Argumentation

Evolution is conservative

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„It is a truism of biology that evolution is conservative. When something evolves, it must build upon what nature has already produced. New features may be added, and old features may undergo some alteration, but most things remain the same. It is for this reason that the wings of bats, the hands of human beings, and the fins of whales look astonishingly alike in their skeletal form. They even have the same number of bones. Evolution laid down the cornerstones for basic physiology long ago.“

Jordan B. Peterson

 

In einem vorangegangenen Text schrieb ich, dass wir nicht alles zerstören müssen, um Neues zu erschaffen. Meine Worte dort lauteten: Um etwas „besser“ zu machen, muss nicht alles Alte bis auf die Grundmauern abgerissen werden. Es liegt viel Gutes in unserer Vergangenheit. Um eine Zukunft zu erfahren, in der Freiheit wieder den Stellenwert einnimmt, der ihr zusteht, muss nicht alles Bisherige dem Erdboden gleichgemacht werden. (Link)

In der obige Aussage von Jordan B. Petersen finden wir ähnliches. In der derzeitigen Situation haben sehr viele Menschen das Gefühl, dass Altes zerstört werden müsste, um Neues zu erschaffen. Ganz davon abgesehen, dass dies eine enorme Anstrengung wäre, die mit viel Schweiß – und im beschriebenen Kontext auch mit viel vergossenem Blut – einhergehen würde, warum nicht von der Natur lernen oder besser: im Einklang mit der Natur handeln?

Im obigen Text bezieht sich Peterson natürlich auf die evolutionäre Entwicklung der verschiedenen Spezies. Doch wissen Leser meiner Texte, dass ich ein Verfechter der Sichtweise „wie im Kleinen, so im Großen“ bin. Und ich denke wirklich, dass auch die politischen Entwicklung im gewissen Sinne ein evolutionäres Geschehen ist. Natürlich ist die Demokratie nicht der Weisheit letzter Schluss. Und ja, die Demokratie beinhaltet noch sehr viele Elemente verborgener Herrschaft und der Weg in Richtung Freiheit mag noch lang und steinig sein, doch ist es – zumindest in meinen Augen – deutlich, dass wir Menschen uns entwickelt haben. Ältere Formen der Herrschaft haben wir überwunden. Um jetzt unseren Weg der Entwicklung weiterzugehen, müssen wir nicht das Alte zerstören. Wir können darauf aufbauen; das Alte wertschätzen. Wir können handeln, wie es in der Natur zu beobachten ist. Wir können verändern und bewahren. In diesem Kontext liegt darin kein Widerspruch.

Evolution statt Revolution.

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Libertäre Trigger-Worte

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Richtiger müsste die Überschrift natürlich lauten: „Trigger-Worte der Libertären“, denn schließlich sind ja nicht die Worte libertär, doch das erschien mir zu sperrig und die Genauigkeit der Sprache hat über die letzte Zeit doch ziemlich gelitten. Ich habe mich dennoch für obige Überschrift entschieden, will aber zumindest darauf hinweisen, weil mir Genauigkeit wichtig ist – und das nicht nur im Gebrauch der Sprache.

Was sind denn nun „Libertäre Trigger-Worte? Zunächst… was meine ich mit dem Begriff „Trigger“? Ein „Trigger“ ist ein Auslöser. In der Psychologie spricht man von einem Trigger, wenn ein Begriff, ein Wort (oder ein visuelles, kinästhetisches oder olfaktorisches Ereignis zu einem Ablauf eines Geschehens führt, welches nicht der Kontrolle der betreffenden Person unterliegt. Man spricht auch von einem Automatismus. Es ist ähnlich, wie wenn ein Knopf gedrückt werden würde und ein Geschehen (eine Reaktion) in Gang gesetzt wird. Im Unterschied zu einer Reaktion liegt einer Handlung eine Reflexion zugrunde. Man könnte auch sagen, dass die betreffende Person bei einer Handlung eine Wahl hätte. Bei einer Reaktion liegt keine Wahl zu Grunde. Die Person wählt nicht, ob sie so oder so handelt, sondern sie handelt nach einem festgelegten Muster. Es ist ein Mechanismus, dem keine bewusste Entscheidung zugrunde liegt.

Wenn man genau sein möchte, dann müsste man noch erwähnen, dass diese „Wahl“ irgendwann einmal getroffen wurde und fortan einer Handlung ohne erneute Überprüfung zugrunde liegt. Ich spreche hier gerne von einem „Überlebensmechanismus“ und unterscheide somit zwischen „Überleben“ und „Qualität“, da einer einmal getroffenen Entscheidung ja nur in dem jeweiligen Moment eine Qualität innewohnt. Diese Entscheidung war das Beste, was dem Menschen in dem Moment zur Verfügung stand, um einer Situation zu begegnen. Sobald Ereignis und Reaktion eine Verbindung eingegangen sind, steht die Reaktion natürlich sehr schnell zur Verfügung und sorgt somit für Überleben. Eine Qualität hingegen braucht Reflexion, also ein erneutes Betrachten einer Situation, um dann – nach Überprüfung der in dem Moment vorhandenen Handlungsoptionen – die beste herauszusuchen. Das braucht Zeit und Bewusstheit und eignet sich von daher nicht für Situationen, in denen das Überleben bedroht ist.

Soweit so gut. Problematisch wird es eigentlich erst in dem Moment, wenn Menschen zu Reaktionen greifen, in denen das Überleben gar nicht bedroht ist. Hier leidet nämlich die Qualität. Aus immer gleichen Reiz-Reaktions-Mustern erfolgen nämlich meist gleiche bzw. sehr ähnliche Erfahrungen. Daher kommt auch der Spruch: Wenn du etwas anderes erleben willst, musst du etwas anderes tun. Nur – wie gesagt – dieser Vorgang braucht Zeit und Reflexion und vor allem Mut! Warum Mut? Ganz einfach. Es braucht Mut, weil man sich der neuen Situation erneut stellen muss und schließlich wollen wir ja alle überleben. Um sich allerdings zu entwickeln braucht es neue Erfahrungen. Neue Erfahrungen bringen Erweiterungen, neue Erkenntnisse und damit neue Optionen. Das ist also die Qualität…

Also ein Trigger-(Wort) löst ein Reiz-Reaktions-Muster aus. Der Reaktion liegt keine Reflexion zugrunde, die natürlich immer im Hier und Jetzt erfolgen muss. Der Mensch überprüft nicht mehr, sondern zeigt eine Reaktion.

