Gedankensplitter

Evolution is conservative

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„It is a truism of biology that evolution is conservative. When something evolves, it must build upon what nature has already produced. New features may be added, and old features may undergo some alteration, but most things remain the same. It is for this reason that the wings of bats, the hands of human beings, and the fins of whales look astonishingly alike in their skeletal form. They even have the same number of bones. Evolution laid down the cornerstones for basic physiology long ago.“

Jordan B. Peterson

 

In einem vorangegangenen Text schrieb ich, dass wir nicht alles zerstören müssen, um Neues zu erschaffen. Meine Worte dort lauteten: Um etwas „besser“ zu machen, muss nicht alles Alte bis auf die Grundmauern abgerissen werden. Es liegt viel Gutes in unserer Vergangenheit. Um eine Zukunft zu erfahren, in der Freiheit wieder den Stellenwert einnimmt, der ihr zusteht, muss nicht alles Bisherige dem Erdboden gleichgemacht werden. (Link)

In der obige Aussage von Jordan B. Petersen finden wir ähnliches. In der derzeitigen Situation haben sehr viele Menschen das Gefühl, dass Altes zerstört werden müsste, um Neues zu erschaffen. Ganz davon abgesehen, dass dies eine enorme Anstrengung wäre, die mit viel Schweiß – und im beschriebenen Kontext auch mit viel vergossenem Blut – einhergehen würde, warum nicht von der Natur lernen oder besser: im Einklang mit der Natur handeln?

Im obigen Text bezieht sich Peterson natürlich auf die evolutionäre Entwicklung der verschiedenen Spezies. Doch wissen Leser meiner Texte, dass ich ein Verfechter der Sichtweise „wie im Kleinen, so im Großen“ bin. Und ich denke wirklich, dass auch die politischen Entwicklung im gewissen Sinne ein evolutionäres Geschehen ist. Natürlich ist die Demokratie nicht der Weisheit letzter Schluss. Und ja, die Demokratie beinhaltet noch sehr viele Elemente verborgener Herrschaft und der Weg in Richtung Freiheit mag noch lang und steinig sein, doch ist es – zumindest in meinen Augen – deutlich, dass wir Menschen uns entwickelt haben. Ältere Formen der Herrschaft haben wir überwunden. Um jetzt unseren Weg der Entwicklung weiterzugehen, müssen wir nicht das Alte zerstören. Wir können darauf aufbauen; das Alte wertschätzen. Wir können handeln, wie es in der Natur zu beobachten ist. Wir können verändern und bewahren. In diesem Kontext liegt darin kein Widerspruch.

Evolution statt Revolution.

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Evolution statt Revolution

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Die amerikanische Verfassung war das bislang freiheitlichste Regelwerk zum Zusammenleben von Menschen. Dass dieses Werk über die Zeit korrumpiert wurde, ist nicht den Gründervätern anzulasten, sondern der Dummheit der Menschen und ihrer Bequemlichkeit. Freiheit braucht ständige Überwachung. Und wohl kaum ein Amerikaner würde auf die Idee kommen, dass die amerikanische Verfassung nicht für ihn gelten würde, auch wenn er lange nach dem 17. September 1787 geboren wurde.

Und trotz dem das deutsche Grundgesetz, welches im Mai 1949 beschlossen wurde, unter ganz anderen Vorzeichen stand, stellt man bei näherer Beschäftigung fest, dass auch in diesem Werk die Freiheit des Menschen an erster Stelle stand. So gibt es im Grundgesetz keine Paragrafen, sondern nur Artikel. Es handelt sich also nicht um Vorschriften, sondern um die Definition der Rechte, die jeder Mensch in Deutschland besitzt. Und auch hier gilt, dass der Verfall Deutschlands nicht im Grundgesetz selbst liegt, sondern in der Unaufmerksamkeit der Menschen.

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Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten von Amerika, sagte: „Diejenigen, die bereit sind, grundlegende Freiheiten aufzugeben, um ein wenig kurzfristige Sicherheit zu erlangen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit.“

Eine ähnliche Aussage eines deutschen „Gründervaters“ ist mir zwar nicht bekannt, doch ist doch klar, dass wir auch hier in Deutschland sträflich versäumt haben, die Freiheit des Menschen als das höchste Gut zu schützen.

In Deutschland ist es zudem so, dass sich sehr viele Menschen nicht mehr auf das Grundgesetz beziehen. Zum einen wird es von Personen abgelehnt, die behaupten, dass es sich bei dem Grundgesetz nicht um eine Verfassung handeln würde. Andere (Libertäre) lehnen generell grundlegende Vereinbarungen zum Zusammenleben von Menschen ab und erkennen nicht die Komplexität eines derartigen Unterfangens. Es ist eben nicht damit getan, zu behaupten, dass alle Menschen die gleichen Rechte hätten und man sich aus dem Grund nähere Gedanken zum Zusammenleben von Menschen in großen Gruppen (und nichts anderes sind Staaten) sparen könnte.

Wie gesagt, die Verfassung der vereinigten Staaten war das bisher freiheitlichste Regelwerk und das deutsche Grundgesetz ist ebenfalls eine sehr gute Grundlage. Der „Fehler“ liegt weder in der Verfassung, noch im Grundgesetz, sondern in der Ignoranz und Faulheit, im Desinteresse der Menschen. Selbst wenn man jetzt anerkennt, dass gewisse Kräfte, jenseits des großen Teichs, wie auch in Deutschland, bewusst für die Verdummung der Menschen gesorgt haben, um ihre egoistischen Ziele zu verfolgen und die Freiheit der Menschen einzuschränken, bleibt es dennoch die Verantwortung der Menschen, dass sie es nicht verhindert haben.

Dies ist die große Lernaufgabe dieser Generation und der Folgenden. Wir dürfen nicht mehr zulassen, dass die Freiheit ausgehöhlt wird. Und dazu gehört, nicht mehr reaktiv alles zu verdammen, was mit Staat oder Verfassung und mit Rechten und Pflichten zu tun hat. Um etwas „besser“ zu machen, muss nicht alles Alte bis auf die Grundmauern abgerissen werden. Es liegt viel Gutes in unserer Vergangenheit. Um eine Zukunft zu erfahren, in der Freiheit wieder den Stellenwert einnimmt, der ihr zusteht, muss nicht alles Bisherige dem Erdboden gleichgemacht werden.

Es sind also nicht „die dort oben“, die als die Zerstörer der Freiheit gesehen werden sollten, denn so machen wir uns nur zum Opfer. Es sind wir alle! Wir haben zugelassen, dass „die dort oben“ die Freiheit immer mehr eingeschränkt haben. In der Übernahme der Verantwortung für ein Geschehen liegt ein enormes Potential. Wenn wir aufhören, anderen die Schuld an unserem Schicksal zu geben, können wir unser Schicksal wieder selbst in die Hand nehmen. Wir müssen nicht zerstören, um etwas Neues zu erschaffen.

Deshalb steht die Freiheitswelle nicht für Revolution, sondern für Evolution.

Libertäre Trigger-Worte

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Richtiger müsste die Überschrift natürlich lauten: „Trigger-Worte der Libertären“, denn schließlich sind ja nicht die Worte libertär, doch das erschien mir zu sperrig und die Genauigkeit der Sprache hat über die letzte Zeit doch ziemlich gelitten. Ich habe mich dennoch für obige Überschrift entschieden, will aber zumindest darauf hinweisen, weil mir Genauigkeit wichtig ist – und das nicht nur im Gebrauch der Sprache.

