Literatur

Die „vergessene“ Psychologie

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Sagt nicht: „Ich habe die Wahrheit gefunden“, 
sondern lieber: „Ich habe eine Wahrheit gefunden.“

Sagt nicht: „Ich habe den Pfad der Seele gefunden.“
Sagt lieber: „Ich habe die Seele auf dem Pfad wandelnd getroffen.“
Denn die Seele wandelt auf allen Pfaden.

Die Seele wandelt nicht auf einer Linie, noch wächst sie wie ein Schilfrohr.
Die Seele entfaltet sich wie eine Lotusblume mit zahllosen Blättern.

Khalil Gibran

c-g-jung

C.G. Jung und Synchronizität

Vorwort

Noch immer ist die Landschaft der Begleitung von Menschen hauptsächlich geprägt von den in unserer Gesellschaft allgemein anerkannten Sichtweisen der Psychologie, die auf die Person Sigmund Freunds zurückgehen. Nur in gesellschaftlichen Randbereichen und in weniger etablierten Methoden der Begleitung von Menschen, spiegelt sich die Sichtweise einer anderen Person wieder, die neben dem „Begründer“ der westlichen Psychologie ein Schattendasein zu führen scheint. Zumindest in Deutschland geschieht es immer wieder, dass wir auf Menschen treffen, vielleicht sogar auf Menschen, die meinen, sich im Bereich der Psychologie auszukennen, denen die Person C.G. Jungs fast gänzlich unbekannt ist.

Das liegt zum Teil sicherlich daran, dass in der akademischen Psychologie C.G. Jung und seine Forschung wenig zur Sprache kommen. Aber warum dies so ist, ist erst einmal unklar. Einige kennen vielleicht noch seinen Namen, aber wer genau war C.G. Jung und was war oder ist das Besondere seiner Arbeit?

Ich möchte im Folgenden die Person C.G. Jung vorstellen, seine Forschung und seine Sicht der Dinge ein wenig erläutern und vielleicht gelingt es mir sogar, verständlich zu machen, warum dieser Mensch in der damaligen Gesellschaft so viel weniger Anerkennung finden konnte als Sigmund Freud. Auch heute noch fällt es vielen Menschen auf Grund der gesellschaftlichen Prägung schwer, sich dieser gänzlich anderen Sichtweise C.G. Jungs vorbehaltlos zu nähern, da wir „Neuem“ grundsätzlich erst einmal sehr skeptisch gegenüberzustehen scheinen.

Wer war C.G. Jung?

C.G. Jung wurde 1875 im Schweizer Dorf Kesswill geboren. C.G. Jung und Sigmund Freud trafen sich zum ersten Mal im Jahre 1907. Schon zu der Zeit hatte C.G. Jung auf dem Gebiet der Psychologie Bedeutendes geleistet. Was zu der Zeit niemand ahnen konnte: dieses Treffen sollte vieles in Bewegung bringen und Dinge nachhaltig beeinflussen und verändern. Spannend ist, dass C.G. Jung schon damals, als er Freud zum ersten Mal traf, von einem „religiösen“ Zusammentreffen sprach und auch Sigmund Freud schien dieses Treffen in einem anderen Aspekt mehr als gelegen zu kommen.

Freud schrieb damals in einem Brief an C.G. Jung: „Ich hätte mir niemanden besseren wünschen können als dich, um meine Arbeit fortzusetzen“. Diese Aussage spiegelt meines Erachtens nach auch gleich die Essenz dieser Beziehung wider, die sich in den folgenden Jahren immer wieder zeigen sollte und dann schließlich zum offenen Konflikt zwischen Jung und Freud führte. Freud sah in C.G. Jung einen Nachfolger und nicht einen Kollegen. Er hatte die Vorstellung das C.G. Jung seiner Annahme der Psychologie der Menschen folgen würde und nichts Eigenes dazu hätte beitragen können. Doch zunächst vertiefte sich die Beziehung der beiden schnell, und schon im Jahre 1908 empfahl Sigmund Freud auf dem ersten Kongress der Psychoanalytischen Vereinigung C.G. Jung zum Präsidenten dieser Institution zu wählen.

Trotz dieser ersten scheinbar sehr intensiven und intimen Zeit ihrer Beziehung, zeigte sich schnell und immer wieder die grundlegend andere Herangehensweise der beiden in der Arbeit mit Menschen. Während Freud die Meinung vertrat, dass unser unbewusstes Leben von Trieben, Instinkten und Verdrängung beherrscht wird, so betrachtete Jung das Unbewusste als eine Art schöpferische Dimension.

Schon im Jahre 1909, also gerade mal zwei Jahre nach ihrem ersten Zusammentreffen, gab es starke Spannungen innerhalb ihrer Beziehung und Freud begann Jung wegen seines Interesses an Spiritualität zu rügen. Einmal während eines Gespräches, in dem wieder eine solche Bemerkung fiel, verspürte Jung ein glühend heißes Empfinden in seinem Zwerchfell und im selben Moment fiel ein Buch aus einem Regal. C.G. Jung bezeichnete dies als in Zusammenhang mit diesem Gespräch stehend, was Freud mit der Bemerkung: „…völliger Quatsch“ abtat.

Im Jahre 1912, mittlerweile hatte sich C.G. Jung wieder auf seine eigene Forschung konzentriert, gab es eine Begebenheit, in der C.G. Jung Freud in einem Brief auf sein „ignorantes Verhalten“ ansprach und in der Folge als Präsident der psychoanalytischen Vereinigung zurücktrat. Diese Handlung wurde von Freud begrüßt, mit der Bemerkung: „… so sind wir ihn denn endlich los, diesen heiligen Jung und seine Nachbeter“.

Epiphanie

Nach der Trennung von Freud entwickelte C.G. Jung seine eigene Sichtweise der Psychologie sehr viel ungehinderter und freier weiter. Er stürzte sich richtiggehend in seine Arbeit und drang immer tiefer in die verborgenen Bereiche seines oder eigentlich präziser Ausgedrückt: des Geistes ein. C.G. Jung begann hier nämlich einen Bereich seines Geistes zu entdecken, den er später das „kollektive Unbewusste“ nannte. Er entdeckte, dass dieser Bereich der ganzen Menschheit eigen ist und fand dies beschrieben, in einer Vielzahl von Berichten, Erzählungen und Überlieferungen aus aller Welt, wie auch in Symbolen ausgedrückt, die überall in der Welt und in allen Zeitepochen zu finden sind.

Im Jahre 1916 ereignete sich dann das, was einige als den „Zusammenbruch“ von C.G. Jung interpretierten. Schon vorher sprach Jung von „Wesenheiten“ und „Geistern“, zu denen er Kontakt hatte. Dieser Kontakt intensivierte sich nun dermaßen, dass er über Tage das Haus nicht verließ und das erlebte, was er später in einem seiner Werke mit dem Namen: „Sieben Reden an die Toten“ niederschrieb. Er „empfing“, wie er später schrieb, binnen dreier Nächte eine vollständige Kosmologie des Universums. Er beschrieb, dass der menschliche Geist weit über das persönliche Unbewusste hinaus ergründet werden kann, er sprach von einer reichen Ordnung, von symmetrischen Mustern und sprach davon, dass man darüber hinaus zu einem gemeinsamen Grund kommen kann, auf dem Materie und Geist entstehen…

Vielleicht haben wir als „neuzeitliche Menschen“ das Gefühl, als wenn dies gar nicht so etwas Besonderes sei. Entweder wir sehen die Dinge abgeklärt rational und sagen: okay, warum nicht, jeder hat mal einen „Ausklinker“… oder aber, wenn wir ein wenig „esoterisch angehaucht“ sind, sagen wir: dieser Mensch hatte so etwas wie ein Erleuchtungserlebnis, wie es in anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in Asien, Gang und Gebe ist. Tatsache ist, dass die meisten Menschen, damals und vielleicht auch heute noch, geneigt sind, dieses Verhalten als „verrückt“ abzutun. Aber was heißt das? Die Welt die C.G. Jung beschrieb, war nicht verrückt, sondern höchst geordnet, mit tiefen Einsichten und Entdeckungen, die die Grundlage all seiner späteren Arbeit bilden sollte. Sein Erlebnis war eine Epiphanie, eine Erscheinung. Seine Erkenntnisse waren voller Analogien zu anderen Berichten von Menschen in anderen Teilen der Welt und zu anderen Zeiten. Aber die Welt, die er beschrieb, war eine Andere als die der „normalen“ westlichen Menschen zu der Zeit. Sie trug einen Sinn in sich und band den Menschen ein, in ein größeres Gesamtgefüge. Und seine Erlebnisse, Erfahrungen und Schilderungen drohten das damalige etablierte gesellschaftliche Denken zu revolutionieren.

Wir Menschen neigen dazu, Dinge, die neu in unsere Wahrnehmung treten, zu ignorieren und wenn uns dies nicht gelingt, sie mit herkömmlichen Mitteln zu interpretieren bzw. zu rationalisieren. Nehmen wir zum Beispiel an, dass unsere Welt nur aus drei Farben besteht, aus Rot, Gelb und Blau. Sagen wir nun, wir begegnen der Farbe Grün… So sind wir zuerst geneigt, wenn jemand mit einem grünen Pullover an uns vorübergeht, zu denken: War das Grün? Nein, das war kein grün! Oder doch? Nein, nein, ich habe mich getäuscht, das war kein grün, das kann kein grün gewesen sein…

Stell dir vor, zum nächsten Weihnachtsfest, wenn alle Menschen, alle Verwandten beieinander sitzen, die Eltern, vielleicht die Schwiegereltern, die Onkel und Tanten… und plötzlich fragt einer: Wie ist das eigentlich so, mit eurem Sex…? Die Wahrscheinlichkeit ist sehr groß, dass das Gespräch so weitergeht, als wäre nichts geschehen. Dass alle so tun, als wäre nichts gewesen. War da eine Frage? Nein, da war keine Frage! Oder doch? Nein, nein, da war keine Frage…

Falls jetzt „grün“ nicht aufhört uns zu „belästigen“, dann fangen wir an zu rationalisieren und zu interpretieren… „Das ist so, weil…“, „kein Wunder, bei den Eltern…“, oder: „damals, als ich noch jung war, da hatte ich auch solche Gedanken…“

Ich denke, das genügt, um einen kleinen Geschmack dieses Mechanismus der Verdrängung zu vermitteln.

