Unser Geldsystem

Gepostet am Aktualisiert am

Oder: Alice im Schuldenland

Beep..Beep..Beep..Beep. “Das macht dann 53,92€, bitte!”, sagt die Dame an der Kasse.

“Ich würde gerne mit Karte zahlen.”, antwortet der Kunde.

Eine Situation, die wohl Millionen Mal am Tag in Deutschland vorkommt. Heute mehr als früher. Denn sogar in Bäckereien kann man neuerdings per Karte bezahlen. Die Menschen scheinen sich langsam aber sicher an bargeldlose Transaktionen zu gewöhnen.

Doch wie kommt es eigentlich, dass wir von dem wertvollen Bargeld, das Oma Emma immer unterm Kopfkissen versteckt hatte, so einfach zu einem simplen Austausch von Zahlen wechseln; und das dieser Vorgang auch noch von allen anerkannt wird? Was für ein Geldsystem haben wir überhaupt und wie entsteht unser Geld? Was ist Geld?

Das etablierte Buchgeld

Bis vor ein paar hundert Jahren konnte man mit einer Banknote echtes Münzgeld (aus Gold oder Silber) von der Bank holen. Die Menge, die auf der Banknote stand, musste von der Bank vorgehalten werden, denn der Inhaber hatte ein Recht auf die Herausgabe seines eingelegten Goldes.[1]

Nunja, versuchen Sie das heute mal bei der Sparkasse oder bei der Bundesbank. Die werden Ihnen was husten!

Spätestens schon seit der Euro-Einführung haben wir keine echten Bank-Noten mehr mit verbrieftem Staats-Recht und Garantie des hinterlegten Wertes, sondern nur noch Geld-Scheine mit Copyright unter Privatrecht.[2]

Das Geldsystem hat sich offensichtlich seit dieser Zeit stark verändert. Es gibt kaum eine Bank, die nicht nach dem Teil-Reserve-System agieren muss. Das bedeutet, dass nur ein (heute sehr kleiner) Teil der eingelegten Geldmenge auch sofort verfügbar sein muss. Der Rest dieses Geldes kann von der Bank als Kredit an jemand anderen vergeben werden. Wird dieses geliehene Geld wieder bei der Bank angelegt, kann wieder ein Kredit in dieser Höhe, abzüglich der Mindestreserve, vergeben werden.

Nun meinen viele, dieses zusätzlich erzeugte Geld würde durch die Zentralbank nachgedruckt werden. Das ist aber viel zu umständlich und außerdem zu teuer. Aus diesem Grund wird das verliehene Geld einfach von der Bank an den Kreditnehmer überwiesen. Daher kommt der Name “Buchgeld”, es existiert nur auf den Konten, bzw. in den Büchern der Banken.[3]

Dieses sog. Buchgeld kann außerdem als “Schuldgeld” bezeichnet werden, denn diese Vermehrung des im Umlauf befindlichen Geldes kann nur durch die Aufnahme von Krediten, also Schulden, geschehen und das Geld wird quasi aus dem Nichts erschaffen.[4]

In der Bilanz der Bank sieht das dann folgendermaßen aus: Der Kredit-Betrag wird auf die Aktiv-Seite geschrieben, auf der Passiv-Seite steht dann entsprechend das Konto Guthaben des Kreditnehmers.[5]

Tatsächliches Geld hat hier nicht den Besitzer gewechselt, der Kreditnehmer hat sich lediglich mit einer Schuld gegenüber der Bank beladen.

Nachteile des ungedeckten Teil-Reserve-Systems

Das Teil-Reserve-System hat vor allem einen großen Nachteil für die Menschen. Sie können ihr Geld nicht von der Bank holen, wenn ihnen gerade danach ist.

Wieso? Stellen Sie sich einmal vor, alle Kunden einer Bank wollten gleichzeitig ihr Geld in bar von der Bank holen. Ist das möglich?

Nein, natürlich nicht, denn das meiste Geld liegt überhaupt nicht in Bargeld vor. Die EZB muss lediglich 1% vorrätig halten. Die Menschen, die ihr Geld von der Bank holen wollen, können also damit rechnen, dass sie bei einem Kontostand von 2.000€ gerade mal 20€ bekommen.