Was sind denn nun „Libertäre Trigger-Worte? Zunächst… was meine ich mit dem Begriff „Trigger“? Ein „Trigger“ ist ein Auslöser. In der Psychologie spricht man von einem Trigger, wenn ein Begriff, ein Wort (oder ein visuelles, kinästhetisches oder olfaktorisches Ereignis zu einem Ablauf eines Geschehens führt, welches nicht der Kontrolle der betreffenden Person unterliegt. Man spricht auch von einem Automatismus. Es ist ähnlich, wie wenn ein Knopf gedrückt werden würde und ein Geschehen (eine Reaktion) in Gang gesetzt wird. Im Unterschied zu einer Reaktion liegt einer Handlung eine Reflexion zugrunde. Man könnte auch sagen, dass die betreffende Person bei einer Handlung eine Wahl hätte. Bei einer Reaktion liegt keine Wahl zu Grunde. Die Person wählt nicht, ob sie so oder so handelt, sondern sie handelt nach einem festgelegten Muster. Es ist ein Mechanismus, dem keine bewusste Entscheidung zugrunde liegt.

Wenn man genau sein möchte, dann müsste man noch erwähnen, dass diese „Wahl“ irgendwann einmal getroffen wurde und fortan einer Handlung ohne erneute Überprüfung zugrunde liegt. Ich spreche hier gerne von einem „Überlebensmechanismus“ und unterscheide somit zwischen „Überleben“ und „Qualität“, da einer einmal getroffenen Entscheidung ja nur in dem jeweiligen Moment eine Qualität innewohnt. Diese Entscheidung war das Beste, was dem Menschen in dem Moment zur Verfügung stand, um einer Situation zu begegnen. Sobald Ereignis und Reaktion eine Verbindung eingegangen sind, steht die Reaktion natürlich sehr schnell zur Verfügung und sorgt somit für Überleben. Eine Qualität hingegen braucht Reflexion, also ein erneutes Betrachten einer Situation, um dann – nach Überprüfung der in dem Moment vorhandenen Handlungsoptionen – die beste herauszusuchen. Das braucht Zeit und Bewusstheit und eignet sich von daher nicht für Situationen, in denen das Überleben bedroht ist.

Soweit so gut. Problematisch wird es eigentlich erst in dem Moment, wenn Menschen zu Reaktionen greifen, in denen das Überleben gar nicht bedroht ist. Hier leidet nämlich die Qualität. Aus immer gleichen Reiz-Reaktions-Mustern erfolgen nämlich meist gleiche bzw. sehr ähnliche Erfahrungen. Daher kommt auch der Spruch: Wenn du etwas anderes erleben willst, musst du etwas anderes tun. Nur – wie gesagt – dieser Vorgang braucht Zeit und Reflexion und vor allem Mut! Warum Mut? Ganz einfach. Es braucht Mut, weil man sich der neuen Situation erneut stellen muss und schließlich wollen wir ja alle überleben. Um sich allerdings zu entwickeln braucht es neue Erfahrungen. Neue Erfahrungen bringen Erweiterungen, neue Erkenntnisse und damit neue Optionen. Das ist also die Qualität…

Also ein Trigger-(Wort) löst ein Reiz-Reaktions-Muster aus. Der Reaktion liegt keine Reflexion zugrunde, die natürlich immer im Hier und Jetzt erfolgen muss. Der Mensch überprüft nicht mehr, sondern zeigt eine Reaktion.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen wären libertäre Trigger-Worte Begriffe wie das Wort „Grenze“… oder auch „Land“… Beim Letzteren wäre die Reaktion, den Begriff „Land“ nicht mehr von dem Begriff „Staat“ trennen zu können und automatisch bei dem Begriff „Land“ an den Begriff „Staat“ zu denken und dementsprechend all das zu fühlen, was mit den Begriffen „Herrschaft“, „Kontrolle“, „Unterdrückung“ usw. einhergeht, aber mit dem Begriff „Land“ überhaupt nichts zu tun hat.

Ähnliches passiert auch in einem Libertären in Bezug auf das Wort „Grenze“. Obwohl Grenzen natürlich sind und (Über-)Leben überhaupt erst durch Grenzen möglich wird, gibt es eine Koppelung an den Begriff „Staat“ und somit sind Grenzen schlecht, da sie Staaten definieren. Zumeist werden „Grenzen“ dann als Gefängnisse wahrgenommen und nicht mehr in ihrer ursprünglichen Funktion, die mit Sicherheit zu tun hat, denn Grenzen haben in erster Linie eine Schutzfunktion. Grenzen schützen. Das Grenzen schützen und das Staat und Land zwei verschiedenen Dinge sind, ist für jemanden, der innerhalb eines Reiz-Reaktions-Schemas lebt, nicht mehr wahrnehmbar. Sad but true. Wäre ich jetzt Therapeut und die betreffende Person würde sich Hilfe wünschen, da sie selbst gemerkt hat, dass ein Reiz-Reaktions-Muster ihre Lebensqualität einschränken, dann hätte ich Verständnis und könnte helfen. Voraussetzung ist aber die Erkenntnis der betreffenden Person, dass ihr etwas fehlt (nämlich die Fähigkeit zu entscheiden) und der Wunsch, daran etwas verändern zu wollen. Ist weder Wunsch noch Erkenntnis vorhanden, gibt es keine Möglichkeit des Kontaktes. Reiz-Reaktions-Muster sind nämlich geschützt. Da das Überleben an dieser Stelle im Vordergrund steht, wird eine Berührung an dieser Stelle als Bedrohung wahrgenommen. Da diese Bedrohung mit der Situation verbunden wird und das Gegenüber meist Teil dieser Situation ist, wird diese Bedrohung als vom Gegenüber kommend interpretiert und das Gegenüber abgelehnt. Soweit so schlecht, denn hier geht es nun nicht weiter. Das Gegenüber hat keine Chance mehr, die Person tatsächlich zu erreichen. Für dich als Nicht-Therapeut erscheint die Person starrköpfig und unwillig, sich der Situation zu stellen und sehr schnell wirst du die Lust verlieren, dich mit der Person noch weiter zu beschäftigen. Die Person selbst nimmt dich als Bedrohung wahr und will auch am liebsten nichts mehr mit dir zu tun haben.

Als weiteres libertäres Trigger-Wort hat sich der Begriff „Pflicht“ herauskristallisiert. „Pflichten“ scheinen etwas zu sein, was mit „Zwang“ in Verbindung gebracht wird. Auch hier scheint eine Vermischung beider Begriffe stattzufinden, obwohl „Pflicht“ und „Zwang“ völlig unterschiedliche Bedeutungen haben. Eine Pflicht ist nämlich etwas, was sich die Person selbst auferlegt hat. Sie hat sich dazu entschieden etwas zu tun, in dem Wissen, dass es ihr nicht immer gleichermaßen leichtfallen wird, sie es aber dennoch tun will. Bei einem Zwang ist es natürlich anders. Hier wird die Person gegen ihren Willen zu etwas gezwungen. Wenn ich jetzt einer Pflicht nachkomme, dann tue ich es, weil ich es will, auch wenn es mir nicht immer leichtfällt.

„Zwang“ ist ein weiteres Trigger-Wort der Libertären. Pflicht und Zwang sind zwei verschiedene Begriffe und das nicht ohne Grund. Bei dem Begriff „Zwang“ handelt es sich um ein Element, welches auch in keiner noch so freien Gesellschaft fehlen darf. Wenn mir mein Eigentum weggenommen wird, dann darf ich mich wehren. Wenn mein Leben bedroht wird ebenso. Diese auch im deutschen Rechtssystem enthaltenen Optionen sind als „Jedermannsrechte“ bekannt. An anderer Stelle habe ich ausführlicher über diese Jedermannsrechte und den sich daraus entwickelnden Sonderrechte geschrieben. (Link)