Die Versprechen der Wissenschaft

Das, worauf ich jetzt zu sprechen kommen möchte, ist der Bereich der Analogien und Symmetrien der Jungschen Psychologie. Und insbesondere das, was C.G. Jung später „Synchronizität“ genannt hat. Als Synchronizität bezeichnete Jung: „Akausale durch einen Sinn verbundene Zustände“. Zuerst: was bedeutet „akausal“? Einfach ausgedrückt bedeutet Akausal so viel wie nicht-kausal. Der Begriff „kausal“ bzw. Kausalität ist ein Begriff des mechanistischen Weltbildes (oder des sog. Newtonschen Weltbildes) und bedeutet: Kette von Ursache und Wirkung. Das heißt, dass in jedem Geschehen ein nachweisbarer materieller Grund zu finden ist. Seit der Entdeckung der universellen Gravitation von Newton trat die Wissenschaft einen Siegeszug sondergleichen an. An Stelle der bis zu dem Zeitpunkt auch bei uns im Westen vorherrschenden gesellschaftlichen Meinung, der geheimnisvollen Beziehungen und Verbindungen zwischen dem Menschen und äußeren Geschehnissen, trat jetzt die Vorstellung von einer Kraft, die exakt gemessen werden konnte. Diese Entdeckung führte zu allen weiteren Entwicklungen der Wissenschaft, zu den Entdeckungen der Anatomie, zum Verständnis des Blutkreislaufes, zu all den Entwicklungen der Medizin… man kann sagen: dies brachte uns sogar schließlich zum Mond (wenn denn tatsächlich jemals jemand dort oben war…)

Doch in dieser „wissenschaftlichen“ Welt war kein Platz mehr für Sinn oder für „inneres Leben“, für Spiritualität und Verbundenheit. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Newtonsche Mechanik Grundlage jeder anderen Wissenschaft geworden. Selbst die menschliche Natur konnte offenbar mit dem Wirken von Instinkten und Verdrängung, mit Energieströmen und elektrochemischen Reaktionen erklärt werden. Träume und Nahtod-Erlebnisse, Erscheinungen und selbst spirituelle Erfahrungen waren plötzlich nichts anderes mehr, als ein Zucken in irgendwelchen Nervenbahnen. Vor dieser Zeit war der Mensch verbunden mit den Geschehnissen in der Natur. Der Flug eines Vogels hatte eine Bedeutung. Oder die Begegnung mit Naturerscheinungen, wie einem Wirbelsturm, oder das Auftauchen von Tierschwärmen, die Wanderung der Wale… all dies war Teil einer Beziehung, war Botschaft und Hinweis, war die Sprache der Natur zu uns Menschen, als eingebundener Teil einer größeren Ganzheit. Doch all dies war jetzt vergessen und die Wissenschaft propagierte, alles beherrschen und kontrollieren zu können und versprach, die Lösung des letzten Rätsels stünde unmittelbar bevor. Das letzte Rätsel, die Frage nach dem was Leben ist, schien fast gelöst, und es sah so aus, als wenn es nur noch eine Frage der Zeit wäre, bis auch die Lösung dieses letzten Geheimnisses von den Wissenschaftlern der Natur abgerungen werden würde. Der Tod schien fast besiegt… die Wissenschaftler versprachen, dass sie alle Krankheiten werden eliminieren können… irgendwann… und ewiges Leben stand unmittelbar bevor…

Und hinein in diese Zeit kamen nun solche Menschen wie C.G. Jung und andere und sprachen von Akausalität, von durch Sinn verbundenen Geschehnissen.

„Grün“ war auf einmal da und störte ganz gewaltig!

Freundschaft

C.G. Jung war gut befreundet mit Wolfgang Pauli, einem Physiker, der im Jahre 1900 in Wien geboren wurde. Auch Pauli beschäftigte sich mit der Koinzidenz zweier oder mehrerer kausal nicht verknüpfter Ereignisse und beschrieb in seinen Arbeiten einen Sinnzusammenhang in Geschehnissen. Gesellschaftlich gesehen war Pauli zu der Zeit in gewissen Kreisen ebenso unbeliebt wie C.G. Jung und es wurden Geschichten erzählt von Pauli, die von Zusammenhängen berichteten, von seiner Gegenwart und damit in Zusammenhang stehenden „unerklärlichen“ Geschehnissen in den Laboren der Wissenschaftler. Es war die Rede von platzenden Reagenzgläsern und defekten Messgeräten wenn er hereinkam. Zu der Zeit war der so genannte „Pauli-Effekt“ in aller Munde und überall in den etablierten Wissenschaftskreisen wurde darüber gespöttelt. Es dauerte dann noch eine Weile, bis Wolfgang Pauli und ein weiterer Freund von ihm, Werner Heisenberg, zusammen mit anderen namhaften Wissenschaftlern, wie Albert Einstein und Erwin Schrödinger mit ihren Forschungen und Erkenntnissen, die Wissenschaft vollständig auf den Kopf stellen sollten.

Die Beziehung von Wolfgang Pauli und C.G. Jung begann, als Pauli wegen schlecht vorbereiteter Vorlesungen als Professor an der Universität für theoretische Physik in Zürich zunehmend in Schwierigkeiten geriet. Er war immer schon für seine zwar intelligente, aber beißende Kritik bekannt und hatte von daher auch wenig Einbindung in das gesellschaftliche Geschehen. Als Neunundzwanzig-jähriger heiratete er eine im Kabarett auftretende Gelegenheitssängerin, die ihn einige Wochen später wieder verließ. Zu der Zeit war er bereits ein starker Trinker und wurde sogar wegen einer Schlägerei aus einer Bar geworfen. All dies brachte sein Leben derart in Unordnung, dass er schließlich zu C.G. Jung in die Praxis ging. Für Pauli hatte dies den Effekt, dass er über die kommende Zeit sein Leben allmählich wieder auf die Reihe bekam und sich weiter mit Symmetrien und Harmonien beschäftigte, und für C.G. Jung war dies eine Möglichkeit, um gemeinsam mit seinem neuen Kollegen auch auf physikalisch wissenschaftlicher Ebene seine Forschungen weiter zu betreiben. Zeit ihres Lebens, bis zum Tode Paulis im Jahre 1958, waren beide freundschaftlich miteinander verbunden und eröffneten einen Dialog zwischen der Physik und der Psychologie, der im Späteren von Arnold Mindell, dem Begründer der Prozessarbeit, dann aufgegriffen und weiter fortgeführt werden sollte.

Synchronizität

Was sind denn nun Synchronizitäten? Was bedeutet dies nun, anzuerkennen, dass es Geschehnisse gibt, die nicht kausal, sondern durch einen Sinn miteinander verbunden sind?

Von C.G. Jung gibt es viele Berichte über Synchronizitäten. Eine der bekanntesten Begebenheiten ist wohl die Geschichte mit dem Skarabäuskäfer. Jung hatte schon einige Zeit mit einer Patientin gearbeitet, die er als recht verschlossen und schwierig beschrieb, als eines Tages diese Patientin ihm während einer Sitzung einen Traum schilderte, den sie letzte Nacht gehabt hatte, in dem ein goldener Skarabäuskäfer vorkam. Während sie darüber sprachen und die Patientin ihren Traum schilderte, hörten beide ein Geräusch am Fenster. Jung stand auf um nachzuschauen und fand auf der Fensterbank einen goldenen Skarabäuskäfer, den er in die Hand nahm und der Patientin zeigte, mit den Worten, dass dies vielleicht der Käfer aus dem Traum sei…

Die folgende Entwicklung in der Behandlung der Frau beschrieb Jung als bemerkenswert. Die anschließende Besserung der Patientin und auch ihre zunehmende Öffnung und Teilnahme am Leben führte Jung darauf zurück, dass diese Frau sich auf einmal wieder als ein eingebundener Teil eines größeren Gesamtgeschehens empfinden konnte. Das Umgebende sprach zu ihr. Das Leben hatte wieder einen Sinn und alle darin enthaltenen Geschehnisse standen in einem Bezug, in einem Sinnzusammenhang zu ihr.

C.G. Jung nahm an, dass es die „Wiederentdeckung des Sinns“ war, was diese bemerkenswerte Veränderung bewirkte. Der Mensch erfährt sich als eingebundener Teil eines größeren Gesamtgeschehens und findet zu einem Sinn innerhalb seines Lebens und seines Erlebens und dies führt zu bemerkenswerten Veränderungen seiner Körperlichkeit und seiner Psyche.