Nach meinen bisherigen Erfahrungen wären libertäre Trigger-Worte Begriffe wie das Wort „Grenze“… oder auch „Land“… Beim Letzteren wäre die Reaktion, den Begriff „Land“ nicht mehr von dem Begriff „Staat“ trennen zu können und automatisch bei dem Begriff „Land“ an den Begriff „Staat“ zu denken und dementsprechend all das zu fühlen, was mit den Begriffen „Herrschaft“, „Kontrolle“, „Unterdrückung“ usw. einhergeht, aber mit dem Begriff „Land“ überhaupt nichts zu tun hat.

Ähnliches passiert auch in einem Libertären in Bezug auf das Wort „Grenze“. Obwohl Grenzen natürlich sind und (Über-)Leben überhaupt erst durch Grenzen möglich wird, gibt es eine Koppelung an den Begriff „Staat“ und somit sind Grenzen schlecht, da sie Staaten definieren. Zumeist werden „Grenzen“ dann als Gefängnisse wahrgenommen und nicht mehr in ihrer ursprünglichen Funktion, die mit Sicherheit zu tun hat, denn Grenzen haben in erster Linie eine Schutzfunktion. Grenzen schützen. Das Grenzen schützen und das Staat und Land zwei verschiedenen Dinge sind, ist für jemanden, der innerhalb eines Reiz-Reaktions-Schemas lebt, nicht mehr wahrnehmbar. Sad but true. Wäre ich jetzt Therapeut und die betreffende Person würde sich Hilfe wünschen, da sie selbst gemerkt hat, dass ein Reiz-Reaktions-Muster ihre Lebensqualität einschränken, dann hätte ich Verständnis und könnte helfen. Voraussetzung ist aber die Erkenntnis der betreffenden Person, dass ihr etwas fehlt (nämlich die Fähigkeit zu entscheiden) und der Wunsch, daran etwas verändern zu wollen. Ist weder Wunsch noch Erkenntnis vorhanden, gibt es keine Möglichkeit des Kontaktes. Reiz-Reaktions-Muster sind nämlich geschützt. Da das Überleben an dieser Stelle im Vordergrund steht, wird eine Berührung an dieser Stelle als Bedrohung wahrgenommen. Da diese Bedrohung mit der Situation verbunden wird und das Gegenüber meist Teil dieser Situation ist, wird diese Bedrohung als vom Gegenüber kommend interpretiert und das Gegenüber abgelehnt. Soweit so schlecht, denn hier geht es nun nicht weiter. Das Gegenüber hat keine Chance mehr, die Person tatsächlich zu erreichen. Für dich als Nicht-Therapeut erscheint die Person starrköpfig und unwillig, sich der Situation zu stellen und sehr schnell wirst du die Lust verlieren, dich mit der Person noch weiter zu beschäftigen. Die Person selbst nimmt dich als Bedrohung wahr und will auch am liebsten nichts mehr mit dir zu tun haben.

Als weiteres libertäres Trigger-Wort hat sich der Begriff „Pflicht“ herauskristallisiert. „Pflichten“ scheinen etwas zu sein, was mit „Zwang“ in Verbindung gebracht wird. Auch hier scheint eine Vermischung beider Begriffe stattzufinden, obwohl „Pflicht“ und „Zwang“ völlig unterschiedliche Bedeutungen haben. Eine Pflicht ist nämlich etwas, was sich die Person selbst auferlegt hat. Sie hat sich dazu entschieden etwas zu tun, in dem Wissen, dass es ihr nicht immer gleichermaßen leichtfallen wird, sie es aber dennoch tun will. Bei einem Zwang ist es natürlich anders. Hier wird die Person gegen ihren Willen zu etwas gezwungen. Wenn ich jetzt einer Pflicht nachkomme, dann tue ich es, weil ich es will, auch wenn es mir nicht immer leichtfällt.

„Zwang“ ist ein weiteres Trigger-Wort der Libertären. Pflicht und Zwang sind zwei verschiedene Begriffe und das nicht ohne Grund. Bei dem Begriff „Zwang“ handelt es sich um ein Element, welches auch in keiner noch so freien Gesellschaft fehlen darf. Wenn mir mein Eigentum weggenommen wird, dann darf ich mich wehren. Wenn mein Leben bedroht wird ebenso. Diese auch im deutschen Rechtssystem enthaltenen Optionen sind als „Jedermannsrechte“ bekannt. An anderer Stelle habe ich ausführlicher über diese Jedermannsrechte und den sich daraus entwickelnden Sonderrechte geschrieben. (Link)

Tatsächlich sind Sonderrechte nur die Erweiterung der Jedermannsrechte. Sonderrechte stehen nur bestimmten Personen innerhalb einer Gesellschaft zu. Es ist vollkommen unmöglich eine Gesellschaft aufzubauen, in der jeder die gleichen Rechte hat. Ganz grundlegend ist dies natürlich der Fall, doch muss in bestimmten Situationen die Möglichkeit bestehen, dass unter bestimmten festgelegten Bedingungen die grundlegenden Rechte eines Menschen außer Kraft gesetzt werden können. Dies sollte natürlich immer einer sehr genauen Kontrolle unterliegen. Ohne Sonderrechte wäre es einer bestimmten Instanz nicht möglich, die Unversehrtheit der Wohnung außer Kraft zu setzen, um zum Beispiel im Verdachtsfall eine Durchsuchung vorzunehmen. Schon jetzt ist das Aussetzen dieses Grundrechtes nur nach richterlichem Beschluss zulässig. Kein Polizist darf einfach so in eine Wohnung spazieren und eine Durchsuchung vornehmen. Doch ist eine Durchsuchung auch gegen den Willen der Person grundsätzlich möglich, nach (vorübergehender) Außerkraftsetzungen der Grundrechte.
Niemand anderes außer der Polizei, einer Instanz, der ich diese Sonderrechte zugestanden habe, da ich in einer sicheren Gesellschaft leben möchte, darf in meine Wohnung, ohne dass ich das will. Diese Sonderrechte sind notwendig, weil ein Dieb sich ja ansonsten auf seine Grundrechte berufen könnte und der Meinung ist, dass niemand mehr Rechte hat, als jemand anderes. Jemand, der jemandem anderen Gewalt antut, muss gestoppt werden. Dazu hat die Polizei das Sonderrecht des unmittelbaren Zwang (§ 52 PolG). Bei einer Zuwiderhandlung oder Verweigerung einer berechtigten Aufforderung nachzukommen, darf die Polizei „Zwang“ zur Anwendung bringen. Und es muss eine Instanz geben, die ein solches Sonderrecht besitzt, da ansonsten kein sicheres Zusammenleben innerhalb einer Gesellschaft möglich ist. Genauso wenig ist es möglich, jedem diese Sonderrechte zuzugestehen. Jeder Mensch hat Rechte, auch sein Eigentum zu schützen oder sich (und andere) gegen Gewalt zu wehren (Notwehr/Nothilfe), doch nur unter Auflagen dürfen Sonderrechte vergeben werden.