Tatsächlich sind Sonderrechte nur die Erweiterung der Jedermannsrechte. Sonderrechte stehen nur bestimmten Personen innerhalb einer Gesellschaft zu. Es ist vollkommen unmöglich eine Gesellschaft aufzubauen, in der jeder die gleichen Rechte hat. Ganz grundlegend ist dies natürlich der Fall, doch muss in bestimmten Situationen die Möglichkeit bestehen, dass unter bestimmten festgelegten Bedingungen die grundlegenden Rechte eines Menschen außer Kraft gesetzt werden können. Dies sollte natürlich immer einer sehr genauen Kontrolle unterliegen. Ohne Sonderrechte wäre es einer bestimmten Instanz nicht möglich, die Unversehrtheit der Wohnung außer Kraft zu setzen, um zum Beispiel im Verdachtsfall eine Durchsuchung vorzunehmen. Schon jetzt ist das Aussetzen dieses Grundrechtes nur nach richterlichem Beschluss zulässig. Kein Polizist darf einfach so in eine Wohnung spazieren und eine Durchsuchung vornehmen. Doch ist eine Durchsuchung auch gegen den Willen der Person grundsätzlich möglich, nach (vorübergehender) Außerkraftsetzungen der Grundrechte.
Niemand anderes außer der Polizei, einer Instanz, der ich diese Sonderrechte zugestanden habe, da ich in einer sicheren Gesellschaft leben möchte, darf in meine Wohnung, ohne dass ich das will. Diese Sonderrechte sind notwendig, weil ein Dieb sich ja ansonsten auf seine Grundrechte berufen könnte und der Meinung ist, dass niemand mehr Rechte hat, als jemand anderes. Jemand, der jemandem anderen Gewalt antut, muss gestoppt werden. Dazu hat die Polizei das Sonderrecht des unmittelbaren Zwang (§ 52 PolG). Bei einer Zuwiderhandlung oder Verweigerung einer berechtigten Aufforderung nachzukommen, darf die Polizei „Zwang“ zur Anwendung bringen. Und es muss eine Instanz geben, die ein solches Sonderrecht besitzt, da ansonsten kein sicheres Zusammenleben innerhalb einer Gesellschaft möglich ist. Genauso wenig ist es möglich, jedem diese Sonderrechte zuzugestehen. Jeder Mensch hat Rechte, auch sein Eigentum zu schützen oder sich (und andere) gegen Gewalt zu wehren (Notwehr/Nothilfe), doch nur unter Auflagen dürfen Sonderrechte vergeben werden.

Auch wenn jetzt viele das Gefühl haben, dass sie nicht zugestimmt hätten, da sie der Meinung sind, dass ihnen das Grundgesetz einfach so vorgesetzt worden wäre, gibt es ähnliches in der amerikanischen Verfassung. Damit will ich sagen, dass jede vernünftig agierende Gruppe, die ein grundlegendes Regelwerk zum Zusammenleben innerhalb einer Gemeinschaft entwerfen will (Verfassung), nicht umhinkommt, sich darüber Gedanken zu machen und sie wird schließlich zu dem Schluss kommen, dass auch in einer freiheitlichen Gemeinschaft Sonderrechte vergeben werden müssen. Die amerikanische Verfassung war immerhin das bislang freiheitlichste Regelwerk zum Zusammenleben von Menschen. Dass diese über die Zeit korrumpiert wurde, ist nicht den Gründervätern anzulasten, sondern der Dummheit der Menschen und ihrer Bequemlichkeit. Freiheit braucht ebenfalls ständige Überwachung.

Zurück zum Begriff „Zwang“… Zwang ist also ein Instrument, jemanden zu etwas zu bewegen, was er nicht will. Gleichermaßen aber auch etwas, was nach dem Regelwerk der Gemeinschaft notwendig ist. Eine Pflicht ist die Beschreibung von etwas, was im Regelwerk der Gemeinschaft beschrieben ist und der Zwang ist die Möglichkeit der Gemeinschaft, dafür zu sorgen, dass jeder sich an diese Regeln hält. So schwer ist das eigentlich nicht zu verstehen. Eltern üben im gewissen Sinne bei der Erziehung ihrer Kinder auch Zwang aus. Ein Lehrer übt Zwang gegenüber seinen Schülern aus, wenn sie sich weigern den aufgestellten Regeln zu folgen. Eine Bestrafung folgt bei Nichteinhaltung der Vorgabe (Zwang). Die Strafe sorgt dafür, dass die aufgestellten Regeln eingehalten werden. Eltern haben mehr überblick als Kinder. Deswegen wird kleinen Kindern das Feuerzeug weggenommen, damit sie damit nicht herumspielen. Wenn das Kind sich weigert, das Feuerzeug herauszugeben, wenden die Eltern Zwang an und nehmen dem Kind das Feuerzeug unter „Anwendung von Gewalt“ weg. Das Kind wird vermutlich danach weinen, doch muss (und wird) es lernen. Im besten Fall geben sich die Eltern Mühe, ihrem Kind zu erklären, warum sie in dem Fall so gehandelt haben. Das tut der Gesetzgeber auch. Gesetze sind im Regelwerk zum Zusammenleben von Menschen festgelegte Regeln. Das befolgen dieser Regeln ist eine Pflicht und bei Nichteinhaltung einer Pflicht kann Zwang ausgeübt werden.

Einige Libertäre sind nun der Meinung, dass es keinerlei Zwang in einer Gemeinschaft geben dürfte. Das ist Quatsch. Auch Regeln muss es geben und ja, man kann diese Regeln, wenn sie für alle gelten sollen, Gesetze nennen. Wenn jemand sich nicht an die gemeinsamen Regeln (Gesetze) hält, muss Zwang ausgeübt werden. In jeder freiheitlichen Gemeinschaft müssen diese Elemente vorhanden sein. Ein Zusammenleben in Sicherheit und Freiheit ist ansonsten nicht möglich.

Aktuell ist es der Begriff „Wehr-Pflicht“ der unmittelbar mit dem Begriff Zwang verbunden wird. Dabei ist dies natürlich ein interner Prozess. Es handelt sich um eine Pflicht… nicht um einen Zwang. Es ist eine Pflicht, sobald es ein dazugehöriges Regelwerk gibt und du kannst dich dazu entscheiden… oder dich weigern… doch dieses Angebot zu einer Pflicht wird dir gegeben, in dem Wissen, dass nicht jeder gleich freudestrahlend darauf zu läuft. Bei einer Pflicht ist sozusagen klar, dass es dir nicht immer leichtfallen wird und du es dennoch tun solltest, da es dich weiterführt, dir neue Erkenntnisse und Optionen vermittelt und weil es das Regelwerk vorsieht.

Jeder Mensch braucht „Pflichten“. Durchhalten, auch unter widrigen Umständen, führt zu erweiterten Fähigkeiten. Jeder Musiker, jeder Sportler weiß, dass er seine Tätigkeit zu einer Pflicht machen muss. Denn ansonsten würde die Person den meist schwierigen Weg über all die Hürden nicht gehen. Es ist sogar so, dass das Leben eines pflichtbewussten Menschen meist gar nichts mit stetiger Entwicklung zu tun hat, weil das Plateau die Ebene ist, auf der sich der Mensch meist aufhalten wird. Erst nach langer Zeit des Aufenthaltes auf einem Plateau, einem Bereich, in dem sich „nichts“ zu tun scheint, es keinen merklichen Fortschritt gibt, kommt es dann plötzlich zu einer Entwicklung, die natürlich wieder auf einem Plateau münden wird. Pflichten helfen Plateaus zu überwinden, doch nur in dem Sinne, als dass sie der betreffenden Person helfen, das Plateau zu lieben. Entwicklung darf in diesem Sinne nicht im Vordergrund liegen, da ansonsten ihr Fehlen viel zu sehr in der Wahrnehmung wäre.

Pflichten helfen Menschen zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Pflichten helfen Menschen, Dinge zu tun, ohne unmittelbare Belohnung, in dem Wissen (oder der Hoffnung), dass in der Zukunft etwas liegt, was du erreichen möchtest. Pflichten sind verbunden mit Wegen, die nicht immer leicht sind. Die zumeist sogar meist hart sind und die du dennoch gehen möchtest. Dafür braucht es Disziplin. Und mir ist völlig klar, warum der Begriff „Pflicht“ zu einem Trigger-Wort geworden ist. Natürlich nicht nur der Libertären, sondern generell, da wir in einer Zeit leben, in der Disziplin nicht mehr erstrebenswert zu sein scheint. Disziplin ist ein weiteres Trigger-Wort geworden. Es ist traurig, doch gerade Pflichten und Disziplin sind sehr wertvolle Qualitäten, die nicht nur besondere Eigenschaften eines Menschen selbst sind, sondern auch das Zusammenleben von Menschen ganz maßgeblich mitbestimmen. Ein Leben in einer Gemeinschaft von Menschen in denen keine Pflichten übernommen werden? Wie soll das gehen? Eine Gemeinschaft ohne Disziplin? Undenkbar. Eine Gemeinschaft ohne Erkenntnis der Wichtigkeit von Grenzen? Eine Gemeinschaft ohne verbindendes Element eines gemeinsam bewohnten Gebietes, eines Landes? Unmöglich!