Serialität

Die Beobachtung von unerklärlichen Zusammenhängen in der Natur reichen schon viel weiter zurück. Einer der ersten, die sich mit diesen Vorfällen wissenschaftlich beschäftigte, war ein Biologe namens Kammerer. Schon um die Jahrhundertwende beobachtete der Österreicher „Gleichzeitigkeiten“ und Ereignisbündelungen, ein Phänomen, welches er „Serialität“ nannte. Geschehnisse und Ereignisketten, die über eine Zeit auftreten und in denen gewisse Muster erkennbar sind, die sich wiederholen und in „Bündeln“ auftreten. Wir alle kennen solche Situationen, wenn sich ein bestimmter Name zum Beispiel immer wiederholt. Wir hören ihn in einem Gespräch und später sitzen wir im Bus und lesen diesen Namen innerhalb eines Textes auf einer Reklametafel. Abends vor dem Fernseher hören wir ihn vielleicht noch in den Nachrichten und in der nächsten Woche bekommen wir einen Anruf von einem alten Schulfreund, der eben genau diesen Namen trägt. Oder das klassische Beispiel der werdenden Mutter, die vielleicht noch gar nicht um ihre Schwangerschaft weiß und auf einmal überall Kinderwagen sieht. (Das ganze gibt es analog auch bei den Männern, wenn es sich um den Kauf eines Autos, um eben genau diese Automarke dreht, die dann auf einmal überall herumfährt…)

Was die Unterscheidung ausmacht, zwischen der Serialität, die Kammerer beobachtete und der Synchronizität C.G. Jungs, ist der Sinnzusammenhang, mit denen diese Ereignisse in Zusammenhang zum Erlebenden stehen. Dem Menschen geschehen diese Ereignisse aus einem bestimmten Grund, ohne dass kausal, also allgemeingültig nachvollziehbar, ein Beweggrund dafür vorhanden wäre. Der Sinnzusammenhang erschließt sich immer nur dieser Person. Wir alle kennen auch solche Ereignisse und wissen im Allgemeinen sehr genau, warum genau dies uns zugestoßen ist, wenn vielleicht auch nicht immer unmittelbar oder auf völlig bewusster Ebene.

Hierin, in all diesen Beschreibungen, zeigte sich erstmals wieder für die westliche wissenschaftliche Welt die integrative Tendenz des Universums. Es zeigte sich verbindend und umfassend. Das Universum zeigte sich zielgerichtet oder, wie es auch bezeichnet wird, organizitär in seiner Entwicklung. Es zeigte sich auch partizipatorisch, also anteilnehmend und es wurde deutlich, dass das Geschehen in der Welt auf tiefster beobachtbarer Ebene intelligent ist und einen Sinn verfolgt, auch wenn der Sinn sich nicht für alle Menschen gleichermaßen erschließt.

Und dies revolutionierte das gesellschaftlich vorherrschende Weltbild. Genau genommen bis in die heutige Zeit hinein. Obwohl die Beobachtungen und Forschungen dieser Menschen schon über hundert Jahre zurückliegen und in der Zeit bis heute, in anderen Bereichen der Wissenschaft, weitere das mechanistische Denken noch viel stärker erschütternde Erkenntnisse gewonnen wurden, zeigt sich bislang wenig davon gelebt in der Gesellschaft. Die Menschen kranken weiter an dem Empfinden der Sinnlosigkeit und es scheint, als wenn die Macht des mechanistischen Denkens sie weiterhin gefangen halten wollte.

Noch niemals zuvor in der Geschichte unserer Welt gab es eine Gesellschaft, die so absolut auf den Prinzipen des mechanistischen Denkens aufgebaut war und deren gesellschaftliches Funktionieren bis in die kleinsten Verästelungen damit verknüpft ist. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Menschen, auch innerhalb der westlichen Gesellschaft, die wieder zurückfinden, zurückbinden (lat. religio) und sich als Teil eines größeren Gesamtgeschehens erfahren und ihre Handlungen darauf abstimmen. Nur sehen sich diese Menschen nach wie vor, ähnlich wie Kammerer, C.G. Jung und Pauli, konfrontiert mit all der Ablehnung und all der Ignoranz, mit der Menschen auf „weltbilderneuernde“ und erweiternde Geschehnisse und Erkenntnisse reagieren.

Vorväter der Nachkommen

Montagepunkt

Der Begriff„Konsensusrealität“ entstammt der Prozessarbeit von Arnold Mindell. Angelehnt ist dieser Begriff an das Wort „Montagepunkt“, ein Begriff´, der in der schamanischen Terminologie Carlos Castanedas Verwendung findet. Der Begriff Konsensusrealität bezeichnet den Teil der Wirklichkeit, über den es innerhalb der Gesellschaft so etwas wie einen Konsens, eine Übereinkunft gibt. Es ist eine geteilte Wirklichkeit. Bereiche innerhalb der Konsensusrealität sind etabliert und anerkannt, man „geht davon aus“ und über vieles macht man sich kaum noch Gedanken. Es ist wie ein großer Bühnenscheinwerfer, der einen Teil der Bühne eines Theaters beleuchtet, der für „die Realität“ gehalten wird. Alles andere, welches von diesem Scheinwerfer nicht erfasst wird, ist nicht existent (ist „grün“) und wird mit den Mechanismen belegt, von denen wir Eingangs sprachen (Ignoranz oder Interpretation). Konsensusrealität bezeichnet also einen Teil der Wirklichkeit und durch diese Übereinkunft wirkt dieser Ausschnitt, als sei es die Wirklichkeit. Der Begriff des Montagepunktes geht aber noch einen Schritt weiter. Er benennt eine allgemein menschliche Ebene der Wahrnehmung über gesellschaftliche Grenzen und selbst über kulturelle Grenzen hinaus, die für die Abbildung und Wahrnehmung dessen, was wir als Realität empfinden, verantwortlich ist. Eine allgemein menschliche Übereinkunft, eine Ausrichtung der menschlichen Wahrnehmung, die dazu führt, dass wir die Dinge so wahrnehmen, wie wir sie wahrnehmen. Aus einer (unendlichen) Vielzahl von Wahrnehmungsmöglichkeiten greifen wir als Mensch sozusagen ein Bündel heraus und generieren daraus unsere „Wirklichkeit“.

In den schamanischen Lehren ist der Montagepunkt aber nicht nur für die Wahrnehmung dieses Teils der Wirklichkeit zuständig, sondern sorgt auch für all die physischen „Gesetzmäßigkeiten“ mit der sich dieser Teil der Wirklichkeit in uns, und in Abhängigkeit davon um uns herum, abbildet. So ist für die Schamanen auch die Gravitation oder unsere Körperlichkeit und all die anderen von uns als so fest und unabdingbar real empfundenen Bereiche unsere Welt nur ein Teil der wirklichen Wirklichkeit. Die Welt aus diesem Blickwinkel gesehen ist unendlich viel mehr als unser physischer und psychischer „Abbildungs-Apparat“ uns jemals wird zeigen können. Spannend ist, dass auch in der Wissenschaft mittlerweile davon ausgegangen wird, dass diese Welt, dieses Universum nur eines von vielen, von unendlich vielen parallelen Universen ist, die nicht alle zwingend auf denselben physikalischen Grundgesetzen basieren müssen. Das heißt, es scheint andere „Wirklichkeiten“ zu geben, die völlig anders aufgebaut sein können, mit anderen „Naturgesetzen“, die den unseren vielleicht sogar konträr gegenüberstehen können. Die Schamanen unterscheiden jedenfalls zwischen verschiedenen Möglichkeiten, den Montagepunkt für die Wahrnehmung der jeweiligen Wirklichkeiten zu verschieben: von der „leichten Verschiebung“, die zur Wahrnehmung anderer Wirklichkeitselemente führt, bis hin zu „starker Verschiebung“, welches bis zum Verlust der menschlichen Form führen kann und den Menschen auf gänzlich andere Wahrnehmungsebenen führt, die weit jenseits des in diesem Universum angesiedelten menschlich Vorstellbaren liegen.

Moderne Forschung

Die heutige Wissenschaft ist viel weiter davon entfernt, die letztendliche Frage zu beantworten, was Leben ist, als wir bislang dachten. Im Moment ist es so, dass in Bereichen der Wissenschaft, zum Beispiel in der Quantenmechanik, uns jede neue Entdeckung in Bereiche hineinführt, die alles bisher Gedachte und Vorgestellte völlig revolutioniert. Da stehen Partikel miteinander in Verbindung, die mit weit über Lichtgeschwindigkeit miteinander kommunizieren (EPR Paradoxon), welches heute bereits in der Kryptografie Anwendung findet. Da gibt es Teilchen, die sich der Bestimmung widersetzen Materie oder reine Schwingungsenergie zu sein (Doppelspaltexperiment). Da werden mittlerweile Elementarteilchen in Nullzeit durch den Raum „teleportiert“ (Experiment von Anton Zeilinger 1997). Da sind Beobachter, die Methode und das beobachtete Element, non-lokale Phänomene und der Impuls zur Beobachtung geht erstaunlicherweise vom beobachteten Element aus.

All dies ist viel weiterführender und komplexer, als dass wir wieder einmal annehmen könnten, wir wüssten jetzt, wie das Universum aufgebaut ist. Die Geschwindigkeit mit der wir neue Erkenntnisse gewinnen, potenziert sich in immer kleineren zeitlichen Abständen, und die moderne Wissenschaft dringt immer schneller in unvorstellbare und phantastische Bereiche ein. Die Erkenntnisse sind so weitreichend und wirken so verstörend auf das momentan noch allgemein gültige und in der Gesellschaft herrschende Weltbild, dass sich die Wissenschaftler auf einem Kongress in Stockholm geeinigt haben, keine Erkenntnisse und keine Interpretationen, was den Wirklichkeitscharakter unseres Weltbildes angeht, mehr in die Öffentlichkeit zu geben, was natürlich (und glücklicherweise) so nicht funktioniert. Das Universum will beobachtet, will angesehen und erkannt werden. Das Universum will sich selbst erkennen. Albert Einstein, der im Alter, zum Ende seiner Forschung, selbst Schwierigkeiten hatte, das in aller Tragweite anzuerkennen, was er im Laufe seines Lebens entdeckt hat, bekam von John Wheeler, dem Entdecker der schwarzen Löcher, eine Skulptur geschenkt, von einem Wal, der auf seinen eigenen Schwanz blickt, der sich selbst anschaut.