Auch wenn jetzt viele das Gefühl haben, dass sie nicht zugestimmt hätten, da sie der Meinung sind, dass ihnen das Grundgesetz einfach so vorgesetzt worden wäre, gibt es ähnliches in der amerikanischen Verfassung. Damit will ich sagen, dass jede vernünftig agierende Gruppe, die ein grundlegendes Regelwerk zum Zusammenleben innerhalb einer Gemeinschaft entwerfen will (Verfassung), nicht umhinkommt, sich darüber Gedanken zu machen und sie wird schließlich zu dem Schluss kommen, dass auch in einer freiheitlichen Gemeinschaft Sonderrechte vergeben werden müssen. Die amerikanische Verfassung war immerhin das bislang freiheitlichste Regelwerk zum Zusammenleben von Menschen. Dass diese über die Zeit korrumpiert wurde, ist nicht den Gründervätern anzulasten, sondern der Dummheit der Menschen und ihrer Bequemlichkeit. Freiheit braucht ebenfalls ständige Überwachung.

Zurück zum Begriff „Zwang“… Zwang ist also ein Instrument, jemanden zu etwas zu bewegen, was er nicht will. Gleichermaßen aber auch etwas, was nach dem Regelwerk der Gemeinschaft notwendig ist. Eine Pflicht ist die Beschreibung von etwas, was im Regelwerk der Gemeinschaft beschrieben ist und der Zwang ist die Möglichkeit der Gemeinschaft, dafür zu sorgen, dass jeder sich an diese Regeln hält. So schwer ist das eigentlich nicht zu verstehen. Eltern üben im gewissen Sinne bei der Erziehung ihrer Kinder auch Zwang aus. Ein Lehrer übt Zwang gegenüber seinen Schülern aus, wenn sie sich weigern den aufgestellten Regeln zu folgen. Eine Bestrafung folgt bei Nichteinhaltung der Vorgabe (Zwang). Die Strafe sorgt dafür, dass die aufgestellten Regeln eingehalten werden. Eltern haben mehr überblick als Kinder. Deswegen wird kleinen Kindern das Feuerzeug weggenommen, damit sie damit nicht herumspielen. Wenn das Kind sich weigert, das Feuerzeug herauszugeben, wenden die Eltern Zwang an und nehmen dem Kind das Feuerzeug unter „Anwendung von Gewalt“ weg. Das Kind wird vermutlich danach weinen, doch muss (und wird) es lernen. Im besten Fall geben sich die Eltern Mühe, ihrem Kind zu erklären, warum sie in dem Fall so gehandelt haben. Das tut der Gesetzgeber auch. Gesetze sind im Regelwerk zum Zusammenleben von Menschen festgelegte Regeln. Das befolgen dieser Regeln ist eine Pflicht und bei Nichteinhaltung einer Pflicht kann Zwang ausgeübt werden.

Einige Libertäre sind nun der Meinung, dass es keinerlei Zwang in einer Gemeinschaft geben dürfte. Das ist Quatsch. Auch Regeln muss es geben und ja, man kann diese Regeln, wenn sie für alle gelten sollen, Gesetze nennen. Wenn jemand sich nicht an die gemeinsamen Regeln (Gesetze) hält, muss Zwang ausgeübt werden. In jeder freiheitlichen Gemeinschaft müssen diese Elemente vorhanden sein. Ein Zusammenleben in Sicherheit und Freiheit ist ansonsten nicht möglich.

Aktuell ist es der Begriff „Wehr-Pflicht“ der unmittelbar mit dem Begriff Zwang verbunden wird. Dabei ist dies natürlich ein interner Prozess. Es handelt sich um eine Pflicht… nicht um einen Zwang. Es ist eine Pflicht, sobald es ein dazugehöriges Regelwerk gibt und du kannst dich dazu entscheiden… oder dich weigern… doch dieses Angebot zu einer Pflicht wird dir gegeben, in dem Wissen, dass nicht jeder gleich freudestrahlend darauf zu läuft. Bei einer Pflicht ist sozusagen klar, dass es dir nicht immer leichtfallen wird und du es dennoch tun solltest, da es dich weiterführt, dir neue Erkenntnisse und Optionen vermittelt und weil es das Regelwerk vorsieht.

Jeder Mensch braucht „Pflichten“. Durchhalten, auch unter widrigen Umständen, führt zu erweiterten Fähigkeiten. Jeder Musiker, jeder Sportler weiß, dass er seine Tätigkeit zu einer Pflicht machen muss. Denn ansonsten würde die Person den meist schwierigen Weg über all die Hürden nicht gehen. Es ist sogar so, dass das Leben eines pflichtbewussten Menschen meist gar nichts mit stetiger Entwicklung zu tun hat, weil das Plateau die Ebene ist, auf der sich der Mensch meist aufhalten wird. Erst nach langer Zeit des Aufenthaltes auf einem Plateau, einem Bereich, in dem sich „nichts“ zu tun scheint, es keinen merklichen Fortschritt gibt, kommt es dann plötzlich zu einer Entwicklung, die natürlich wieder auf einem Plateau münden wird. Pflichten helfen Plateaus zu überwinden, doch nur in dem Sinne, als dass sie der betreffenden Person helfen, das Plateau zu lieben. Entwicklung darf in diesem Sinne nicht im Vordergrund liegen, da ansonsten ihr Fehlen viel zu sehr in der Wahrnehmung wäre.

Pflichten helfen Menschen zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Pflichten helfen Menschen, Dinge zu tun, ohne unmittelbare Belohnung, in dem Wissen (oder der Hoffnung), dass in der Zukunft etwas liegt, was du erreichen möchtest. Pflichten sind verbunden mit Wegen, die nicht immer leicht sind. Die zumeist sogar meist hart sind und die du dennoch gehen möchtest. Dafür braucht es Disziplin. Und mir ist völlig klar, warum der Begriff „Pflicht“ zu einem Trigger-Wort geworden ist. Natürlich nicht nur der Libertären, sondern generell, da wir in einer Zeit leben, in der Disziplin nicht mehr erstrebenswert zu sein scheint. Disziplin ist ein weiteres Trigger-Wort geworden. Es ist traurig, doch gerade Pflichten und Disziplin sind sehr wertvolle Qualitäten, die nicht nur besondere Eigenschaften eines Menschen selbst sind, sondern auch das Zusammenleben von Menschen ganz maßgeblich mitbestimmen. Ein Leben in einer Gemeinschaft von Menschen in denen keine Pflichten übernommen werden? Wie soll das gehen? Eine Gemeinschaft ohne Disziplin? Undenkbar. Eine Gemeinschaft ohne Erkenntnis der Wichtigkeit von Grenzen? Eine Gemeinschaft ohne verbindendes Element eines gemeinsam bewohnten Gebietes, eines Landes? Unmöglich!