Und hier wird deutlich, wie sehr die „Libertären“ sich in einem Traumschloss bewegen und jeglichen Kontakt zur Realität verloren haben. Eine Gesellschaft, in der diesen wichtigen Elementen kein Raum gegeben wird, kann niemals funktionieren. Die Wehrhaftigkeit eines Volkes oder der Wille eines Volkes eine Wehrkraft zu besitzen, ist vielschichtig. Zunächst braucht es ja den Willen, sich zu verteidigen. Bei vielen „Libertären“ scheitert es bereits an dem falsch verstandenen Begriff des NAP, der nicht bedeutet, sich zuerst schlagen lassen zu müssen, bevor eine Gegengewalt erfolgen kann.

Das NAP bedeutet weder, sich ausnutzen lassen zu müssen, noch dass ich mich zuerst schlagen lassen muss. Ich muss keine gegen mich oder gegen eine andere Person gerichtete Gewalt dulden. Ich muss weder mich noch meine Familie zunächst abstechen lassen, bevor ich zur Notwehr bzw. Nothilfe greife. Das NAP beutet nur und ausschließlich, dass von mir keine Gewalt ausgeht, solange nicht mein Wohl oder das meiner Familie (eines Dritten) direkt bedroht wird. Dann sind andere Begriffe wichtig, die häufig bei Libertären zur Schnapp-Atmung führen, wie Land oder Besitz, denn nicht nur Leben muss verteidigt werden, da ein Überleben ohne Land und Besitz nicht möglich ist. Des Weiteren gibt es bei allen Dingen, die wir lernen wollen, Hürden, die es zu überwinden gilt. Dazu bedarf es einer gewissen Anstrengung aber eben auch einer Motivation. Wenn die Begriffe „Land“ oder „Grenzen“ nicht mit Inhalt gefüllt sind, sondern ständig verwechselt werden (Land→Staat, Grenzen→Gefängnis statt Schutz) dann gibt es diese Motivation zur Verteidigung ja gar nicht. Daneben fehlt es den meisten an Disziplin und auch an Pflichtbewusstsein. Pflicht ist auch ein Begriff, zu dem viele Libertäre überhaupt keinen Zugang haben, da sie ihn mit Zwang assoziieren. Pflicht bedeutet hingegen etwas selbst auferlegtes und nicht etwas von außen aufgezwungenes. Wehrpflicht basiert also auf einer Erkenntnis, dass man wehrhaft sein möchte, weil es a) etwas zu verteidigen gibt, was einem von wert ist (Land/Besitz/Leben) und man b) die nötige Disziplin und das Pflichtbewusstsein hat, die dafür nötigen Fertigkeiten zu erlangen.

Über allem steht Verantwortung. Verantwortung, die ein Mensch für sich selbst übernimmt und Verantwortung, die er in einer Gemeinschaft für andere übernimmt. Wir alle haben die Verantwortung für uns selbst, ein moralisch gefestigtes und ethisch einwandfreies Leben zu leben und die Verantwortung für andere, den Menschen unserer Gemeinschaft, zu ermöglichen, ein Leben in Freiheit leben zu können. Die Wertschätzung von Grenzen als Schutz, Übernahme von Verantwortung (für sich selbst und andere), der Wille, sich und andere zu verteidigen, Zwang als Mittel zur Einhaltung eines gemeinsamen Regelwerkes zu akzeptieren und die Bereitschaft Pflichten zu übernehmen, für die persönliche Entwicklung und für das Wohl anderer innerhalb einer Gemeinschaft, das sind die grundlegenden Elemente für ein effektives, funktionierendes und qualitativ hochwertiges Zusammenleben. Fehlt eines dieser Elemente, gibt es keine Entwicklung und keine Gemeinschaft hat Bestand.

Aufruf zur Wahl

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MEIN AUFRUF ZUR WAHL UND GEDANKEN ZUR POSITIONIERUNG

von Hans Friedrich

Am 16. Oktober 1994 bin ich das letzte Mal zu einer Bundestagswahl gegangen. Danach sind wir ausgewandert und ich habe nur noch in der Bay of Fundy Walbeobachtungen betrieben.

2013 sind wir zurück nach Deutschland, zumindest haben wir hier einen weiteren festen Wohnsitz und ich darf also wieder wählen. Meine Frau nicht, aber unsere Brut, 2 Kinder, inzwischen über 18, auch.

Was habe ich erwartet, was vorgefunden? In einem Satz:

Ein völlig verändertes Land.

Klar, die Felder und Wälder sind noch grün, die Dächer rot, die Städte gepflegt. Aber wenn man genau hinschaut ist die Infrastruktur marode, aus den Straßenritzen quillt das Unkraut, in den Bahnen ist es unsicher, in den Supermärkten grabbeln irgendwelche Kopftuchweiber jede einzelne Tomate an bevor sie sich entscheiden, der Pfarrer versteckt einen Eritreer ausgerechnet unter dem Kindergarten, jeden Tag passieren hunderte von Einzelfällen, wir beschäftigen uns mit dem Adrenalinspiegel der Kulturbereicherer, die Universitäten sind zu einem Tummelplatz von Quatsch- und Laberintellektuellen verkommen die alles möglich sind aber nicht intellektuell, die Wichtigkeit von Gendertoiletten schlägt das Wissen über naturwissenschaftliche Zusammenhänge, die 2000 Jahre deutsche Geschichte wurde auf 12 Jahre eingedampft und die Medien gleichen in ihrer Verlogenheit denen der DDR aufs Haar.

Ich lasse meine Tochter nicht in öffentlichen Verkehrsmitteln fahren sondern spiele Taxi für jeden Kilometer, wenn wir auf ein Stadtfest wollen schlängeln wir uns durch Betonblöcke.

Obwohl wir lange in Israel waren und es mögen werden wir als Nazis verdächtigt weil uns die ruhige Argumentation von Herrn Gauland gefällt, die Angriffslust von Frau Weidel, die Alt-Parteien sind in ihren Programmen völlig kongruent, ihre Werbesprüche und Versprechung grenzdebil und unerfüllbar und die Hysterie in der Öffentlichkeit unerträglich.

Unsere Nachbarn sind aufs Land gezogen mögen aber die Landluft nicht, mäkeln am Schweinebauern rum, grillen aber, wenn sie nicht gerade zeitgeistorientierte Veganer sind, am Wochenende um die Wette.

In den Medien exhibitionieren sich völlig unterbelichtete Schwachmaten die uns, ausgerechnet uns, die Welt erklären wollen, echte Persönlichkeiten kann man mit der Lupe suchen, und A,B,C,D, E und F-Prominente, sowie jeder Hinterbänkler-Polithansel geriert sich als Widerstandskämpfer und tut so, als ob Deutschland von Nazis unterwandert wäre die ihn im nächsten Moment an den Deckenhaken von Plötzensee aufhängen.

Kurzum:

Seit dem wir zurückgekommen sind fasse ich mir täglich mehrmals ans Ohrläppchen um mich zu vergewissern das ich nicht träume oder bitte meine Frau mich zu kneifen. Wenn ich dann die blauen Flecken einem Arzt zeigen will bekomme ich einen Termin in einigen Monaten in einer Art Großpraxis oder Gesundheitsfabrik, als ich Deutschland verließ gab es noch einen Doktor den ich mit Namen kannte und er mich – und den Termin nach 3 Tagen.

Was ist mit diesem Land geschehen?