Damit ist vielleicht die einzige Antwort gegeben, die wir bislang zu geben in der Lage sind: die Natur, der Mensch, das gesamte Universum ist ein „Bewusstwerdungsprozess“ und will sich selbst erkennen. Aber die Fragen, deren Antwort uns die etablierte Wissenschaft stets versprochen hat, sind nach wie vor ungelöst. Vielleicht sind wir weiter von den Antworten entfernt, als jemals zuvor: Was ist der Mensch? Was ist Leben? Was ist das, was uns alle umgibt und miteinander verbindet? Was ist Körperlichkeit? Was ist der Tod?

Wir wissen es nicht! Was wir aber mittlerweile wissen, ist, dass es nicht das ist, was wir glaubten, das es ist und vielleicht lässt uns dies ein wenig innehalten, vielleicht führt uns diese Erkenntnis dazu, dem „Grün“ ein wenig offener zu begegnen.

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Stationen der Wahrnehmung

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Vorwort des Übersetzers 

Dieser aus dem Amerikanischen übersetzte Text bezieht sich auf die Möglichkeit, dass Menschen legal eine Schusswaffe zum Selbstschutz führen dürfen. Diese Möglichkeit ist den Menschen in Deutschland auf Grund des derzeit gültigen Waffengesetzes leider verwehrt. Dennoch habe ich den Text in seiner ursprünglichen Form belassen, da zum einen der Übersetzer selbst der Meinung ist, das dieses Recht, eine Schusswaffe zum Selbstschutz zu führen, das Recht eines jeden freien Menschen sein sollte und sich zum anderen der Text leicht auf andere Formen der Selbstverteidigung mit alltäglichen Gegenständen wie Schlüssel, Scheckkarten, Kugelschreiber oder tatsächliche Waffen wie dem Kubotan und  Reizgas-Pistolen und -Revolver übertragen lässt, die legal in Deutschland mit kleinem Waffenschein geführt werden können.

Auch hat der Übersetzer in seinen Kursen zum Thema Selbstverteidigung immer wieder erfahren, dass die zur Selbstverteidigung zur Verfügung stehende Waffe letztlich zweitrangig ist. Vielmehr bereitet der mentale Faktor, die Bereitschaft, sein Leben unter allen Konsequenzen zu verteidigen, die meisten Schwierigkeiten. Egal ob mit Alltagsgegenständen, Waffen oder letztlich auch mit bloßen Händen; hier haben die Menschen auf Grund ihrer Konditionierung, sich nicht selbst verteidigen zu dürfen und immer nach einer Ordnungsmacht rufen zu müssen, die meisten Hemmungen. Meine Hoffnung ist, dass Menschen durch die Beschäftigung mit diesem Text aufmerksamer für ihre Umgebung werden und somit einem drohenden Unheil, sei es nur in Form einer einfachen Gefahr im Straßenverkehr, leichter ausweichen können und der Leser auch einem tatsächlichen Angriff auf seine Rechtsgüter Leib, Leben und Freiheit effektiver begegnen kann. Letztlich ist jedes dieser Rechtsgüter notwehrfähig. Für mich gilt in jedem Falle Opferschutz vor Täterschutz. Darüber hinaus bin ich auch der Meinung, dass dieses Thema Selbstverteidigung (auch mit Schusswaffen) in der nächsten Zeit noch massiv an Aktualität zunehmen wird. Der derzeitige Umgang mit dem Thema Selbstverteidigung hat zu der paradoxen Situation geführt, dass sich der Verteidiger mehr Gedanken um die Folgen seiner Abwehr macht, als der Angreifer um die Folgen seiner Tat. Dies ist in einer Situation, in der jede Sekunde buchstäblich über Leben und Tod entscheidet, natürlich ein unhaltbarer Zustand.

Die in diesem Text vorgeschlagenen Verhaltensweisen beziehen sich ausschließlich auf tatsächliche Notwehrsituationen und darüber hinaus in ihrer Form auf die Rechtslage in dem jeweiligen Land. Eine Rechtssicherheit aus dem Text abzuleiten ist nicht möglich. Die Übernahme und Anwendung der im Text vorgeschlagenen Verhaltensweisen erfolgt in jedem Fall auf eigene Verantwortung.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass ich mit der Übersetzung dieses Textes keinerlei finanzielle Absichten verfolge.

Der Text ist in der Originalsprache frei im Internet erhältlich unter der folgenden Adresse:
http://www.teddytactical.com/SharpenBladeArticle/4_States%20of%20Awareness.htm

Alle Rechte verbleiben beim Autor Tom Givens und Jeff Cooper.

 

Stationen der Wahrnehmung – die Cooper-Farbcodes

von Tom Givens (aus dem Amerikanischen von Rudolf Engemann)

Die meisten Menschen gehen durch ihr Leben und nehmen die Welt um sich herum gar nicht wirklich wahr. Sie sind mit ihren Gedanken bei der Arbeit, denken an persönliche Probleme oder daran, einen Termin zu bekommen oder sind mit anderen Kleinigkeiten beschäftigt, ohne einen Gedanken an ihre unmittelbare Umgebung aufzuwenden. Weil sie ihrer Umgebung keine Aufmerksamkeit schenken, begeben sie sich in unnötige Gefahr.

Betrachten Sie es als Übung und beobachten Sie nur für einen Abend die Notaufnahme eines Krankenhauses. Schauen Sie sich die Unglücklichen an, die für eine Behandlung dorthin kommen und Sie werden einen hervorragenden Einstieg in dieses Thema gewinnen. Ungefähr zwanzig Prozent der Patienten sind tatsächlich krank – die wollen wir hier nicht mitrechnen. Aber die restlichen achtzig Prozent sind in der Notaufnahme, weil sie unaufmerksam gegenüber ihrer Umwelt waren. Es sind Menschen, die von Laderampen gefallen sind oder aus drei Metern Höhe von der Leiter; Menschen, die in laufende Maschinen gegriffen haben, sich hinter einem wegfahrenden Fahrzeug befanden oder nicht mitbekommen haben, wie sich ein Angreifer an sie herangeschlichen hat, um sie mit einem Ziegelstein niederzuschlagen.

Natürlich können Sie für eine Zeit während ihrer Arbeit unaufmerksam sein, bis Sie eines Tages ihr Schicksal einholen wird und Sie sich verletzen werden. Das gleiche gilt auf der Straße. Sie können für eine Zeit unaufmerksam sein, bis ihr Weg sich eines Tages mit dem eines Kriminellen kreuzt. Die große Mehrheit der Verbrecher sind Opportunisten, die nur zuschlagen, wenn sich ihnen eine Gelegenheit bietet. Wenn Sie keine solche Gelegenheit bieten, minimieren Sie dadurch das Risiko, Opfer eines Angriffes zu werden!

Indem Sie lernen, Ihre Umgebung zu beobachten, indem Sie ständig auswerten was Sie sehen und entsprechend reagieren, können Sie ein hohes Maß an Kontrolle über Ihr Schicksal erreichen. Dies erfordert, dass Sie lernen, Ihre Aufmerksamkeit durch verschiedene Grade zu schalten, ähnlich wie das Getriebe eines Autos verschiedene Gänge besitzt und Sie so ihre Aufmerksamkeit an die aktuelle Situation anpassen. In einem Auto wählen Sie die verschiedenen Gänge in Bezug zur gewünschten Geschwindigkeit. Auf der Straße müssen Sie lernen, „die Gänge“ mental zu schalten, um dem Grad der Bedrohung begegnen zu können. Es gibt eine fließende Skala der Bereitschaft, die von einem Zustand der völligen Unaufmerksamkeit bis hin zum Zustand der sofortigen Bereitschaft reicht, selbst tödliche Gewalt anzuwenden, wenn Sie im Verteidigungsfall dazu gezwungen werden. Ein Überleben ist nicht möglich, wenn Sie an den jeweiligen Enden dieses Spektrums steckenbleiben.

Wenn Sie versuchen, am unteren Ende der Skala zu leben, werden Sie mit ziemlicher Sicherheit über kurz oder lang Opfer eines Unfalls oder eines kriminellen Angriffs. Hier ist es nur eine Frage des „wann“, nicht des „ob“. Auf der anderen Seite, ist es nicht angeraten, ständig eine Hand über der Pistole im Holster zu haben, bereit auf alles zu schießen, was sich bewegt! Sie müssen lernen, den Grad zwischen Deeskalation und Eskalation in Abhängigkeit zu Ihrer Umgebung zu steuern.

Dieser Text bietet Ihnen ein leicht zu erlernendes System, welches Ihnen hilft, durch die richtige Haltung, mit jedem Konflikt umzugehen, auf den Sie stoßen können.

 

Das System

Sollten Sie sich als ganz normale Person mit einem lebensbedrohlichen Angriff einer kriminellen Person konfrontiert sehen, werden Sie drei massiven Schwierigkeiten begegnen.

Diese sind:

  1. Die Gegenwart des Angreifers rechtzeitig wahrzunehmen,
  2. zu erkennen und zu akzeptieren, dass dieser Angreifer – genau dieser und genau jetzt – bereit ist, Sie zu verletzen oder sogar zu töten, aus Gründen, die Sie nicht verstehen, sofern Sie ihn nicht stoppen und
  3. ihre Hemmung zu überwinden, Gewalt (zur Not auch tödliche Gewalt) gegenüber Mitmenschen auszuüben.