Und hier wird deutlich, wie sehr die „Libertären“ sich in einem Traumschloss bewegen und jeglichen Kontakt zur Realität verloren haben. Eine Gesellschaft, in der diesen wichtigen Elementen kein Raum gegeben wird, kann niemals funktionieren. Die Wehrhaftigkeit eines Volkes oder der Wille eines Volkes eine Wehrkraft zu besitzen, ist vielschichtig. Zunächst braucht es ja den Willen, sich zu verteidigen. Bei vielen „Libertären“ scheitert es bereits an dem falsch verstandenen Begriff des NAP, der nicht bedeutet, sich zuerst schlagen lassen zu müssen, bevor eine Gegengewalt erfolgen kann.

Das NAP bedeutet weder, sich ausnutzen lassen zu müssen, noch dass ich mich zuerst schlagen lassen muss. Ich muss keine gegen mich oder gegen eine andere Person gerichtete Gewalt dulden. Ich muss weder mich noch meine Familie zunächst abstechen lassen, bevor ich zur Notwehr bzw. Nothilfe greife. Das NAP beutet nur und ausschließlich, dass von mir keine Gewalt ausgeht, solange nicht mein Wohl oder das meiner Familie (eines Dritten) direkt bedroht wird. Dann sind andere Begriffe wichtig, die häufig bei Libertären zur Schnapp-Atmung führen, wie Land oder Besitz, denn nicht nur Leben muss verteidigt werden, da ein Überleben ohne Land und Besitz nicht möglich ist. Des Weiteren gibt es bei allen Dingen, die wir lernen wollen, Hürden, die es zu überwinden gilt. Dazu bedarf es einer gewissen Anstrengung aber eben auch einer Motivation. Wenn die Begriffe „Land“ oder „Grenzen“ nicht mit Inhalt gefüllt sind, sondern ständig verwechselt werden (Land→Staat, Grenzen→Gefängnis statt Schutz) dann gibt es diese Motivation zur Verteidigung ja gar nicht. Daneben fehlt es den meisten an Disziplin und auch an Pflichtbewusstsein. Pflicht ist auch ein Begriff, zu dem viele Libertäre überhaupt keinen Zugang haben, da sie ihn mit Zwang assoziieren. Pflicht bedeutet hingegen etwas selbst auferlegtes und nicht etwas von außen aufgezwungenes. Wehrpflicht basiert also auf einer Erkenntnis, dass man wehrhaft sein möchte, weil es a) etwas zu verteidigen gibt, was einem von wert ist (Land/Besitz/Leben) und man b) die nötige Disziplin und das Pflichtbewusstsein hat, die dafür nötigen Fertigkeiten zu erlangen.

Über allem steht Verantwortung. Verantwortung, die ein Mensch für sich selbst übernimmt und Verantwortung, die er in einer Gemeinschaft für andere übernimmt. Wir alle haben die Verantwortung für uns selbst, ein moralisch gefestigtes und ethisch einwandfreies Leben zu leben und die Verantwortung für andere, den Menschen unserer Gemeinschaft, zu ermöglichen, ein Leben in Freiheit leben zu können. Die Wertschätzung von Grenzen als Schutz, Übernahme von Verantwortung (für sich selbst und andere), der Wille, sich und andere zu verteidigen, Zwang als Mittel zur Einhaltung eines gemeinsamen Regelwerkes zu akzeptieren und die Bereitschaft Pflichten zu übernehmen, für die persönliche Entwicklung und für das Wohl anderer innerhalb einer Gemeinschaft, das sind die grundlegenden Elemente für ein effektives, funktionierendes und qualitativ hochwertiges Zusammenleben. Fehlt eines dieser Elemente, gibt es keine Entwicklung und keine Gemeinschaft hat Bestand.

Kultur als Indoktrinationswerkzeug

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Kultur etabliert Konzepte von Herrschaft

von Rudolf Engemann

 

Im Buch “The End of all Evil” beschreibt Jeremy den Vorgang, wie wir Menschen durch die Kultur indoktriniert werden. Von ihm beschrieben als DAS Instrument der Herrscher, um Herrschaft zu etablieren und zu stabilisieren, zeigt sich die Indoktrination bereits in der geringen Bereitschaft einiger, sich von der innerhalb der Gesellschaft gebräuchlichen Definition des Begriffs Kultur zu lösen und darüber hinaus zu blicken. Häufig mit den “Errungenschaften der Menschen assoziiert, mit Kunst und der “gewachsenen Moral”, werden innerhalb der Kultur Verhaltensregeln aufgestellt, die subtil das Denken der Menschen lenken.

Buch

Das lateinische Wort „cultura“ bedeutet Bearbeitung, Pflege, Ackerbau und bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Interessant in diesem Zusammenhang für mich ist die weitere gesellschaftliche Definition, die unter dem Begriff „Kulturleistung“ zusammengefasst ist. Sie benennt alle formende Umgestaltung eines gegebenen Materials, wie in der Technik oder der bildenden Kunst, aber auch geistige Gebilde wie Moral, Religion, Recht, Wirtschaft und Wissenschaft. Dies sind alles Faktoren, die gesellschaftlichen Strömungen unterliegen. Das heißt der Zeitgeist formt diese jeweils einer Kultur entsprungenen Elemente.

Zwar geschieht die Bearbeitung und Pflege der uns überantworteten Natur auch nicht vollständig freiwillig, da wir ja durch die Bearbeitung und „Kultivierung“ des Bodens Nahrungsmittel gewinnen, die unser Überleben sicherstellen, aber die Arbeit an monumentalen Bauwerken ist definitiv mit Zwang verbunden. Jede Kultur hat sichergestellt, dass zu ihrer Zeit Bauwerke erschaffen wurden, die die Größe der jeweiligen Kultur symbolisieren sollten. Der Begriff „Größe“ verschleiert den dahinterliegenden Begriff „Macht“. Diese Bauwerke sollten und sollen die Macht der jeweiligen Herrscher bzw. der jeweiligen Herrschaftsform symbolisieren. Auch die Kirchen dienten und dienen der Symbolisierung, dass die Religion „über den Menschen“ steht und zementierten genauso die Macht, die damit einhergeht, wenn etwas besser ist, als der Rest der Menschen. Politische Bauwerke, Gebäude der Staatsmacht und der Behörden, Tempel der „Wissenschaft“, große Universitäten und Gebäude von Banken sollen Ehrfurcht einflößen. Sie sollen im normalen Menschen das Gefühl erzeugen, dass sie es in diesen Gebäuden mit Personen zu tun haben, die „besser“ sind, die mehr wissen, die aus der Masse herausragen und die deshalb zum Herrscher bestimmt sind.