Da ich wirtschaftliche Zusammenhänge kenne, weiß ich was erwirtschaftet wurde, wir könnten sämtliche Straßen mit Blattgold überziehen. Die Lebensarbeitsergebnisse der Bürger werden verplempert, größere Bauprojekte stagnieren seit Jahren, das Ausland lacht über uns.

Schubert, Gluck, Telemann hat die Jugend nie gehört, Karajan halten sie für einen Zirkus, Novalis für eine Telefongesellschaft, Fontane für einen Springbrunnen, Hegel für ein Gebäck und Mörike für eine Konditorei.

Wir haben Bekloppte wie Stegner, Altmeier und Tauber, Göring-Eckardt hat mehr Angst Nazis zu begegnen als Testosteronis oder unkultivierten Grabschern und Martin Schnulze ist der reichste Kanzlerkandidat der Geschichte aber faselt von Gerechtigkeit. Was haben die Sozis eigentlich in den letzten 70 Jahren gemacht?

Die CDU ist völlig sozialdemokratisiert, ja hat die SPD links überholt, die FDP ist ein Beliebigkeitsverein der nicht mal mehr die Schärfe von Domestos hat, die Grünen sind Päderasten geblieben und wollen bis auf Onanie alles verbieten und die Linken würden immer noch jeden der ihnen nicht paßt über den Haufen schießen, wenn sie nur könnten, die Gene der SED sitzen in den Lippen und den Bekenntnissen. 

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Wen soll ich denn wählen?

Wählen ist das Stabilisieren einer Herrschaftsform, einem Libertären also unsympathisch, aber natürlich wähle ich, schon aus einem Gerechtigkeitsgefühl heraus. Ich mochte es schon im Kindergarten nicht wenn jemandem Unrecht angetan wurde, man ihn zu Unrecht verdächtigte, ihm etwas unterstellte.

Das intelligenteste Werbeplakat war dieses: „Einwanderung ist ein Privileg, kein Recht“, Das Zitat stammt von Trump das Plakat von der AfD. Es signalisiert das Recht auf Eigentum, das Recht zu entscheiden wen wir in unserem Haus aufnehmen und das man sich eines Privilegs als würdig erweisen muß.

Die Rechte derer die hier schon länger leben werden mit Füßen getreten, politischer Wille und Opportunismus geht vor Recht. Wir sind allenfalls eine Möchtegerndemokratie, von wirklicher Reife sind wir so weit entfernt wie ein unreifer Apfel oder ein pubertierender Jugendlicher.

Unsere Meinungsfreiheit ist stark beschnitten, vielleicht hat es sie nie gegeben, aber als ich Deutschland verließ hatte man für ein Bekenntnis oder einen Standpunkt noch keine Nachteile zu befürchten.Die letzten Regierungen haben Deutschland nicht gut getan, eine Raute hat den ausgestreckten Arm abgelöst, Symbolpolitik ohne Substanz.

Es bleibt also die AfD, sie mag einige Spinner als Mitglieder haben, vielleicht auch einige angebräunte, aber die finden wir in allen Parteien, die Linken hetzen gegen Israel, den Anderen bedeuten nur die toten Juden etwas.

Sicher, ich bin zwar exzellent aus- aber in den Augen meiner Widersacher dennoch ungebildet, mit 3 Wohnsitzen und seit dem 50. Lebensjahr von meinen Latifundien lebend natürlich wirtschaftlich abgehängt, zwar seit 25 Jahren glücklich verheiratet aber gehöre zu den Frustrierten, kenne 65 Länder sehr intensiv, aber konnte nie über den Rand des Tellers schauen, bin mit 2 jugendlichen Kindern und deren Lebenswelten konfrontiert aber dennoch völlig rückwärts gewandt. Außerdem bin ich weiß, über 65 und Deutscher. Spricht alles gegen mich.

Meine Familie kann ich lückenlos bis 1632 zurückverfolgen, immer bürgerlich-konservativ, natürlich überwiegend preußisch, vielfach ausgezeichnet, aber gelegentlich mit europäisch-nachbarlicher Blutauffrischung. Wir sind polyglott, die Kinder sprechen 4 Sprachen, 50 Prozent der Freunde sind Ausländer. In meinem Elternhaus gingen Ausländer ein- und aus, es waren Menschen die etwas mitbrachten, Wissen, Neugier, Erfahrungen. Sie haben uns bereichert und wir haben reichlich zurückgegeben, – auch deshalb weil diese Leute nie Forderungen stellten.

Aber auch wir haben Bekloppte in der Sippe, mein Onkel ist 90, wollte schon 1948 alle Deutschen nach Patagonien aussiedeln und begrüßte den Morgenthau-Plan. Seit Jahrzehnten ist er bei den Grünen und nun, 69 Jahre später wird sein Wunsch Wirklichkeit und Deutschland wird deindustrialisiert, kulturverfremdet und das lateinische Ursprungsrecht wird unterlaufen.

Man muß nicht der Kirche angehören aber dieses Land ist christlich geprägt und die 10 Gebote sind gute Richtlinien, das Christentum ist eine Verzeihensreligion und keine Racheideologie. Nein, der Islam gehört nicht zu Deutschland und unser befreundetes muslimisches Ehepaar reißt sich, kaum daß sie von Familienbesuchen zurück sind, das Kopftuch runter, ißt mit uns Salami und trinkt Wein.

Ich habe einige AfD-Leute kennengelernt, aufgeschlossene gebildete, charmante, zurückhaltende und bescheidene Menschen, arbeitsam und fleißig, bürgerlich und familienorientiert. Sie fallen dem Staat, bzw. der Allgemeinheit nicht zur Last, schmarotzen nicht, hassen, wie ich, – dessen 2 Großväter unter den Nazis litten -, diese braun-rote Sozialistenbande und machen sich, was anzuerkennen ist, große Sorgen um Deutschland.

Eben, eben und genau deshalb wähle ich die AfD weil ich sie nicht für eine braune Truppe halte, weil sie die einzige Opposition ist, weil ich an die Zukunft denke, auch die meiner Kinder, weil ich mich nicht mit einigen mir nicht gefallenden Programmpunkten oder Persönlichkeiten der AfD aufhalte sondern das Ganze sehe, weil unsere Urgroßväter 1683 vor Wien nicht umsonst gestorben sein sollen und weil es eben eine ALTERNATIVE ist und ich Alternativlosigkeiten hasse und nicht an sie glaube.

Genau deshalb. Weil wir viele ausländische Freunde haben, meine Frau Ausländerin ist, meine Enkel im Ausland leben, ich nicht Alzheimer habe und vergessen habe wie Deutschland aussah als ich es verließ und weil ich nicht blind bin und sehe wie es jetzt aussieht.

Ich habe eine geradezu irrsinniges Verlangen meine Kreuze bei der AfD zu machen. Aus pragmatischen Gründen übersehe ich mal ihre leicht sozialistischen Komponenten.

Jetzt gerade!
ICH LIEBE DEUTSCHLAND!

I am what’s necessary

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I am what’s necessary – warum ich mit naiven Bücherwürmern keine Geduld mehr habe

von Antje Kues

Es dürfte um 2010 herum gewesen sein, auf irgendeiner der damals noch seltenen Veranstaltungen, bei denen sich das kleine libertäre Netzwerk im realen traf. Es führten damals zwei junge Männer ein Streitgespräch und zwar in der Form, dass sie sich gegenseitig mitteilten, was einer der großen liberalen oder libertären Gelehrten dazu meinte: „X hat gesagt…“ – „Ja richtig, aber Y meint…“ – „Das stimmt zwar, das sehe ich aber anders, weil Z hat ja auch gesagt…“
Dieses surreale Erlebnis war für mich ein früher Warnschuss, was in diesem Netzwerk möglich ist und wie wenig intuitiv und realitätsbezogen die freiheitliche Idee eigentlich gelebt wird.

Der zweite Warnschuss waren die wiederkehrenden Reaktionen auf mein Bekenntnis, dass ich für mein libertäres Weltbild kein einziges abhandelndes Buch gelesen hatte und ich stattdessen auf alles aus eigenem Beobachten, Analysieren und Schlussfolgern gekommen bin. Ich habe selbstverständlich Schlagworte und Memes auf mich wirken lassen und in meine Überlegungen einbezogen, doch meine Zusammenhänge habe ich mir immer selbst erdacht.