Schauen wir uns jeden dieser Punkte der Reihe nach an:

Zuerst müssen Sie den Angreifer sehen und erkennen, dass es sich um eine Bedrohung handelt. Angreifer bestehen ebenfalls aus Fleisch und Knochen und sind nicht unsichtbar. Entgegen der öffentlichen Meinung, beamen sie sich nicht vom Mutterschiff herunter, greifen Sie an und verschwinden danach wieder. Sie gehen in der Regel direkt auf Sie zu, bleiben aber auf Grund des Nebels, in dem sich die meisten Menschen befinden, unbemerkt. Lernen Sie, den Nebel zu lichten, um die Warnsignale früher zu erkennen, so dass Sie vorbereitet sind.

Zweitens ist es sehr schwierig für einen normalen, rationalen, sozialisierten und zivilisierten Menschen, zu begreifen, dass sie dicht an dicht mit Menschen zusammenleben, die nicht normal, rational, sozialisiert  oder zivilisiert sind. Es gibt tatsächlich Menschen da draußen, denen Ihre Hoffnungen und Pläne für die Zukunft egal sind, denen das Schicksal Ihrer Familie egal ist, die sich nicht um den Schmerz und das Leiden kümmern, welches sie anrichten; Menschen, denen all das einfach egal ist. Diese Personen sind bereit, Sie für den Inhalt Ihrer Brieftasche zu töten, um sich von dem Geld den Tagesbedarf ihrer Drogen zu kaufen. Diese Personen werden Sie vergewaltigen, weil sie sich vielleicht machtlos und minderwertig fühlen, außer sie missbrauchen und entwürdigen jemanden anderen. Diese Personen töten auch einfach, um in ihrer „Gang“ einen höheren Status zu erlangen. Aber letztlich spielt das „warum“ keine Rolle. Eine typische Aussage eines Opfers ist: „Warum sollte mich jemand verletzen wollen?“.
Wen kümmert letztlich das „warum“?

Drittens ist es schwierig für jeden Menschen, auf die Mitte der Brust eines Angreifers zu zielen und den Abzug zu betätigen und zu wissen, dass Sie jetzt eine aufrecht stehende, lebende, atmende Person in einen horizontalen Haufen totes Fleisch verwandeln. Lassen Sie sich von niemandem einreden, dass dies einfach sein wird. Als Gesellschaft von Menschen wollen wir auch gar nicht, dass es einfach ist, oder? Das ist auch der Grund, weshalb legal bewaffnete Bürger Menschen nicht einfach wegen eines Streits oder eines Verkehrsunfalls erschießen. In der Tat geschehen Tötungen durch legal bewaffnete Bürger fast immer in tatsächlichen Notwehrsituationen, während fast ein Drittel der Schießereien, in denen die Polizei verwickelt ist, zumindest fraglich oder tatsächlich nicht angebracht ist. Tatsache ist, dass private Bürger zögern tatsächlich zu schießen, selbst dann, wenn es notwendig ist. Sie müssen lernen, dieses Hindernis zu überwinden, wenn Ihr Leben in Gefahr ist. Sie müssen erkennen, dass es Zeiten gibt, in denen tödliche Gewalt nicht nur entschuldbar, vertretbar oder akzeptabel ist, sondern tatsächlich notwendig.

Glücklicherweise gibt es ein System, welches Ihnen hilft, alle diese drei Probleme zu überwinden. Indem Sie lernen, dieses System zu nutzen, es üben und damit zu einem Teil Ihrer täglichen Routine machen, können Sie einen Angriff schon in seiner Entwicklung erkennen und sich somit geistig und körperlich darauf vorbereiten, sich zu verteidigen. Jeff Cooper, der bei ‚Gunsite‘ unterrichtete und später eine hervorragende Video-Präsentation aufgenommen hat, hat dieses System zuerst veröffentlicht und es „Farbcodes“ (Colorcodes) genannt. Ich hatte das große Glück, dieses System früh in meiner Karriere durch Jeff persönlich beigebracht zu bekommen und ich kann ohne Vorbehalt sagen, dass dieses System mein Leben mehrere Male gerettet hat. Es war nicht die Art der Waffe, die ich hatte, oder die  Munition, sondern die mentale Haltung. Ich bin so sicher, dass dies eine meiner wichtigsten Waffen in meinem Arsenal ist, so wichtig, dass ich es für meine Pflicht halte, mein Wissen mit Ihnen zu teilen.

Weiter oben habe ich bereits erwähnt, dass man lernen kann, seine Aufmerksamkeit durch eine Skala zu schalten, ähnlich wie das Schalten der Gänge in einem Auto. Diese Skala besteht aus vier mentalen Zuständen, denen Jeff Farbnamen gegeben hat. Diese Farben ermöglichen uns, das Konzept der grundlegenden mentalen Zustände zu verstehen. Sie müssen lernen, selbstständig zwischen diese mentalen Zustände zu wechseln, in Abstimmung zu den Umständen, während Sie durch ihr alltägliches Leben gehen.

 

Die Farbcodes

CooperColorCode

oblivious-ohne Wahrnehmung, aware-entspannte Aufmerksamkeit
alert-erhöhte Aufmerksamkeit mit Fokus, engaged-geistige Bereitschaft zu kämpfen

 

Condition White (Zustand weiß) – Weiß ist die niedrigste Stufe auf der Rolltreppe der mentalen Zustände. Im Zustand „weiß“ ist man nicht bewusst, nicht „wach“. Dieser Zustand kann als „Tagträumen“ beschrieben werden oder als „beschäftigt“ charakterisiert werden. Die Menschen im Zustand weiß neigen dazu, mit dem Kopf nach unten zu gehen, gerade so, als ob sie auf ihre eigenen Füße schauen würden. Sie bemerken die drohende Gefahr nicht, bis sie ihnen buchstäblich an die Kehle geht.

Beispiele für diese Geisteshaltung können Sie häufig sehen. Wann haben Sie das letzte Mal jemanden im Verkehr bemerkt, der einfach so die Spur gewechselt hat? Diese Menschen führen ihr Fahrzeug im Zustand „weiß“. Wenn ein Autofahrer einen Motorradfahrer überfährt und ihn tötet, was sind häufig die ersten Worte aus seinem Mund? „Ich habe ihn einfach nicht gesehen“. Und tatsächlich, dies ist nicht gelogen. Der Fahrer war so unaufmerksam und mit-sich-selbst-beschäftigt, dass er einen 90 Kilo Mann auf einer 200 Kilo schweren Maschine direkt vor sich nicht bemerkt hat. Wenn dieser gleiche Kerl ein Stopp-Schild übersieht, in Ihr Auto kracht und Ihr Kind tötet, wird er vermutlich sagen: „Ich habe das Schild nicht gesehen“.

Die gleichen Typen werden auch Opfer von Gewaltverbrechen, weil Kriminelle sich die Unaufmerksamen, die Selbstgefälligen, die Abgelenkten, die Beschäftigten als Ziele suchen. Warum? Weil der Kriminelle schnell bekommen will, was er will und auch schnell wieder weg will, ohne verletzt oder gefangen zu werden. Wer wäre das einfachste Opfer? Jemand im Zustand „weiß“!

Ich bin sicher, Sie kennen diese Karte, die Polizisten bei sich tragen von der sie einem Verdächtigen vor seiner Befragung die Rechte ablesen. Diese Art von Opfer tragen eine ähnliche Karte in ihrer Tasche. Wenn sie noch leben wenn die Polizei kommt, nehmen sie diese Karte aus der Tasche und lesen daraus folgendes vor: „Meine Güte, es ging alles so schnell. Er erschien direkt vor mir. Ich habe ihn gar nicht gesehen.“

Also, wann wäre es akzeptabel, im Zustand weiß zu sein? Wenn Sie in Ihrem eigenen Haus sind, die Türen verschlossen sind und Ihr Hund zu Ihren Füßen liegt. Dann können Sie Ihre Aufmerksamkeit herunterfahren, wenn Sie wollen, weil Sie genügend Schutz um sich herum haben und ausreichend Warnhinweise erhalten können, um aufzustehen, sich zusammenzureißen und den Kopf klar zu kriegen. Wenn Sie Ihr Haus verlassen, lassen Sie den Zustand weiß hinter sich. In dem Moment, in dem Sie Ihr Haus verlassen, gehen Sie in den nächsten Zustand, in den Zustand „gelb“.

 

Condition Yellow (Zustand gelb) – Dies ist ein entspannter Zustand der allgemeinen Wachheit, ohne spezifischen Schwerpunkt. Sie sind nicht auf der Suche nach irgendetwas oder jemanden im Besonderen; man hat einfach den Kopf oben und die Augen offen. Sie sind wachsam und aufmerksam für Ihre Umgebung. Sie sind schwer zu überraschen und von daher auch schwer zu verletzen. Sie erwarten nicht, heute angegriffen zu werden. Aber Sie wissen um die Möglichkeit.

Hier ist eine hervorragende Analogie. Sie befinden sich auf einem kleinen Marinepatrouillenboot in der Mitte des Mittelmeeres. Sie sind nicht im Krieg und erwarten nicht, angegriffen zu werden. Sie haben jedoch die Möglichkeit, weil sich 24 Stunden am Tag Ihr Radar kontinuierlich um 360-Grad dreht, auf der Suche nach potenziellen Problemen. Plötzlich gibt es einen Hinweis auf dem Radarschirm. An dem kleinen, grünlich-gelben Punkt auf dem Bildschirm kann man nicht ablesen, ob es sich um eine gute oder eine schlechte Sache handelt, so dass Sie einen Aufklärer losschicken, um nachzuschauen, was da los ist. Wenn es sich um ein Al Italia Flugzeug handelt, welches hundert Meilen vom Kurs abgekommen ist, wird der Pilot des Aufklärers ihm zuwinken. Wenn es sich ein feindliches bewaffnetes Boot handelt, wird er es abschießen. Er wird vorher nicht wissen, ob er winken oder schießen wird, zunächst beurteilt er den Hinweis als Bedrohung. Das ist genau der gleiche Prozess, den Sie durchlaufen. Wenn Sie das Haus verlassen, beobachten Sie Ihr „Radar“, während es die Gegend durchstreift, um Sie auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen. Wenn etwas ihre Aufmerksamkeit erregt, bewerten Sie es. Wenn es sich nicht um eine Bedrohung handelt, lassen sie es los. Wenn es eine Bedrohung ist, bereiten Sie sich geistig darauf vor, damit umzugehen.