Zur Zeit des Adels waren es die Blutlinien, die dafür sorgten, dass die Nachkommen dieselben „Ämter“ übernahmen, aber es musste dennoch etwas Äußeres geben, Schlösser und Prunkbauten, die dem einfachen Volk vermittelten, dass hier die Herrscher wohnen. Herrscher umgaben und umgeben sich mit derlei Pomp, um dem Menschen zu vermitteln, dass sie mit Fug und Recht Herrscher sind.

Die Angst der Herrscher war in allen Zeiten dieselbe, nämlich dass die Menschen erkennen, dass die Herrscher kein angestammtes Recht darauf besitzen, Herrscher zu sein. Und dass sie nur solange Herrscher sind, solange Menschen anerkennen, dass sie weniger wert sind, als sie. Die Macht der Herrscher endet in dem Moment in dem der Mensch erkennt, dass er von unendlichem Wert ist und dass es nichts gibt, was über ihm steht. Diese Erkenntnis führt Menschen aus der Herrschaft, beendet ihr Sklavendasein und beendet die Legitimierung eines Herrschers.

Zigtausende Menschen haben zur Errichtung dieser Bauwerke ihr Leben gelassen. Den Herrschern war es egal. Sie mussten nur dafür sorgen, dass in den Schulen genügend indoktrinierter Nachwuchs herangezüchtet wird, die die freigewordenen Stellen übernehmen und ihr Leben in den Dienst der Herrscher stellen, um diese Bauwerke zu schaffen. Heute stehen viele Menschen staunend vor diesen monumentalen Bauten und verherrlichen vergangene Herrschaft über Menschen. Sie erkennen nicht, dass sie damit Opfer der gesellschaftlichen Indoktrination geworden sind und Herrschaft als Element huldigen. Sie sehen nicht die Arbeitsbedingungen, den Zwang, den geringen Lohn, die Todesfälle und sie sehen auch nicht, dass die Arbeiter in einfachen Hütten hausten, während die Herrschenden sich von ihnen Prunkbauten bauen ließen. Sobald das Gebäude fertig war, durften nur noch „besondere“ Menschen hinein. Wenn das einfache Volk im Anschluss diese Gebäude überhaupt noch betreten durften, dann nur als Sklaven, als Bedienstete oder um die Herrschenden um etwas zu bitten, um Anträge zu stellen, um dort sich dem Urteil der Herrschenden zu stellen, in dem Richter als Vertreter der jeweiligen Herrscher, über sie „Recht“ sprachen.

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Kultur zementiert Herrschaft in die Köpfe der Menschen. Kultur sorgt dafür, dass die Menschen weiterhin daran glauben, dass sie Herrscher benötigen würden, dass sie weniger Fähigkeiten hätten, dass sie weniger Wert wären, dass Herrscher zu Recht Herrscher sind und dass Herrschaft ein Element ist, welches in der menschlichen Natur liegt. Dies ist eine Lüge! Der Glaube an Herrschaft wird von Generation zu Generation weitergegeben. Sprache wird kontrolliert um Menschen dies glauben zu lassen. Kultur ist geschaffen worden um Hierarchien aufzubauen. Kultur sorgt dafür, dass Menschen glauben, dass sie einen begrenzten Wert hätten. In Wahrheit hat jeder Mensch den gleichen Wert. Der Wert der Menschen ist unendlich. Die Freiheit der Menschen wird durch diese Lüge eingeschränkt. Wenn Menschen ihren Wert erkennen, endet Herrschaft.

„Die Kulturen sind zum Schutz der Herrscher geschaffen worden. Es ist die Aufgabe der Kultur sicherzustellen, dass Sprache nicht frei fließen kann. Um das zu erreichen, erstellt sie ein Raster, wie das Denken geartet sein darf und dass die Sprache angemessen sein muss.
Als erstes stellt die Kultur sicher, dass es als unmoralisch gilt, Autoritäten zu hinterfragen. Die Rechtsstaatlichkeit, der absolute Respekt vor der Strafverfolgung, die Besonderheit der Politiker und der Adel des Königs sind Beispiele der kulturellen Manipulation des Denkens. Kultur kann nicht zulassen, dass die Menschen ein bestimmtes Gesetz, die geforderte Treue einem König gegenüber oder ein bestimmtes System von Autorität in Frage stellen. Stattdessen lehrt die Kultur, dass diese Dinge nicht hinterfragt werden dürfen. Es ist niemals erlaubt, den König, den Diktator oder die Demokratie in Frage zu stellen.“

Jeremy Locke

Damit so etwas wie Herrschaft überhaupt von den Menschen akzeptiert wird, müssen sie darauf eingestimmt werden. Absoluter Gehorsam vor den Herrschern muss den Menschen beigebracht werden. Der Pomp und Prunk mit denen sich die Herrscher im allgemeinen umgeben, sind ähnlich wie die glitzernden Insignien und merkwürdigen Uniformen der Vollstrecker, Mittel, um den Herrschaftsanspruch zu untermauern.

Diese Dinge nicht mehr zu hinterfragen, Unsicherheit zu verspüren, wenn es darum geht, sich eine herrschaftslose Gesellschaft vorzustellen, zu gehorchen, bereit zu sein, deine Freiheit aufzugeben, ja vielleicht sogar mit Ängsten zu reagieren, vor dem drohenden “Chaos”, welches angeblich zwangsläufig mit herrschaftslosen Gesellschaften einhergehen muss… All das sind Zeichen der Indoktrination der Kultur. Die Kultur sorgt dafür, dass du Zuflucht beim Staat suchst. Sie bietet dir an, dich vor Feinden zu schützen, die sie selbst geschaffen hat.

Sie sorgte damals dafür, dass du den König respektierst und nicht auf die Idee kamst zu fragen, wieso “blaues Blut” einen Herrschaftsanspruch rechtfertigt. Nachdem das nicht mehr funktionierte, weil immer mehr Menschen die Absurdität in diesem Glauben entdeckten, veränderte sich die Strategie der Herrscher und Kultur schuf den Gott der Staaten, den Gott der Demokratie und sorgte dafür, dass alle Menschen der Meinung sind, das dies jetzt die höchste aller möglichen Formen des menschlichen Miteinander wäre.