Was war ich damit doch für eine Provokation. „Man braucht aber schon ein wenig intellektuelle Substanz in Form von Büchern um sich in Diskussionen mit Etatisten behaupten zu können“ war das harmlosere, „Dann bist du völlig unzureichend libertär gebildet, lies erst mal ein paar Bücher, bevor du hier mitreden willst“, war durchaus üblicher.

Das war vor 7-10 Jahren. Damals war dieser Elfenbeinturm zwar schon aggressiv-arrogant zum eigentlich davonlaufen, aber wenigstens noch „belesen“. Und so verrückt das klingen mag, manchmal wünsche ich mir diese Art belesene, verschwurbelte Klugscheisser zurück, die zumindest ähnlich wie manch gläubige Muslime den Koran im libertären Falle alle Bücher von Baader bis Rothbard auswendig konnten. Denn wenn ich mir heute ansehe, was an geistig (und ich meine damit das eigene Hirn benutzen) substanzlosen Hipstern der Generation Selbstüberschätzung sich heute libertär nennt, dann fühle ich mich – um beim Beispiel Islam zu bleiben – an jene Horden Jungmuslime erinnert, die alkoholsaufend Frauen belästigen aber entscheiden wollen, was halal ist und was nicht.

Und für die European Junglibertären for wahre Leere (ESFL) und andere „Prinzipientreue“ ist nichts mehr halal. Und das wissen sie ganz sicher. Und weil sie das so sicher wissen, reicht für jedes Thema ein Griff ins Phrasenschwein und eine gehörige Portion Aggression, um ihren Standpunkt deutlich zu machen. Beobachten, Analysieren und Schlussfolgern haben sie nie gelernt, das eint sie mit den unkritischen Normalbürgern im sonstigen politischen Spektrum.

Und weil sie es nicht können, glauben sie tatsächlich, die politische Realität in Deutschland und Europa lässt sich mit zur Schau getragenem Idealismus zum Besseren ändern. Überraschung, das tut sie nicht. Es wird auch am 24. September keine gute Fee vorbeikommen und Ancaptopia herzaubern. Nach dem 24. September wird immer noch das gleiche Elendssystem bestehen, wie vor dem 24. September. Und auch nach dem 24. September wird die Freiheit in diesem Land kaum echte Anhänger haben. Überraschung.

Die libertäre Szene in Deutschland hat daran seit Jahrzehnten nichts geändert, sie hat die Alternativlosigkeitsentwicklung nicht aufhalten können, sie hat ihr noch nicht einmal geistig etwas entgegensetzen können. Zu sehr steckt sie fest im Elfenbeinturm. Wie sehr kann man da Amerika beneiden, wo Alt-Right- und Redneck-Libertäre stark genug sind, den Elfenbeinturm in seine Grenzen zu weisen und mit freiheitlichen Ideen tatsächlich den Durchschnittsamerikaner begeistern zu können. Jetzt, wo es auch hier an der Zeit wäre den Elfenbeinturm zu verlassen und zurück zu drängen, Prioritäten zu setzen, die ‚etatistische‘ Mehrheit im Land wahrzunehmen, ihre Sorgen zu erkennen und anzuerkennen, reale, pragmatische, populistische, sympathische libertäre Vorschläge zu machen und freiheitliche Antworten zu geben auf Fragen, Ängste und Sorgen von Lieschen Müller und Otto Normalbürger, da holt man sich lieber einen runter auf die eigene Prinzipientreue gegenüber libertären Theorie.

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Liebe Linkslibertäre, ihr marginalisiert euch selbst in eurer Arroganz, eurem elitären Getue, eurer Überheblichkeit und eurem Selbstmitleid. Eure Ideologisierung der libertären Ideen, eure Realitätsverweigerung gegenüber dem politischen Ist-Zustand in Merkelland wird dafür sorgen, dass wenn euer langersehnter Systemzusammenbruch irgendwann mal kommen sollte, die Freiheit definitiv nicht dabei herauskommen wird.
Freiheit und Pragmatismus sind eben kein Widerspruch, sie gehören zusammen. Ich bekämpfe die jeweils größte Bedrohung für die Freiheit, mit allen Mitteln und wenn mir keine effektiven Mittel mehr bleiben, dann nutze ich die, die das System mir lässt. Ich gebe nicht auf und sonne mich in Prinzipien, nur weil es zu viele Bedrohungen sind und mir die Verbündeten oder die Mittel für die Bekämpfung der größten Bedrohung nicht fein genug sind. Ich bin Egoist. Ich möchte ein angenehmes Leben, es soll dereinst nicht auf meinem Grab stehen „Aber sie ist den Prinzipien der wahren Lehre immer treu geblieben“.

Wenn man gestern am Abgrund stand, heute einen Schritt weiter ist und das verbliebene Seil, nach dem man greifen kann, AfD heißt, dann greift man es. Dann rauscht man nicht weiter in den Abgrund und freut sich darauf, das Spiel Schwerkraft nicht mitgespielt zu haben. Wohin die Reise geht, wie man zu Ancaptopia kommt oder ob man sich für seine Lebenszeit damit abfinden muss, es niemals zu erleben, das wird sich zeigen, wenn man wieder oben am Abgrund steht.

Stefan Molyneux sagte „Jemand fragte mich ob ich Anarchist oder Nationalist sei. Ich antwortete mit ‚Ich bin das, was notwendig ist‘.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Wenn die Schublade klemmt

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Es dürfte so etwa 12-13 Jahre her sein, als ich anfing meine Schublade zu hinterfragen. Vor 15 Jahren hatte ich zwar die Schule hinter mir gelassen aber nicht die feste Überzeugung, ich sei links, irgendwie. Mein Vater war Nachwende-Gründungsmitglied der SPD im Dorf und saß für die Genossen jahrelang im Gemeinderat, bekämpfte jedoch auch vehement die geplanten Windräder an der Ortsgrenze, ebenso wie die örtlichen Grünen für deren Ablehnung der Umgehungsstraße wegen irgendeiner seltenen Blume.

Ich mochte George W. Bush nicht und seine „Demokratisierungen“, ich hatte kein Problem mit Gras, auch wenn ich damals keines konsumierte und ich war natürlich für soziale Gerechtigkeit. Allerdings konnte ich damals schon mit der Liebe der Punk-Freunde in meiner Clique zum Krawall ebenso wenig anfangen, wie mit der aufkommenden Islam-Solidarität nach 9/11. Auch war ich damals schon leicht misanthrop und der Held meiner Kindheit war und blieb Kapitän Nemo, der technophile Einsiedler gegen alle Herrscher und Diktatoren.

Dann kam das Studium und ich traf auf postschulische Realitäten, die so gar nicht zu meiner selbstgewählten linken Schublade passen wollten. Es begann eine Zeit ohne Schublade, denn ich kannte einfach keine Bezeichnung, die für mich passen wollte. Irgendwann suchte ich dann gezielt nach Schnittmengen, überprüfte meine Ansichten, meine Beobachtungen, meine selbst gewonnen Überzeugungen und fand mich dann irgendwann bei den Liberalen wieder, allerdings nicht bei den normalen, sondern bei den „Freak-Liberalen“, den Libertären. Doch dort war es zu Anfang zeitweise ziemlich einsam, denn die meisten hatten einen anderen Weg zur Erkenntnis, einen über dicke Bücher. Auf den folgenden diversen Veranstaltungen lernte ich nicht nur, dass libertär selbst keine Schublade sondern eher eine Kommode ist und man da erst nochmal eine Schublade finden muss, in die man passt. Ich lernte außerdem, dass man angeblich zum finden der Schublade eben diese vielen dicken Bücher lesen muss (damals gab es all die hübschen Politischer-Kompass-Tests noch nicht). Die Bücher von Hayek, Mises, Friedman, Baader, Rothbard, Hoppe usw.