Etwas oder Jemand in Ihrer unmittelbaren Nähe, das ungewöhnlich ist, fehl am Platz, oder nicht im Zusammenhang steht, muss als potentiell gefährlich angesehen werden, bis Sie eine Chance erhalten, es zu beurteilen. Jemand, der sich in Ihrer Nähe befindet, oder jemand, der eine Tätigkeit ausführt, die offensichtlich keinen legitimen Zweck hat, sollte sorgfältig geprüft werden. Wenn Ihr mentales Radar einen Hinweis erhält, wechseln Sie sofort in den nächsten Zustand auf der Skala, in den Zustand „orange“.


Condition Orange (Zustand orange)
– Dies ist ein Zustand erhöhter Aufmerksamkeit, mit einem bestimmten Schwerpunkt. Der Unterschied zwischen gelb und orange ist genau dieses eine spezifische Ziel für Ihre Aufmerksamkeit. Ihr Schwerpunkt ist die Person, die tut, was Ihre Aufmerksamkeit erregt hat. Es ist vielleicht nur die Tatsache, dass er mitten im August eine dicke Jacke anhat. Es könnte sein, dass diese Person an einer Säule vor der Parkgarage steht, statt in das Gebäude zu gehen, oder sich in ein Auto zu setzen und den Ort zu verlassen. Es könnte sein, dass Sie in fünf verschiedenen Läden waren und in jedem immer wieder den gleichen gesehen haben. Seine Handlungen haben verursacht, dass Sie ihn wahrgenommen haben, also müssen Sie ihn als mögliche Bedrohung einschätzen, wie der Kampfpilot der weiter oben einem Hinweis nachgegangen ist.

Wie kann man jemanden als eine Bedrohung einschätzen? Sie müssen die Gesamtheit all Ihrer Wahrnehmung berücksichtigen. Die Kleidung der Person, ihr Aussehen, ihr Verhalten, ihre Aktionen, alles, was er zu Ihnen sagt, alles das sind Wahrnehmungen.

Das wichtigste Stichwort ist die Körpersprache. Über 80 % der menschlichen Kommunikation geschieht durch Körpersprache. Angreifer zeigen subtile Aggression, die offensichtlich wird, wenn Sie lernen, auf sie zu achten.

Wenn Sie in den Zustand orange wechseln und Sie beginnen, Ihre Aufmerksamkeit auf diese eine Person zu richten, verlieren Sie dennoch nicht den allgemeinen Überblick. Sie wollen nicht blind für eventuelle Komplizen werden. Sie fangen an, diese Person zu beobachten und seine Absichten zu beurteilen, immer wieder auf der Suche nach neuen Hinweisen. In neun von zehn Fällen werden Sie nach ein paar Sekunden der Beobachtung in der Lage sein, einen harmlosen Grund für sein Verhalten zu erkennen und die Person dann aus Ihrer Aufmerksamkeit entlassen. Wenn Sie herausfinden, das er keine Bedrohung darstellt, entlassen Sie ihn aus Ihrer Aufmerksamkeit und deeskalieren Sie wieder auf gelb. Was aber ist im zehnten Fall? Er ist der Angreifer, der dich erwischt hätte, wenn du unaufmerksam gewesen wärest. Jetzt, da Sie ihn wahrgenommen haben, sind Sie weit weniger in Gefahr.

Wie Sie diese Faktoren im Einzelnen bewerten und Sie Dinge erkennen, die Sie mehr und mehr davon überzeugen, dass die Person tatsächlich böse Absichten hat, starten Sie das Spiel: „Was wäre, wenn ….“ im Kopf, um einen grundlegenden Plan zu entwickeln. Dies gibt uns einen kleinen Vorteil. Wenn die Person plötzlich angreift, müssen wir zumindest einen rudimentären Plan für den Umgang mit dieser Situation haben, so dass wir schnell genug reagieren können. Wenn Sie in Ihrem Inneren zu dem Schluss kommen: „Der Kerl sieht aus, als wenn er mich angreifen wollte – was habe ich für Möglichkeiten dagegen?“, beginnen Sie bereits mit der mentalen Vorbereitung, was entscheidend für den Ausgang in diesem Konflikt sein wird. Mit auch nur einem vorhandenen einfachen Plan, ist Ihre körperliche Reaktion sicherer und unmittelbarer, wenn der Angreifer seine Absichten in die Tat umsetzt. Wenn Sie nach Ihrer Beurteilung tatsächlich glauben, dass es sich um eine tatsächliche Bedrohung handelt, eskalieren Sie auf die höchste Stufe, in den Zustand „rot“ (Condition Red).


Condition Red (Zustand rot)
– Im Zustand „rot“ sind Sie bereit zu kämpfen! Sie können kämpfen, oder auch letztlich nicht kämpfen, aber Sie sind auf jeden Fall geistig bereit zu kämpfen. In vielen, vielleicht sogar den meisten Fällen, in denen Sie in den Zustand „rot“ wechseln, werden Sie tatsächlich physisch überhaupt nichts tun. Der gesamte Prozess der Eskalation von Gelb über Orange zu rot, führt danach gleich wieder nach unten auf der Skala in die Deeskalation, ohne jede tatsächliche körperliche Aktivität von Ihrer Seite. Der Schlüssel ist, dass Sie mental auf einen Konflikt vorbereitet waren und Sie physisch hätten handeln können, wenn es die Situation verlangt.

Wenn Sie in den Zustand „rot“ gewechselt haben, weil Sie glauben, dass tatsächlich eine Bedrohung vorliegt, warten Sie innerlich auf den Auslöser (Mental-Trigger), welcher aus einer bestimmten Abfolge, vorher festgelegter Handlungen von Seiten des Angreifers besteht und einer Reihe unmittelbarer, positiv-aggressiven und auch defensiven Reaktion von Ihrer Seite besteht. So erhalten sie den notwendigen Vorsprung, um in einer solchen Situation zu bestehen. Dadurch, dass Sie bereits vorher einen Plan und einen Entschluss gefasst haben, können Sie sich körperlich schnell genug bewegen, um mit dem Problem umzugehen. Ohne diese vorgefertigte Entscheidung würden Sie die wenige kostbare Zeit verschwenden, die Ihnen bleibt, zu entscheiden, was jetzt zu tun ist, nachdem der Angreifer seinen Angriff bereits gestartet hat.

Dieser Auslöser (Mental-Trigger) wird je nach den Umständen unterschiedlich sein. Es könnte zum Beispiel der Entschluss sein: „Wenn er (der Angreifer) seine Waffe in meine Richtung lenkt, werde ich auf ihn schießen“, es könnte der Auslöser sein: „Ich habe ihm (dem Angreifer) gesagt, er soll stoppen und wenn er sich noch einen Schritt weiter auf mich zubewegt, mit dem Messer (dem Schlagring / dem Schraubenzieher) in seiner Hand, werde ich auf ihn schießen“… Was auch immer die Faktoren sein werden, wenn dieser Auslöser einmal betätigt ist, führt dies zum sofortigen Handeln auf Ihrer Seite.

Ihr Hauptfeind ist die Reaktionszeit. Wenn Sie sich Ihrer Umgebung nicht bewusst sind und die verdächtigen Zeichen nicht vorher sehen, kann der Angreifer Sie überwältigen, bevor Sie eine effektive Verteidigung ausführen können. Auf der anderen Seite haben Sie vermutlich schon gewonnen, wenn Sie innerlich denken: „Vielleicht muss ich diesen Kerl verletzen, wenn er nicht klug wird“, weil Sie ein besseres Verständnis von dem haben, was vor sich geht, als der Angreifer. Der beste Kampf ist bereits vorbei, bevor der Verlierer völlig versteht, was gerade passiert ist. Wenn der Angreifer Sie im Zustand „weiß“ erwischt , werden Sie fünf bis sechs Sekunden brauchen, um zu erkennen, was passiert, bevor sich ihr Verstand einschaltet und Sie reagieren können. Sie haben einfach nicht so viel Zeit.

Es gibt ein paar Tricks, die Sie nutzen können, wenn Sie mit diesem Training beginnen. Erinnern Sie sich, dass eines der drei Probleme, die ich am Anfang erwähnt habe das „eigentliche tun“ ist; Gewalt anzuwenden (auch tödliche), wenn erforderlich. Jeden Morgen, wenn Sie Ihre Waffe einstecken, sagen Sie zu sich selbst: „Es kann sein, dass ich meine Waffe heute benutzen muss“. Dies festigt in Ihrem Unterbewussten (welches immerhin 90% ihres Lebens ausmacht) die Erkenntnis, dass es einen Grund gibt, weswegen Sie eine Waffe führen. Wir gebrauchen sie tatsächlich, um unser Leben zu retten! Wenn Sie dann auf eine potentielle Bedrohung reagieren und in den Zustand orange eskalieren, sagen Sie sich: „Es kann sein, das ich den Angreifer erschießen muss“. Glauben Sie mir, wenn Sie verinnerlicht haben, dass eine bestimmte Person eine tatsächliche Gefahr für Ihr Leben darstellt und dass Sie die Mittel haben ihn zu stoppen, wenn es sein muss, dann wird es einfacher sein, mental mit dieser Situation umzugehen.