Was wir jetzt erleben, ist der erneute Niedergang einer Kultur. Der Thron der Herrscher wackelt. Immer mehr Menschen erkennen die Demokratie als das, was sie ist: Ein Instrument der Unterdrückung der Menschen. Sogar als ein besonders übles Instrument der Unterdrückung aus zweierlei Gründen: Weil den Menschen vorgegaukelt wird, sie könnten ihr Schicksal selbst bestimmen und weil jeder Einzelne zum Unterdrücker seines Nachbarn gemacht wird. Demokratie ist eine Lüge. Und Kultur hat dafür gesorgt, dass Menschen diese Lüge glauben. Kultur zementiert Herrschaft in die Köpfe der Menschen.

Es ist ein Fehler, anzunehmen, dass Herrscher dumm wären. Was wäre geschickter, als Konzepte von Herrschaft an einer Stelle zu verstecken, wo es kaum jemand vermutet? Konzepte von Herrschaft sind uralt. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben. Sie haben ihren Ursprung in der Situation, in der ein Mensch einen anderen Menschen in seinem Sinne benutzen will, um einen Vorteil für sich daraus zu gewinnen. Es gibt die Möglichkeit, mit Gewalt einen anderen Menschen zu etwas zu zwingen, was aufwendig und „kräfteraubend“ ist, weil der Herrscher mit ständiger Gegenwehr zu rechnen hat und ein enormes Maß an Kontrolle notwendig ist, damit sich der Mensch der Herrschaft nicht durch Flucht entzieht.

Die andere Möglichkeit ist, das Denken der Menschen dahingehend zu verändern, dass sie Herrschaft als grundlegendes Konzept akzeptieren. Ab dem Moment laufen Menschen nicht mehr weg und entziehen sich der Herrschaft und sie neigen auch viel weniger dazu, zu murren und sich über die ihnen auferlegte Last, die Herrscher per Zwang mitzuversorgen, aufzulehnen. Die Herrscher kontrollieren das Denken der Menschen, weil es viel leichter ist über Menschen zu herrschen, die nicht wissen, dass sie beherrscht werden.

Um diesen Zustand zu erreichen, muss das Denken der Menschen im Sinne der Herrscher geformt werden. Grundlegende Ideen von Herrschaft müssen in die Köpfe der Menschen transportiert werden. Zwar wird das Denken der Menschen am leichtesten in der Kindheit, durch das Elternhaus und durch die Schule geformt, aber bis es dazu kommt, muss das Denken der Menschen direkt beeinflusst werden – durch andere Menschen, die gedungen sind, so zu tun, als ob sie diesen grundlegenden Ideen von Herrschaft zustimmen würden. Dieses sind die Komplizen der Herrscher, die sich für einen Anteil an der Beute dazu bereit erklären, das Denken der Menschen durch Wort, Schrift und Bild im Sinne der Herrscher zu beeinflussen. Menschen dieser Kategorie, gehören auf die heutige Zeit übertragen, zum Beispiel der Berufsgruppe an, die mit Medien zu tun haben. Häufig sind sie als Journalisten unterwegs und schreiben Berichte im Sinne der Herrscher oder erstellen Beiträge, in denen das noch viel mächtigere Werkzeug des Bildes zur Anwendung gebracht wird. In Filmen sehen die Menschen, wie andere sich Herrschaftskonform verhalten und akzeptieren dieses Verhalten als natürlich. Der Geist der Menschen wird auf jede denkbare Weise beeinflusst. So werden nicht nur die Handlungen, sondern auch die Reaktionen der Menschen direkt gelenkt.

Nachdem dieser Zustand erreicht ist, geben Menschen ihr geformtes und mit Konzepten von Herrschaft vergiftetes Denken direkt an ihre Kinder weiter und sie akzeptieren widerstandslos, dass dieses Denken ebenfalls in den Schulen an ihre Kinder vermittelt wird. Der natürliche Widerstand der Kinder gegen Konzepte der Herrschaft wird durch Gewalt und Liebesentzug gebrochen. Eltern handeln an dieser Stelle bereits in dem Glauben, das Richtige zu tun, um ihren Kindern einen leichten Einstieg in die Gesellschaft zu ebnen. Dieses Denken zeigt die erreichte Akzeptanz, dass Menschen sich auf bestimmte Weise zu verhalten haben, da sie sonst nicht in das gewünschte Raster der Gesellschaft passen. Die Alternative hierzu wäre der angedrohte Ausstoß aus der Gemeinschaft. Die in diesem Szenario enthaltene Gewalt ist massiv, da ganz grundlegend das Überleben eines Menschen von Gemeinschaft abhängt. Ergo wird sich der Mensch „entscheiden“, seinen (natürlichen) Widerstand gegenüber Konzepten der Herrschaft fallen zu lassen und sich unterwerfen. Über die Zeit muss diese Unterwerfung im Geist des Menschen verborgen werden, weil dieser Selbstbetrug ansonsten unerträglich wäre. Der Mensch vergisst seinen Widerstand und wird zum Verfechter der Ideen von Herrschaft.

Alleine zu sagen, dass Herrschaft gut wäre, genügt nicht. Es ist ein viel geschickteres Vorgehen nötig, um das Denken der Menschen zu verändern, damit sie Herrschaft als unabänderliche Tatsache akzeptieren. Am geschicktesten funktioniert Manipulation, in dem das gewünschte Ziel vollständig vor den Augen des Manipulierten verborgen ist. Anstatt direkt auf das Thema Herrschaft einzugehen, dreht es sich um scheinbare Nebensächlichkeiten, die den natürlichen Schutzmechanismus der Menschen unterlaufen. Perfekt ist die Manipulation dann, wenn die Manipulation alle Lebensbereiche des Menschen umfasst.

Heute sind diese Konzepte von Herrschaft in jedem Artikel, in jedem Wort der Helfershelfer der Herrscher (die häufig selbst nicht wissen, dass sie von den Herrschern missbraucht werden) enthalten. Diese Konzepte befinden sich in den unbewegten und in den bewegten Bildern. In Filmen wird diese Botschaft besonders leicht transportiert, weil der passive geistige Zustand der Menschen bei der Aufnahme der Informationen über dieses Medium, besonders anfällig für Manipulationen ist. Diese Manipulationen sind überall versteckt. Einmal als Same ausgebracht, verbreiten sich diese krankhaften und das Denken der Menschen vergiftenden Ideen in alle Lebensbereiche. Freie Elemente finden sich allenfalls noch im Spiel oder der Kunst, aber auch nur insofern es sich nicht um angepasste oder kultivierte Kunst handelt. Auch Kunst kann durchaus im Sinne der Herrscher beeinflusst sein.

