dass es viel einfacher ist, die Menschen ergeben sich freiwillig in die Herrschaft und das funktioniert am besten durch Angst. Wenn die Menschen genügend Angst haben, kommen sie ganz alleine und flehen darum, beschützt zu werden. Ein Herrscher schafft also einen Feind und sagt gleichzeitig, dass er dich vor dem Feind beschützen würde. Wie praktisch. Die Skrupellosigkeit, mit der Herrscher agieren, ist für den normalen Menschen gar nicht vorstellbar. Was daran liegt, dass der normale Mensch eben nicht böse ist. Um Herrscher zu sein wird so viel Bosheit benötigt, dass es den meisten Menschen schwerfällt, sich das vorzustellen. Das abgrundtief Böse findet nicht in den Filmen und Horrorstorys in den Kinos statt, sondern tagtäglich vor unseren Augen. Menschen beherrschen zu wollen und sie durch skrupellose Taten dahingehend zu manipulieren, dass sie sich einem Herrscher unterordnen, ist abgrundtief Böse.

Z: Locke kippt auch unsere Moralvorstellung. Das Einzige, was für ihn unmoralisch ist, ist jemandem die Freiheit zu nehmen. Es ist also nicht unmoralisch fremdzugehen?

RE: Ich finde nicht, dass Jeremy unsere Moralvorstellung kippt. Vielmehr erinnert er uns daran, dass jeder Mensch eine Moral in sich trägt, die dann wieder zum Vorschein kommt, wenn die durch Herrscher manipulierte künstliche und falsche Moral abgelegt wird. Es ist auch nicht das einzig Unmoralische jemandem die Freiheit zu nehmen, sondern auch jemanden zu verletzen, der niemandem etwas zu Leide getan hat oder ihn an der Ausübung seiner Handlungen zu hindern, sofern niemandem anderen dadurch ein Leid angetan wird. Natürlich ist all das auch eine Einschränkung deiner Freiheit. In dem Kontext ist auch der Tod die ultimative Einschränkung deiner Freiheit. Es ist immer unmoralisch etwas zu einem Gesetz zu erheben, denn zur Durchsetzung eines Gesetzes ist immer Gewalt nötig. Dinge, die natürlich sind, benötigen keine Gesetze. Menschen halten sich natürlicherweise an gewisse, wie  Jeremy es nennt, Prinzipien.

Was das Fremdgehen angeht, gibt es soweit ich weiß kein Gesetz, welches in diesem Bezug Verhaltensweisen vorgibt und gewisse Handlungen unter Strafe stellt. Stattdessen hat jeder mit den Konsequenzen seiner Handlungen zu tun und kann daraus lernen. Jeremy meint auch, dass Menschen in Freiheit sehr schnell lernen können. Gesetze und Regeln hindern die Menschen daran, Erfahrungen zu machen und aus ihnen zu lernen. Wer innerhalb einer Beziehung die Erfahrung gemacht hat, welche Konsequenzen es haben kann, sich seinem Partner nicht ehrlich gegenüber  zu verhalten, wird daraus lernen. Die Chancen stehen recht gut, dass er relativ schnell lernen wird, wenn er eines Tages ohne seinen bisherigen Partner an der Seite aufwacht.

Z: Im Buch wird eine klare Sprache verwendet. Locke nimmt kein Blatt vor den Mund. Man wird aber beispielsweise keinen Staatsangestellten dazu bringen das Buch zu lesen, wenn man ihn als Tyrannen bezeichnet.

RE: Dieses Buch wendet sich definitiv nicht an einen Staatsangestellten. Es richtet sich vielmehr an all die Menschen, die durch Staatsangestellte unterdrückt werden. Wie ich bereits sagte, funktioniert Herrschaft nur dann, wenn es auf der anderen Seite des Herrschers jemanden gibt, der glaubt, dass ein Herrscher rechtmäßig herrschen würde. Die Zeit, in der man die Herrscher und deren Helfershelfer anders bezeichnen sollte als mit dem einzigen Begriff, der auf sie zutrifft, nämlich Tyrann, sollte in meinen Augen zu Ende sein. In dem wir den Staatsangestellten weiter begegnen, als wenn sie rechtmäßige Vertreter unserer rechtmäßigen Herrscher wären, unterstützen wir sie nur in ihrem Wahn. Die Chance, dass jemand in dieser Position aufwacht, weil wir uns weiter vor ihnen verbeugen und ihren Befehlen gehorchen, ist relativ gering. Wir sollten eher die Gelegenheit nutzen und sie spüren lassen, dass ihre Handlungen unmoralisch sind und dass sie sich selbst erniedrigen, wenn sie sich für ein Handgeld zu Bütteln des Staates erklären. 

Z: Verrätst du uns wie das Böse endet und wie wir unsere Freiheit zurückerlangen?

R.E: Die Antwort auf diese Frage ist einfach. Freiheit beginnt da, wo Herrschaft endet. Wir sollten aufhören, darauf zu warten, dass uns Herrscher jedweder Färbung, jeglicher politischer Richtung, in die Freiheit führen. Das wird niemals geschehen, da durch Herrschaft niemals Freiheit erreicht werden kann. Herrschaft endet in dem Moment, wo ich meinen Wert erkenne und mich nicht mehr einverstanden damit erkläre, beherrscht zu werden. Indem ich jede Kooperation mit den Herrschern verweigere und ihnen auch nicht mehr meine Gefolgschaft signalisiere, indem ich sie alle vier Jahre erneut in ihrem Amt bestätige. Den Herrschern ist es ziemlich egal, welche Partei du wählst oder welche Farbe ihre Herrschaft hat. Das einzige was sie fürchten ist, dass du erkennst, dass ihr Herrschaftsanspruch von vorne bis hinten eine einzige Lüge ist. Freiheit ist also nicht etwas, was dir gegeben werden könnte. Freiheit ist dir genommen worden. Du und nur du alleine kannst Freiheit erlangen, indem du nicht mehr zulässt, dass dich jemand beherrscht.

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