 

Zusammenfassung

Lassen Sie uns abschließend noch durch ein Szenario gehen, um diese Prinzipien zu veranschaulichen. Angenommen, Sie arbeiten in einem Juweliergeschäft, eines mit diesen kleinen Schaufenstern in einem Einkaufszentrum in der Vorstadt. Alle anderen Mitarbeiter sind zum Mittagessen gegangen und Sie sind völlig alleine. In diesem Moment gibt es noch nicht einmal einen Kunden in dem Laden. In welchem mentalen Zustand befinden Sie sich? (Im Zustand „gelb“! Sie befinden sich nicht in Ihrem sicheren Haus, Sie befinden sich in der Welt da draußen). Also halten Sie Ihren Kopf oben, schauen gelegentlich durch die Glasschaufenster nach draußen und beobachten den Parkplatz. Da in diesem Moment sonst niemand im Laden ist, muss „das Problem“ von außen durch die Tür kommen. Sie möchten auf ein eventuelles Problem vorbereitet sein, bevor es geschieht und nicht erst, wenn es Ihnen am Tresen gegenüber steht.

Während Sie durch das Glas schauen, sehen Sie zwei Männer in einem alten Auto rückwärts vor Ihr Geschäft einparken und bemerken, dass diese beiden Männer identische Jogginganzüge tragen, auf die Tür zu Ihrem Laden zu gehen, eintreten und sich im Laden auseinander bewegen. Sofort wechseln Sie in den Zustand orange. Die Männer haben noch nichts Illegales gemacht  und sie waren nicht aggressiv, aber irgendwie sind sie sind fehl am Platz, fallen aus dem Rahmen, so dass Sie Ihren mentalen Zustand weiter eskalieren und beginnen zu denken: „Was sollte ich jetzt wirklich wissen? Das sieht wie ein beginnender Überfall aus. Vielleicht muss ich diese Jungs verletzen. Wenn es schlecht für mich läuft, kann ich mich hinter den Safe fallen lassen und kann von da aus in Richtung Wand schießen, ohne Gefahr zu laufen, unbeteiligte Personen auf dem Parkplatz in Gefahr zu bringen. Ich habe einen Plan“. Während Sie dies im Gedanken durchspielen, beobachten Sie weiter jede Bewegungen der Personen. Wenn sie das Geschäft wieder verlassen, deeskalieren Sie sofort wieder zu Gelb.

Wenn sie bleiben, werden sie wahrscheinlich auf einer Seite des Geschäftes zusammenkommen und kurz diskutieren, was sie gesehen haben. Sie werden dann zu Ihnen an die Ladentheke treten und versuchen Sie abzulenken (Kann ich den Ring da bitte einmal sehen?), dann ihre Waffen ziehen und den Überfall durchführen. Wenn Sie mit Hilfe des Systems von gelb zu orange gewechselt sind, während die Personen hereinkamen und zu rot wechseln, während die Personen auf Sie in Richtung Ladentheke gehen, dann sind Sie jetzt bereit. Weil Kriminelle geschickt im Lesen der Körpersprache ihrer Opfer sind (in ihrem Leben hängt ebenfalls viel von dieser Fähigkeit ab), werden sie erkennen, dass Sie bereit sind und vermutlich einfach das Geschäft verlassen. Etwa neun von zehn Angreifern werden an dieser Stelle den Ort des Geschehens verlassen, ohne eine Konfrontation zu beginnen. Wenn die Personen weggefahren sind, deeskalieren Sie aus rot über orange wieder zu gelb.

Was ist mit dem zehnten Angreifer? Vielleicht steht diese Person unter Drogen, ist betrunken, oder beides und versäumt es daher, Ihr Niveau der Bereitschaft zu erkennen. Diese Person könnte tatsächlich so dumm sein, den Überfall durchführen zu wollen. Laut FBI-Studien stehen tatsächlich 80% der Angreifer, gegen die Sie tatsächlich zu kämpfen haben, unter dem Einfluss von Drogen und/oder Alkohol. Wie lautet die gute Nachricht? Wenn diese Personen unter Drogen und/oder Alkohol stehen, sind ihre Reflexe, Reaktionszeit und Bewegungskoordination außerordentlich schlecht. Sie werden relativ leicht zu überwältigen sein, wenn Sie mental darauf vorbereitet sind und Ihre Hausaufgaben gemacht haben (Condition Red – Zustand rot).

Wenn die Personen herein kommen, Sie die Personen beobachten und auf orange wechseln, Sie auf rot wechseln, wenn die Personen sich Ihnen nähern und Sie deeskalieren, wenn die Personen das Geschäft wieder verlassen, dann sind Sie den ganzen Weg auf der Skala gegangen, ohne auch nur einmal nach Ihrer Waffe zu greifen. Und dies ist der übliche Ablauf. Der Punkt ist, Sie wären bereit gewesen, Ihre Waffe zu ziehen.

So gewinnen Sie Kämpfe! Indem Sie sich mental darauf vorbereiten, zu gewinnen.

 

“The first step in regaining control over your life is to recognize that YOU are responsible for your personal safety, not the police, nor the government, nor anybody else.” – Tom Givens

 

“Der erste Schritt, die Kontrolle über Ihr Leben zurückzugewinnen, ist zu erkennen, dass Sie selbst für Ihre persönliche Sicherheit verantwortlich sind; nicht die Polizei, nicht die Regierung oder sonst irgendjemand.” – Tom Givens

Wie das Böse endet oder wie wir die Freiheit zurückerlangen!

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Zur Veröffentlichung der deutschen Übersetzung des Buches „The End of all Evil“ von Jeremy Locke mit dem Titel „Das Ende des Bösen“ hat Lucien Looser, der Herausgeber von „Die Züricherin“ aus der Schweiz mit dem Übersetzer und Herausgeber der deutschen Ausgabe Rudolf Engemann ein Interview geführt, welches wir hier in ungekürzter Form wiedergeben. Das Buch „Das Ende des Bösen“ ist für uns ein Meilenstein in der Definition der Freiheit und jedem zu empfehlen, der sich aus den Klauen der Herrschaft befreien will.

Du kannst das Buch direkt über Amazon unter diesem Link bestellen.

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Wie das Böse endet oder wie wir die Freiheit zurückerlangen!

„The End of All Evil“ ist ein abstraktes Meisterwerk. Geschrieben wurde es vom unbekannten Jeremy Locke. Locke bricht alles dagewesene herunter bis nur noch gut oder böse übrig bleibt. Mit klarer Sprache entschlüsselt er die Wahrheit. Nun liegt das Buch zum ersten Mal auf Deutsch vor mit dem Titel „Das Ende des Bösen“. Die Zürcherin traf sich mit dem Übersetzer und Herausgeber Rudolf Engemann.

Zürcherin: Der berühmte libertäre Autor Oliver Janich schreibt im Vorwort: Dieses Buch will dich „deprogrammieren“. Sind wir programmiert?

Rudolf Engemann: Ganz klar, ja! Die Menschen sind programmiert zu glauben, dass sie einen Herrscher bräuchten. Die Programmierung beginnt bereits im Elternhaus, durch Eltern, die ähnlichen Manipulationen ausgesetzt waren und erreicht später in der Schule ihren Höhepunkt. Hier wird den Kindern dann endgültig beigebracht, dass sie einer Autorität zu gehorchen haben, völlig egal, was für einen Blödsinn sie von dir will. Es wird den Kindern beigebracht, dass es Menschen gibt, die es einfach besser können und dass es die Moral wäre, ihren Befehlen zu gehorchen. So werden Untertanen geschaffen. Ohne diese Manipulation würde Herrschaft auf großer Ebene gar nicht funktionierten, da sich die Menschen ansonsten gegen die an Größenwahn erkrankten Herrscher stellen und sie ganz schnell vom Hof jagen würden.

Z: Wer ist Jeremy Locke und was fasziniert dich an seinen Texten?

R.E: Wie in meinem Vorwort zum Buch beschrieben, ist nicht bekannt, wer Jeremy Locke war oder ist. Nach seinem Buch gab es noch zwei kurze Artikel, die seinen Namen tragen und dann nichts mehr. Bei dem Namen handelt es sich um ein Pseudonym.

Ich finde äußerst faszinierend, wie Jeremy es schafft, mit ganz wenigen Worten die Dinge klar auf den Punkt zu bringen. Auch hier finde ich, dass Oliver Janich es in seinem Vorwort sehr schön formuliert, in dem er sagt, dass man sich beim Lesen zwischendurch schon mal fragt, wie man das eigentlich vorher die ganze Zeit übersehen konnte. Die Dinge sind nämlich sehr viel einfacher, als gemeinhin angenommen. Dies ist Teil der Manipulation; Dinge künstlich zu verkomplizieren, dass der Mensch das Gefühl hat, es wäre alles so schwer zu verstehen. Das ist es nicht. Es ist im Gegenteil sehr einfach. Du bist ein Mensch von unendlichem Wert und es gibt niemanden, der über dir steht. Jeder, der dir sagt, dass er das Recht hätte über dich zu herrschen, lügt.

Z: Gemäß Locke behindert jegliche Autorität unsere Freiheit. Nicht nur der Staat, sondern auch unsere abendländische Kultur. Kannst Du das erläutern?