Wenn es sich um ein wildes Stück Land handelt, welches gerodet und vorbereitet werden muss, um einen Samen aufzunehmen, aus dem später eine bestimmte gewünschte Pflanze wächst (und möglichst nur diese) spricht man von der Kultivierung dieses Stückchen Erde. Ein Volk von Menschen, die bislang nicht der „Zivilisation“ angehörten und unentdeckt in unzugänglichen Gebieten der Erde überlebt haben, nennt die Gesellschaft „unzivilisiert“ und spricht davon, dass man diesen Menschen doch Kultur beibringen müsse. Diesen „Wilden“ (natürlichen) Menschen, die in ihren Gesellschaften keine oder kaum Konzepte von Herrschaft haben, muss beigebracht werden, was es heißt, ein kultivierter Mensch zu sein. Sich auf eine bestimmte Weise zu benehmen, sich „anständig“ zu verhalten, keinen Widerspruch zu leisten, sich nicht zu wehren, das Wohl der anderen höher zu schätzen, als das eigene und grundlegend zu akzeptieren, dass es jemanden gibt, der besser ist als man selbst, der „weiß“ wie es geht, der die Richtung vorgibt und dir sagt, was du zu tun und zu lassen hast.

Anfänglichen (natürlichen) Widerständen gegenüber diesen Konzepten wird begegnet, in dem sie als alternativlos dargestellt werden, indem der Wert der Menschen dahingehend zerstört wird, als dass ihr Widerstand als „verrückt“ und „dumm“ bezeichnet wird und ihnen angedroht wird, dass ihr Überleben ansonsten in Frage gestellt wäre. Übrigens ist zu beobachten, dass jeder, der über ein bestimmtes Maß an seinem Widerstand festhält, von den Herrschern beseitig wird. Es kann nicht zugelassen werden, dass Prinzipien der Freiheit in den Gesellschaften der Menschen verbleiben, da sie ansonsten das Projekt der Herrscher gefährden würden.

Nur ein kultivierter Mensch ist innerhalb einer Kultur der Herrscher akzeptiert. Kultivierte Menschen hinterfragen die Konzepte von Herrschaft nicht. Kultur ist das Werkzeug der Herrscher, um Konzepte von Herrschaft in das Denken der Menschen zu transportieren.

Das freie Spiel der Menschen, ihr Tanz, ihre natürliche Moral, Liebe, Wertschätzung, Frieden, Ehrlichkeit, Wohlstand, das Gefühl für natürliche Schönheit, Kunst, Malerei, Bildhauerei… ihr gesamtes natürliches Miteinander hat nichts mit Kultur zu tun. Alle diese Dinge muss man nicht zu den Menschen bringen, man muss sie den Menschen nicht beibringen, denn sie haben sie natürlicherweise in sich. Alle diese Dinge sind ganz natürliche menschliche Prinzipien.

Kultur ist das, was Natürlichkeit zerstört. Kultur ist das, was das Denken der Menschen vergiftet. Kultur ist das, was Menschen an ihre Position als Sklave anpasst. Kultur ist das, was Menschen ihre Herrscher akzeptieren lässt. Kultur ist das, was die Menschen vergessen lässt, dass sie unendlichen Wert haben.

 

I am what’s necessary

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I am what’s necessary – warum ich mit naiven Bücherwürmern keine Geduld mehr habe

von Antje Kues

Es dürfte um 2010 herum gewesen sein, auf irgendeiner der damals noch seltenen Veranstaltungen, bei denen sich das kleine libertäre Netzwerk im realen traf. Es führten damals zwei junge Männer ein Streitgespräch und zwar in der Form, dass sie sich gegenseitig mitteilten, was einer der großen liberalen oder libertären Gelehrten dazu meinte: „X hat gesagt…“ – „Ja richtig, aber Y meint…“ – „Das stimmt zwar, das sehe ich aber anders, weil Z hat ja auch gesagt…“
Dieses surreale Erlebnis war für mich ein früher Warnschuss, was in diesem Netzwerk möglich ist und wie wenig intuitiv und realitätsbezogen die freiheitliche Idee eigentlich gelebt wird.

Der zweite Warnschuss waren die wiederkehrenden Reaktionen auf mein Bekenntnis, dass ich für mein libertäres Weltbild kein einziges abhandelndes Buch gelesen hatte und ich stattdessen auf alles aus eigenem Beobachten, Analysieren und Schlussfolgern gekommen bin. Ich habe selbstverständlich Schlagworte und Memes auf mich wirken lassen und in meine Überlegungen einbezogen, doch meine Zusammenhänge habe ich mir immer selbst erdacht.

Was war ich damit doch für eine Provokation. „Man braucht aber schon ein wenig intellektuelle Substanz in Form von Büchern um sich in Diskussionen mit Etatisten behaupten zu können“ war das harmlosere, „Dann bist du völlig unzureichend libertär gebildet, lies erst mal ein paar Bücher, bevor du hier mitreden willst“, war durchaus üblicher.

Das war vor 7-10 Jahren. Damals war dieser Elfenbeinturm zwar schon aggressiv-arrogant zum eigentlich davonlaufen, aber wenigstens noch „belesen“. Und so verrückt das klingen mag, manchmal wünsche ich mir diese Art belesene, verschwurbelte Klugscheisser zurück, die zumindest ähnlich wie manch gläubige Muslime den Koran im libertären Falle alle Bücher von Baader bis Rothbard auswendig konnten. Denn wenn ich mir heute ansehe, was an geistig (und ich meine damit das eigene Hirn benutzen) substanzlosen Hipstern der Generation Selbstüberschätzung sich heute libertär nennt, dann fühle ich mich – um beim Beispiel Islam zu bleiben – an jene Horden Jungmuslime erinnert, die alkoholsaufend Frauen belästigen aber entscheiden wollen, was halal ist und was nicht.

Und für die European Junglibertären for wahre Leere (ESFL) und andere „Prinzipientreue“ ist nichts mehr halal. Und das wissen sie ganz sicher. Und weil sie das so sicher wissen, reicht für jedes Thema ein Griff ins Phrasenschwein und eine gehörige Portion Aggression, um ihren Standpunkt deutlich zu machen. Beobachten, Analysieren und Schlussfolgern haben sie nie gelernt, das eint sie mit den unkritischen Normalbürgern im sonstigen politischen Spektrum.

Und weil sie es nicht können, glauben sie tatsächlich, die politische Realität in Deutschland und Europa lässt sich mit zur Schau getragenem Idealismus zum Besseren ändern. Überraschung, das tut sie nicht. Es wird auch am 24. September keine gute Fee vorbeikommen und Ancaptopia herzaubern. Nach dem 24. September wird immer noch das gleiche Elendssystem bestehen, wie vor dem 24. September. Und auch nach dem 24. September wird die Freiheit in diesem Land kaum echte Anhänger haben. Überraschung.