Ich erlebte damals schon Leute, die vollkommen ernst gemeint 2 Stunden lang ein Thema allein dadurch diskutierten, dass sie gegenseitig aus den diversen dicken Büchern zitierten und zwar ohne dabei einen einzigen selbst erdachten Satz von sich zu geben. Ich war in einem intellektuellen Elfenbeinturm gelandet und einem „Du musst“, „Du musst die alle lesen!“.

Doch da gibt es einen roten Faden, einen der sich durch sämtliche meiner Schubladen und Schubladenfindungen zieht, meine Allergie auf „Du musst“. Ich muss gar nix, schon immer, schon so lang ich denken kann und das wird auch immer so bleiben. Dementsprechend hab ich die ganzen klugen Herren alle nicht gelesen, bis heute übrigens.

Ich laß stattdessen Broder und Atlas Shrugged, Eugen Richter und die Achse des Guten. Ich überdachte Gelesenes mit Beobachtetem und selbst Erdachten, ich baute mir mein eigenes Weltbild, meine eigene Schublade.

Und ich begann mich zu vernetzen mit Leuten aus der gleichen Kommode, denn offiziell hatte ich ja keine Schublade. Es waren Leute, die ich nach Sympathie befreundete, nach gleichen Ansichten zu ausgewählten Themen, oder auch danach, dass sie eben keine reinen Bücherwürmer waren. Im Nachhinein mag es meinen „linken“ Wurzeln geschuldet sein, dass wohl nicht wenige darunter waren, die heute als Linkslibertär laufen. Doch es gab auch genug andere und sie alle führten wieder zu anderen und wieder zu anderen. Irgendwann auf irgendeiner Veranstaltung spielte ein Mitleidiger mit mir mal eine Art politischer Kompass-Quiz. Danach erfuhr ich, mit meinen Ansichten bin ich wohl ein Ancap. Ok, warum nicht. Ich hatte aufgehört eine offizielle Schublade zu vermissen, es war mir inzwischen gleich, wie sie hieß und ob ich eine hatte. Doch wenn nun einer fragte „wo ordnest Du Dich ein?“ konnte ich nun zumindest eine nennen.

Neben dem Netzwerk ging das Leben ebenfalls weiter, politisch wie privat. Die libertäre Übernahme der FDP scheiterte bekanntlich ebenso, wie aus Merkel keine Thatcher wurde und auch privat waren die Zeiten zuweilen mehr Prüfung als Ponyhof.

Die Realitäten änderten sich, die Prioritäten auch und mit ihnen passten sich auch einige meiner Überzeugungen an, auch wenn ich mir bei den großen, kontroversen Themen immer treu geblieben bin. Ich verteidige sie heute nur zu Weilen nicht mehr so verbissen.

Und während all dieser Zeit verschob sich nun unbewusst auch meine Bubble. Mit manchen Leuten wurde der Kontakt weniger, einige verschwanden aus meinem Netzwerk (manche gingen, manche wurden gegangen) und jede Menge neue Leute kamen hinzu.

Da ich mir ja längst meine eigene Schublade gebaut hatte, nahm ich gar nicht wahr, wie wohl einige meiner alten Kontakte in ihren Schubladen stecken geblieben sind. Und wie verstörend meine offen und unbeschwert gelebte Widersprüchlichkeit auf sie wohl zu wirken schien. Schon seit 2015 hatte ich den Kontakt mit Leuten reduziert, deren arrogante Naivität gegenüber den realen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ich als zu verstörend empfunden habe. Ich wäre jedoch nicht auf die Idee gekommen, sie zu belehren oder zu entfreunden.

„Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen der ignorierten Realität ignorieren.“

In den letzten Wochen ist mir nun aufgefallen, mit dem Zerwürfnis mit einer sehr alten libertären Pre-Facebook-Freundin, mit der Erkenntnis, wie etatistisch-liberalala so manch anderer Pre-Facebook-Freund geworden ist (oder schon immer war?), mit dem ich mich früher so gut verstanden habe und auch mit endlos langen Gesprächen mit einem der neueren Freunde, wie sehr ich mich wohl doch verändert habe. Ich bin gnädiger gegenüber denen, die ich schätze und respektiere und ungnädiger gegenüber denen, die in Realitätsverweigerung und Naivität stecken geblieben sind. Leben und leben lassen bei allen Nebensächlichkeiten, da bleibe ich aus Überzeugung widersprüchlich und unkonventionell. Aber im Gegensatz dazu habe ich meine Prioritäten absolut und klar gesetzt, bzw. die Realität hat sie gesetzt. Und zwar ohne Rücksicht auf irgendwelche Schubladen. Und wer damit ein Problem hat, wer es nicht schafft sich aus seiner klemmenden, selbstgewählten Schublade zu befreien, wenn sie mit der Realität kollidiert, der sei daran erinnert: „Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen der ignorierten Realität ignorieren.“

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Die Freiheitswelle bedankt sich bei der Autorin für diesen Text, der sicher Vielen aus dem Herzen spricht. Der Name der Autorin ist der Redaktion bekannt. Sie möchte nicht mit Namen genannt werden.

Der lange Marsch des Islam durch die Institutionen

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„In einer säkularisierten Gesellschaft, in der Religion Privatsache ist, können Gefühle nicht geschützt werden,“ schrieb Henryk M. Broder vor gut zehn Jahren im „Tagesspiegel“, „dann hätten auch Atheisten, Agnostiker und Ungläubige das garantierte Recht, sich immerzu beleidigt, gekränkt, verletzt zu fühlen: zum Beispiel wenn irgendwo Minderjährige gehängt, untreue Ehefrauen gesteinigt und Homosexuelle ausgepeitscht werden – alles im Namen des Allmächtigen, gepriesen werde sein Name!“

Wie wahr: An sich ist schon jede Religion als solche eine Beleidigung des gesunden Menschenverstandes. Nur merken das viele nicht, weil dieser Mangelware ist. „Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft“, hat Bertolt Brecht uns hinterlassen.

Besonders irre ist es, wenn der gesunde Menschenverstand völlig fehlt oder eine gänzlich andere Vorstellung von dem herrscht, was „gesund“ heißt. Nehmen wir nur mal diese Mohammed-Karikaturen. Da fühlten sich angeblich weltweit 1,3 Milliarden Muslime beleidigt. Kann man sich das vorstellen! Dänemark hatte am 1. Januar 2006 5.427.459 Einwohner. Außer denen spricht wohl niemand dänisch. Schon gar nicht die 29.417.599 Muslime in Saudi-Arabien und die 68.017.860 im Iran, von denen ein großer Prozentsatz Analphabeten ist und bis dato vermutlich nicht einmal Kenntnis von der Existenz eines Staats namens Dänemark hatte. Zwar wissen wir aufgeklärten Europäer seit Shakespeares Hamlet, dass etwas faul ist im Staate Dänemark (Something is rotten in the state of Denmark), aber wir wussten bisher nicht, was. Jetzt wissen wir’s. Dass 0,08 Prozent der Weltbevölkerung 20 Prozent derselben derart in Rage bringen können, ist und bleibt erstaunlich. Allahu akbar, nicht kleinkariert. Das ist schon richtig. Aber Allah hat sich ja auch nicht aufgeregt, sondern die Muslime.

Muslime haben ständig was zu jammern

Ey, Alter, das ist lange her, ruft jemand dazwischen, der aufgepasst hat. Stimmt. Oder auch nicht. Muslime haben ständig was zu jammern, beklagen sich andauernd über angebliche Diskriminierung und „Islamophobie“, sehen sich überall in der Opferrolle. Wie Lamya Kaddor in diesen Tagen, die Henryk M. Broder mitverantwortlich für Morddrohungen im Netz macht, die ihr derart zugesetzt hätten, dass sie um ihre Beurlaubung vom Schuldienst gebeten hat. In denselben Topf wirft sie auch Ralph Giordano, der bis zu seinem natürlichen Tod am 10. Dezember 2014 weit über 1.000 Morddrohungen erhalten hat. Und auch der unter Polizeischutz stehende Muslim Hamed Abdel-Samed trägt, laut Kaddor, eine Mitschuld an der islamkritischen „Stimmungsmache“, die das Leben für Muslime in Deutschland schwer, teilweise sogar unerträglich mache. Außer Henryk M. Broder auf der Achse hat auch Gerd Buurmann in einem offenen Brief dazu das Nötige gesagt, siehe auch hier, so dass ich mir weitere Ausführungen ersparen kann.