R.E: Jeremy definiert Kultur anders als normalerweise verstanden. Für ihn ist die Kultur das Werkzeug der Herrscher, um Herrschaft zu etablieren und zu festigen. Für ihn ist Kultur nicht die jedem Menschen innewohnende Moral oder die Kunst oder das über die Zeit gewachsene natürliche menschliche Miteinander, sondern kulturelle Verhaltensregeln, die den Menschen beigebracht werden. Diese Verhaltensregeln sorgen zum Beispiel dafür, einer Autorität nicht zu wiedersprechen, wenn sie einen Befehl gibt. Sie sorgen auch dafür, dass die Menschen glauben, dass es Menschen geben würde, die außerhalb der Moral stehen. Menschen, die Kraft eines Papieres, welches sie selbst entworfen und geschrieben haben, angeblich legitimiert durch völlig sinnlose Wahlen, die alle vier Jahre abgehalten werden, plötzlich Gesetze ausrufen können, an die sich jeder zu halten hätte. Normalerweise… wenn jemand sagen würde, „ich habe hier jetzt ein Gesetz und jeder muss sich ab sofort daran halten und im Übrigen schuldest du mir Steuern“… würden wir uns nicht weiter um diese Person kümmern, sondern denken, dass sie vermutlich zu viel getrunken hat oder sonst irgendwie verwirrt ist, aber durch das Gewaltmonopol mit vorgehaltener Waffe sieht die Sache leider anders aus. Solange die Menschen glauben, dass es rechtmäßige Herrscher gibt und genügend Verwirrte, die sich sogar in deren Dienst begeben und ihresgleichen, ihre Brüder und Schwestern im Namen des Staates ihres Herrn bedrohen, unterdrücken, vergewaltigen und sogar ermorden, haben die Herrscher leichtes Spiel. Dieses Spiel endet in dem Moment, wo wir die andauernde Manipulation erkennen und aufwachen. Wie Jeremy sagt, unseren unendlichen Wert erkennen. Dieses Spiel braucht nämlich zwei Seiten, um zu funktionieren. Einen Herrscher, der verrückt genug ist zu glauben, dass er damit durchkommt und jemanden der manipuliert genug ist, diesen Blödsinn zu glauben.

Z: Nach dem Attentat auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo fürchten sich auch bei uns viele Leute vor Terroranschläge. Was ist der Zweck von Terroranschlägen? Wie sieht das Locke?

R.E: Jeremy meint – und das ist auch meine Meinung – das Terroranschläge immer gut dafür waren und sind, die Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen und sie dahingehend zu manipulieren, dass sie sich schutzsuchend an ihre Herrscher wenden. Herrschaft funktioniert nur sehr schwer durch Zwang. Ständig läuft der Beherrschte weg, man muss Zäune bauen und teures Sicherheitspersonal als Gefängniswärter einstellen. Außerdem sind die Sklaven unzufrieden, was sich negativ auf ihre Arbeitseinstellung auswirken würde. Also haben sich die Herrscher gedacht, dass es viel einfacher ist, die Menschen ergeben sich freiwillig in die Herrschaft und das funktioniert am besten durch Angst. Wenn die Menschen genügend Angst haben, kommen sie ganz alleine und flehen darum, beschützt zu werden. Ein Herrscher schafft also einen Feind und sagt gleichzeitig, dass er dich vor dem Feind beschützen würde. Wie praktisch. Die Skrupellosigkeit, mit der Herrscher agieren, ist für den normalen Menschen gar nicht vorstellbar. Was daran liegt, dass der normale Mensch eben nicht böse ist. Um Herrscher zu sein wird so viel Bosheit benötigt, dass es den meisten Menschen schwerfällt, sich das vorzustellen. Das abgrundtief Böse findet nicht in den Filmen und Horrorstorys in den Kinos statt, sondern tagtäglich vor unseren Augen. Menschen beherrschen zu wollen und sie durch skrupellose Taten dahingehend zu manipulieren, dass sie sich einem Herrscher unterordnen, ist abgrundtief Böse.

Z: Locke kippt auch unsere Moralvorstellung. Das Einzige, was für ihn unmoralisch ist, ist jemandem die Freiheit zu nehmen. Es ist also nicht unmoralisch fremdzugehen?

RE: Ich finde nicht, dass Jeremy unsere Moralvorstellung kippt. Vielmehr erinnert er uns daran, dass jeder Mensch eine Moral in sich trägt, die dann wieder zum Vorschein kommt, wenn die durch Herrscher manipulierte künstliche und falsche Moral abgelegt wird. Es ist auch nicht das einzig Unmoralische jemandem die Freiheit zu nehmen, sondern auch jemanden zu verletzen, der niemandem etwas zu Leide getan hat oder ihn an der Ausübung seiner Handlungen zu hindern, sofern niemandem anderen dadurch ein Leid angetan wird. Natürlich ist all das auch eine Einschränkung deiner Freiheit. In dem Kontext ist auch der Tod die ultimative Einschränkung deiner Freiheit. Es ist immer unmoralisch etwas zu einem Gesetz zu erheben, denn zur Durchsetzung eines Gesetzes ist immer Gewalt nötig. Dinge, die natürlich sind, benötigen keine Gesetze. Menschen halten sich natürlicherweise an gewisse, wie  Jeremy es nennt, Prinzipien.

Was das Fremdgehen angeht, gibt es soweit ich weiß kein Gesetz, welches in diesem Bezug Verhaltensweisen vorgibt und gewisse Handlungen unter Strafe stellt. Stattdessen hat jeder mit den Konsequenzen seiner Handlungen zu tun und kann daraus lernen. Jeremy meint auch, dass Menschen in Freiheit sehr schnell lernen können. Gesetze und Regeln hindern die Menschen daran, Erfahrungen zu machen und aus ihnen zu lernen. Wer innerhalb einer Beziehung die Erfahrung gemacht hat, welche Konsequenzen es haben kann, sich seinem Partner nicht ehrlich gegenüber  zu verhalten, wird daraus lernen. Die Chancen stehen recht gut, dass er relativ schnell lernen wird, wenn er eines Tages ohne seinen bisherigen Partner an der Seite aufwacht.

Z: Im Buch wird eine klare Sprache verwendet. Locke nimmt kein Blatt vor den Mund. Man wird aber beispielsweise keinen Staatsangestellten dazu bringen das Buch zu lesen, wenn man ihn als Tyrannen bezeichnet.

RE: Dieses Buch wendet sich definitiv nicht an einen Staatsangestellten. Es richtet sich vielmehr an all die Menschen, die durch Staatsangestellte unterdrückt werden. Wie ich bereits sagte, funktioniert Herrschaft nur dann, wenn es auf der anderen Seite des Herrschers jemanden gibt, der glaubt, dass ein Herrscher rechtmäßig herrschen würde. Die Zeit, in der man die Herrscher und deren Helfershelfer anders bezeichnen sollte als mit dem einzigen Begriff, der auf sie zutrifft, nämlich Tyrann, sollte in meinen Augen zu Ende sein. In dem wir den Staatsangestellten weiter begegnen, als wenn sie rechtmäßige Vertreter unserer rechtmäßigen Herrscher wären, unterstützen wir sie nur in ihrem Wahn. Die Chance, dass jemand in dieser Position aufwacht, weil wir uns weiter vor ihnen verbeugen und ihren Befehlen gehorchen, ist relativ gering. Wir sollten eher die Gelegenheit nutzen und sie spüren lassen, dass ihre Handlungen unmoralisch sind und dass sie sich selbst erniedrigen, wenn sie sich für ein Handgeld zu Bütteln des Staates erklären. 

Z: Verrätst du uns wie das Böse endet und wie wir unsere Freiheit zurückerlangen?

R.E: Die Antwort auf diese Frage ist einfach. Freiheit beginnt da, wo Herrschaft endet. Wir sollten aufhören, darauf zu warten, dass uns Herrscher jedweder Färbung, jeglicher politischer Richtung, in die Freiheit führen. Das wird niemals geschehen, da durch Herrschaft niemals Freiheit erreicht werden kann. Herrschaft endet in dem Moment, wo ich meinen Wert erkenne und mich nicht mehr einverstanden damit erkläre, beherrscht zu werden. Indem ich jede Kooperation mit den Herrschern verweigere und ihnen auch nicht mehr meine Gefolgschaft signalisiere, indem ich sie alle vier Jahre erneut in ihrem Amt bestätige. Den Herrschern ist es ziemlich egal, welche Partei du wählst oder welche Farbe ihre Herrschaft hat. Das einzige was sie fürchten ist, dass du erkennst, dass ihr Herrschaftsanspruch von vorne bis hinten eine einzige Lüge ist. Freiheit ist also nicht etwas, was dir gegeben werden könnte. Freiheit ist dir genommen worden. Du und nur du alleine kannst Freiheit erlangen, indem du nicht mehr zulässt, dass dich jemand beherrscht.

Unsere „Neue Weltordnung“ wurde schon vor Jahren so festgelegt

Kurzmitteilung Gepostet am Aktualisiert am

Ich beginne zu vermuten dass die Ignoranz nur vordergruendig als der Grund dafuer erscheint warum die Information von Fakten, von Wahrheit, machtlos bleibt.

Es muss ein psychisches Problem sein. Die gehirngewaschene Psyche blockiert die Hereinnahme von abweichender Information.
Fuer den Gehirngewaschenen spielt Realitaet keine Rolle, er ist nicht mehr faehig Realitaet wahrzunehmen.

Wir muessen Wege finden, diese Psyche der heutigen Deutschen, die an Propaganda-induziertem Irresein leidet, aufzubrechen. Das ist nicht einfach, aber wir muessen es versuchen.

Die Befreiung ist ein aktiver Akt!

Zitat Gepostet am Aktualisiert am

Freiheit statt Angst - Revolution

Die Freiheit, die dir gehört und dir genommen wurde, wird dir nicht zurückgeschenkt werden.

Freiheit kann dir nicht gegeben werden. Sie kann dir nur genommen werden.

Es ist Zeit, dass du sie dir zurück holst. Höre auf zu denken, dass irgendjemand das Recht hätte, über dich zu herrschen.

Du bist ein freier Mensch von unendlichem Wert.

Alles was dir die Freiheit nimmt ist böse!