Viel wahrscheinlicher ist aber, dass Sie bei einem solchen Banken-Sturm von der Staatsmacht daran gehindert werden, überhaupt in die Nähe des nächsten Bankautomaten zu kommen.

Scheingeld soll die Illusion aufrechterhalten, dass das elektronische Buchgeld einen Wert hätte

Vor einigen Jahren wurde noch allgemein proklamiert, Deutschland sei ein Bargeld-Land. Die Vorteile des Bargeldes wurden gepriesen und der Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele meinte sogar, Bargeld mache die Bürger „im Grunde so frei, wie sie sein möchten“[6].

Dass das Geldsystem damals genauso aussah, wie es heute aussieht, von der erhöhten Geldmenge und den (inflationsbereinigten) Negativzinsen mal abgesehen, scheint absolut niemanden zu interessieren. Tatsächlich ist das Bargeld nur noch nervig und ein Dinosaurier aus längst vergangener Zeit.

Es hat eine Wende eingesetzt. Eine Wende weg vom Bargeld, hin zu der alleinigen Nutzung von Buchgeld. Der einzige Grund, weshalb wir noch Bargeld nutzen können, ist der Fakt, dass unser Schein-Geld eine Illusion von Wert aufrecht erhält. Unsere Geldscheine und -münzen sind nicht mehr das Material wert, aus dem sie hergestellt wurden. Und das soll verschleiert werden. Zehn 50€-Scheine fühlen sich eben doch wertvoller an, als die Zahl 500 auf dem Bankkonto, die eher an Spielgeld erinnert. Oder wie es der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Dr. Michael Kemmer 2012 gegenüber dem Handelsblatt ausdrückte: „Bargeld ist ein zutiefst emotionales Produkt“.

Drei Jahre später wird plötzlich öffentlich darüber diskutiert – um nicht zu sagen “positiv angemahnt” – dass der beliebte 500€ Schein abgeschafft werden soll.[7]

Auch in den Redaktionen scheint ein Meinungsumschwung stattgefunden zu haben. Klamm heimlich wird den Deutschen suggeriert, dass Bargeld umständlich, teuer und sogar gefährlich sei! Lächerlich – man wird ja auch so häufig mit tausenden von Euro auf der Straße überfallen.

Bankensystem ist unsicher

Was hingegen häufig und mit großen Auswirkungen geschieht, ist der Diebstahl von Millionen von Euro durch SWIFT. SWIFT bedeutet Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. Diese Organisation regelt den Nachrichten- und Transaktionsverkehr von über 10.000 Banken. SWIFT bietet eine riesige, zentralisierte Angriffsfläche für Hacker, die diese auch immer wieder ausnutzen.[8]

Ganz zu schweigen von den Problemen mit der Kriminalität im “Carding” (alles, was mit Kredit- und Girokarten zu tun hat) und der immer größer werdenden Zahl von Identitätsdiebstählen und erfolgreichen Angriffen auf Kreditkartenfirmen.

An diesem Beispiel erkennt man sehr deutlich wie anfällig und unsicher unser heutiges Banken- und Geldsystem ist. Je mehr Stationen es in einem Prozess gibt, desto größer ist die Angriffsfläche für Diebe, Betrüger und andere Verbrecher. Die Nutzung von Bargeld ist da immer noch am sichersten.

Wir sind aber in einer neuen Zeit mit neuen Möglichkeiten und Chancen angekommen. Und das bedeutet, wir müssen uns für neue Möglichkeiten öffnen und das obsolet machen, was nicht mehr gut für uns, unser System, die Gesellschaft und unseren ganzen Planeten ist: Das durch private Banken ausgenutzte und staatlich geschützte Schuldgeldsystem!

Dazu muss man wissen: Die Geldschöpfung liegt in privater Hand, der Hand der EZB. Das Geldmonopol liegt beim Staat.  Unser heutiges Geld ist kein Staatsgeld, sondern ein privat Herausgegebenes. Letztich ist es aber auch kein Privat-Geld oder freies Marktgeld, sondern ein staatlich geschütztes und organisiertes Geldsystem. Zusammen ergibt das eine kriminelle Vereinigung, die die Menschen machtlos macht und sie zum Spielball der Willkür geldgieriger Individuen werden lässt.
Der Staat zwingt uns durch seine Gesetze, Verordnungen und politisch erzeugte Sachzwänge, sein Geldsystem zu nutzen. Genau das Geldsystem, das aus dem Nichts immer neue Zahlenreihen und damit immer größer werdende Schuld generiert.