Ich bin nicht gläubig, aber das weiß kaum jemand, vor allem kein Muslim. Ich bin getauft und christlich erzogen und in den Augen der übrigen Welt deshalb Christ. Mich persönlich stört es zwar nicht, dass Muslime mich und meinesgleichen ständig als Ungläubige bezeichnen; denn ich bin es ja tatsächlich. Aber eine Frechheit ist es natürlich trotzdem. Dabei können wir noch froh sein, dass sie uns nicht als Söhne von Affen und Schweinen beschimpfen, was für jeden Muslim eine gängige Bezeichnung für Juden ist. Dafür muss ich aber mit anhören, dass die deutschen Mädchen und Frauen Huren seien, nur weil sie sich nicht verhüllen, sondern bauchfrei und im Minirock rumlaufen und nicht unberührt in die Ehe gehen. Und wenn man sieht, wie viele Muslime ihre eigenen Frauen behandeln, hält es einen kaum im Sessel. Bei uns bauen sie Moscheen (davon allein 51 mit dem Namen Fatih-Moschee, Eroberer-Moschee, nach Sultan Mehmet II, dem Eroberer des christlichen Konstantinopel am 29. Mai 1453), predigen Hass und Tod den Ungläubigen und führen bei jeder Gelegenheit die Menschenrechte ins Feld (nur die eigenen natürlich).

Wenn ich aber nach Saudi-Arabien einreisen wollte, dürfte ich noch nicht einmal eine Bibel im Handgepäck mitführen. Und der seinerzeitige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, durfte dort mitnichten seinen Wunsch verwirklichen, einen Gottesdienst zu halten, geschweige denn eine christliche Kirche zu bauen. So sieht die oft beschworene Toleranz der „Religion des Friedens“ aus. Man stelle sich einmal vor, wir würden eine Kirche in irgendeinem islamischen Land „Gottfried-von-Bouillon-Kirche“ nennen oder saudischen Muslimen das Mitbringen des Korans verbieten. Nicht auszudenken. Da würde Aiman Mazyek vor Wut und Empörung wahrscheinlich ein Stück aus seinem Gebetsteppich herausbeißen und sich anschließend von der Kanzlerin und dem Bundespräsidenten vor dem Brandenburger Tor zum Trost umarmen lassen. Und Claudia Roth und Katrin Göring-Eckardt würden anschließend zum x-ten Mal die Wiederkehr einer längst überwunden geglaubten Vergangenheit beschwören.

„Keine Lehren aus der Geschichte“

Vor rund zehn Jahren schrieb ich: „Mehrmals stand ‚der Islam‘ schon vor den Toren Europas und versuchte mit militärischen Mitteln, sich Zutritt zu verschafften. Jedes Mal wurde er zurückgeschlagen (wobei die Araber ‚al-Andalus‘, also die iberische Halbinsel, erst 1492 nach fast 800 Jahren verließen): Einmal 732 bei Tours und Poitiers durch Karl Martell, ein anderes Mal 1529, als Süleyman der Prächtige die Belagerung von Wien (wegen ausgebrochener Seuchen) abbrechen musste, und ein weiteres Mal 1683 wiederum vor Wien durch Ernst Rüdiger Graf von Starhemberg mit Unterstützung des ‚Christlichen Bündnisses‘, nachdem die Osmanen rund 100 Jahre zuvor in der Seeschlacht von Lepanto (1571) den Mythos der Unbesiegbarkeit gegen die „Heilige Liga“ eingebüßt hatten (Historiker mögen mir diese grob vereinfachte Darstellung nachsehen).

Richard Reifenscheid bewertet das so: „Das größte Verdienst der Habsburger … war es, das christliche Abendland vor der Überflutung durch den Islam und damit vor der Gewalt des Osmanischen Reiches bewahrt zu haben. … Die weltgeschichtliche Bedeutung dieses Vorgangs vermag vielleicht erst unsere Zeit richtig zu erkennen, nachdem vieles von diesem Erbe in unserem Jahrhundert verspielt wurde.“ Doch wie sagte schon der arabische Schriftsteller und Historiker Mas’udi (gestorben 956 oder 957): ‚Aus der Geschichte können wir lernen, dass noch nie aus der Geschichte gelernt wurde.“

Denn eine weitere Offensive erleben wir gegenwärtig. Aber dieses Mal sind die Muslime klüger: Sie verzichten auf Waffen und versuchen es mit Hilfe des „langen Marsches durch die Institutionen“. So hat z.B. Mehmet Sabri Erbakan, der Vorsitzende von Milli Görüs, am 15. April 2001 erklärt: ‚Die Europäer glauben, dass die Muslime nur zum Geldverdienen nach Europa gekommen sind. Aber Allah hat einen anderen Plan.“ („Muslim-Test“ Seite 160 folgende)

Diese Einschätzung hat sich seither mehr und mehr als zutreffend erwiesen. Doch nach wie vor stoßen Menschen, die vor der Islamisierung Deutschlands und Europas warnen, bei Angela Merkel and friends auf taube Ohren, und werden mit Antworten abgespeist, die geradezu lächerlich wirken, auch wenn ein Blatt wie „Focus“ sie „großartig“ findet (siehe auch hier). Jetzt hat auch der Muslim Bassam Tibi in der Basler Zeitung seine Sorge um „Die verdeckte Islamisierung Europas“ zum Ausdruck gebracht . Mal sehen, ob und wie die Kanzlerin darauf reagiert. Irgendjemand sollte sie mal an diesen Satz von Jean-Paul Sartre erinnern: „Wenn ihr eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen, werdet ihr sie brauchen, um zu weinen.“

Geistig noch immer im Mittelalter

Also, um es klar zu sagen: Ich fühle mich ständig durch die Borniertheit und Verbissenheit muslimischer Fundamentalisten und Fanatiker beleidigt und trage mich ernst­haft mit dem Gedanken, dem nächsten, der mir blöd kommt, zu sagen, dass er  … Doch was soll’s? Im Grunde können einem die armen Kerle (bald hätte ich Schweine gesagt! Ausgerechnet.), die geistig noch immer im Mittelalter verweilen, leidtun; von den Frauen ganz zu schweigen.

Deshalb würge ich meinen Ärger runter und denke an einen weisen Spruch meiner Mutter: Erwarte nicht von einem Ochsen, dass er dir Milch gibt (oder von einem Hahn, dass er Eier legt).

Eine kleine Gemeinheit habe ich mir aber kürzlich doch gegönnt: Ich habe eine meiner Koran-Ausgaben an einer beliebigen Stelle aufgeschlagen (Istikhara nennt man das, fromme Muslime machen das – jedenfalls laut Nahed Selim –, wenn sie der Zweifel gepackt hat und sie sich nicht entscheiden können) und einen auf Einstein gemacht. Das fand ich besonders pikant, zumal Einstein Jude war. Und als ich näher hinschaute, hatten einige Spritzer meines Speichels – völlig unbeabsichtigt natürlich – Sure 15, 21 getroffen: „Und es gibt kein Ding, von dem Wir nicht Schätze hätten; aber Wir senden es nur nach bestimmtem Maß hinab.“ Dabei kann es sich nur um den gesunden Menschenverstand gehandelt haben. Zwar hat Ludwig Wittgenstein richtig erkannt: „Seltsamer Zufall: Bei allen Menschen, denen man nach dem Tode den Schädel geöffnet hat, hat man ein Hirn gefunden.“ Aber das ist eben nur die Form. Auf den Inhalt kommt es an.

Rainer Grell

Der Artikel erschien zuerst auf der Seite achgut.com