Doch Moment!

Gehören zu so einer Sache nicht auch diejenigen, die einen Kredit aufnehmen?

Natürlich, der Staat zwingt uns, sein Geld, also den Euro, zu nutzen. Doch was wäre, wenn niemand mehr Kredite bei diesen Banken aufnähme? Dann wäre der Spuk ganz schnell vorbei. Ohne Kreditnehmer gibt es keine neuen Zahlenreihen.

Das Ganze ist also eine Ménage-à-trois und wir spielen darin eine bedeutende Rolle.

Damit das System trotz seiner deutlichen Schwächen, die niemand freiwillig dulden würde, bestehen bleibt, muss der Staat seine Muskeln spielen lassen, damit solche Fauxpas wie mit SWIFT nicht an die Öffentlichkeit gelangen. Würde die Öffentlichkeit davon erfahren, würden die Menschen ihr Geld aus Angst aus dem Buchgeld-Chaos abziehen und lieber in Bar verwahren. Das ist für das System brandgefährlich.

Und genauso gefährlich wäre es, wenn wir Menschen unsere Transaktionen einfach ohne die Banken tätigen würden.

Vereinfachung ist der Schlüssel zu Freiheit und Sicherheit

Heute läuft es doch bei Bestellungen so ab, dass wir über verschiedene Dienstleister bestellen, bezahlen und liefern lassen (siehe Abbildung links). Unsere Daten passieren viele Punkte, inklusive Mittelsmänner, die angegriffen werden können. Das sind viele Punkte, an denen unser Geld einfach verschwinden kann.

Geldlauf

Viel einfacher wäre es doch, wenn unsere Daten und Zahlungen direkt und ohne Umwege zu demjenigen flössen, mit dem wir Handel treiben wollen. Der Buchladen oder Verlag bekommt direkt die Daten zu unserer Bestellung und die Zahlung erfolgt auch direkt von Computer zu Computer.

Wir hätten nicht nur die Hacker, sondern auch die Banken, egal ob die Sparkasse oder die EZB, aus unseren Transaktionen ausgesperrt. Auch der Staat hätte nichts mehr zu melden, er kann ja nicht mehr kontrollieren, was wir tun. Seit Jahrzehnten beschäftigen sich führende Köpfe mit der Möglichkeit eines solchen Systems.

Ob das überhaupt möglich ist, und wenn, wie genau, das behandeln wir im nächsten Beitrag des Essays.

Fazit

Die Freiheitswelle spricht sich gegen ein staatliches Währungsmonopol aus, das unseres Erachtens zwangsläufig zur Inflation führt. Gleichzeitig macht uns das inflationäre Schuld-Geld zu Schuld-Sklaven.

Wir sprechen uns gegen ein Schuldgeldsystem mit staatlich geschützten Monopolen aus und befürworten Free Banking[9].

Ohne staatliche Rechtsbeugung zum Schutz der Monopole wäre in der freien Wirtschaft kein Teilreserveverfahren möglich und die Herrschaft der Zentralbanken, Etatisten und angehöriger Nutznießer in kürzester Zeit ohne Kriege und Revolutionen beendet. Friedlich. Durch die Macht des Portemonaies des kleinen Mannes.

 

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Banknote#Erste_Banknoten_in_Europa

[2] http://j.mp/1QcdVfZ

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Buchgeld

[4] https://www.youtube.com/watch?v=oXa3rfX4ZRY

[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Geld#Geldsch.C3.B6pfung

[6] http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge/altersvorsorge-sparen/zahlungsverkehr-deutschland-ist-ein-bargeldland/7266436.html

[7] http://www.welt.de/finanzen/article151824858/Warum-Politikern-der-500-Euro-Schein-verdaechtig-ist.html

[8] http://themerkle.com/swift-network-abused-again-by-internet-criminals/

[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Free_Banking

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