Die libertäre Szene in Deutschland hat daran seit Jahrzehnten nichts geändert, sie hat die Alternativlosigkeitsentwicklung nicht aufhalten können, sie hat ihr noch nicht einmal geistig etwas entgegensetzen können. Zu sehr steckt sie fest im Elfenbeinturm. Wie sehr kann man da Amerika beneiden, wo Alt-Right- und Redneck-Libertäre stark genug sind, den Elfenbeinturm in seine Grenzen zu weisen und mit freiheitlichen Ideen tatsächlich den Durchschnittsamerikaner begeistern zu können. Jetzt, wo es auch hier an der Zeit wäre den Elfenbeinturm zu verlassen und zurück zu drängen, Prioritäten zu setzen, die ‚etatistische‘ Mehrheit im Land wahrzunehmen, ihre Sorgen zu erkennen und anzuerkennen, reale, pragmatische, populistische, sympathische libertäre Vorschläge zu machen und freiheitliche Antworten zu geben auf Fragen, Ängste und Sorgen von Lieschen Müller und Otto Normalbürger, da holt man sich lieber einen runter auf die eigene Prinzipientreue gegenüber libertären Theorie.

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Liebe Linkslibertäre, ihr marginalisiert euch selbst in eurer Arroganz, eurem elitären Getue, eurer Überheblichkeit und eurem Selbstmitleid. Eure Ideologisierung der libertären Ideen, eure Realitätsverweigerung gegenüber dem politischen Ist-Zustand in Merkelland wird dafür sorgen, dass wenn euer langersehnter Systemzusammenbruch irgendwann mal kommen sollte, die Freiheit definitiv nicht dabei herauskommen wird.
Freiheit und Pragmatismus sind eben kein Widerspruch, sie gehören zusammen. Ich bekämpfe die jeweils größte Bedrohung für die Freiheit, mit allen Mitteln und wenn mir keine effektiven Mittel mehr bleiben, dann nutze ich die, die das System mir lässt. Ich gebe nicht auf und sonne mich in Prinzipien, nur weil es zu viele Bedrohungen sind und mir die Verbündeten oder die Mittel für die Bekämpfung der größten Bedrohung nicht fein genug sind. Ich bin Egoist. Ich möchte ein angenehmes Leben, es soll dereinst nicht auf meinem Grab stehen „Aber sie ist den Prinzipien der wahren Lehre immer treu geblieben“.

Wenn man gestern am Abgrund stand, heute einen Schritt weiter ist und das verbliebene Seil, nach dem man greifen kann, AfD heißt, dann greift man es. Dann rauscht man nicht weiter in den Abgrund und freut sich darauf, das Spiel Schwerkraft nicht mitgespielt zu haben. Wohin die Reise geht, wie man zu Ancaptopia kommt oder ob man sich für seine Lebenszeit damit abfinden muss, es niemals zu erleben, das wird sich zeigen, wenn man wieder oben am Abgrund steht.

Stefan Molyneux sagte „Jemand fragte mich ob ich Anarchist oder Nationalist sei. Ich antwortete mit ‚Ich bin das, was notwendig ist‘.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Quo vadis, Amerika?

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In weniger als 24 Stunden werden wir wissen, wer der neue Präsident (oder die neue Präsidentin) der Vereinigten Staaten sein wird. Der Wahlkampf ist dann vorbei, doch besser oder auch nur ruhiger wird es danach nicht werden. Ganz im Gegenteil.

Die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Das gängige Narrativ berichtet dabei von einer abgehängten, weißen Mittelschicht, die bei der Globalisierung auf der Strecke geblieben und auch ansonsten irgendwie rückständig ist. Mit Waffen und einem ausgeprägten Hang zu Freiheit und/oder Religion – Dinge jedenfalls, mit denen gerade in Deutschland viele so rein gar nichts anfangen können.

In der Tat haben wir es zumindest zum Teil mit einem gesellschaftlichen respektive kulturellen Phänomen zu tun, das sich jedoch ebenso in ganz realen, wirtschaftlichen wie politischen Erscheinungen manifestiert. Man muss weit in die Vergangenheit zurückschauen, um zu verstehen, was hier wirklich passiert.

Amerika ist entstanden als „the land of the free“. Unabhängigkeitserklärung und Verfassung zeigen den Geist und das Selbstverständnis der Republik. Der Staat spielte in den USA der Gründerväter eine klar begrenzte Rolle und wurde als notwendiges Übel erachtet, das es im Zaum zu halten gilt. Der Einzelne und seine Freiheit standen klar im Mittelpunkt des gesamten gesellschaftlichen und politischen Denken und Handelns. Außenpolitische Ambitionen und staatliche Interventionen in die Wirtschaft, kurz: alle Ausprägungen eines „starken Staates“, waren den USA über lange Zeit völlig fremd.

Spätestens am Anfang des 20. Jahrhunderts haben die USA diesen Weg verlassen, vielmehr: die amerikanische Politik hat diesen Weg verlassen. Dabei entstanden ist ein amerikanischer Sonderweg, der die USA in eine prekäre und schier ausweglose Situation gebracht hat:

Die USA haben es geschafft, den US-Dollar als Weltwährung durchzudrücken. Wer Öl kaufen oder verkaufen will, muss dies in Dollar tun. (Was passiert, wenn man diesen Mechanismus aufzubrechen versucht, haben Saddam Hussein und Gaddafi zu spüren bekommen.) Dadurch können die Vereinigten Staaten Geld drucken, ohne dass dies im Inland zu einem galoppierenden Anstieg der Preise führen würde. Nur dadurch sind die USA in der Lage, auf Dauer ein massives Außenhandelsdefizit aufrecht zu erhalten. Nota bene: Dazu braucht es allerdings einen Gegenpart im Ausland, der dieses Spiel mitspielt. Und dieser Jemand war über die letzten 20 bis 30 Jahre China: Das Land hat bewusst und sehenden Auges fast spiegelbildlich entsprechende Außenhandelsüberschüsse erzielt. Zum Teil wurden diese dann in reale Güter wie Rohstoffe und ausländische Unternehmen investiert, zum großen Teil aber eben auch in US-amerikanische Staatsanleihen. Das Problem dabei: Diese Anleihen werden die USA niemals zurückzahlen können. Den Chinesen dürfte dies bewusst sein. Bestenfalls werden sie diese dann abschreiben als Preis für den Aufbau der industriellen Infrastruktur im eigenen Land. Schlimmstenfalls werden sie die Schulden der Amerikaner als Waffe einsetzen.

Zentrales Puzzlestück neben dem US-Dollar ist die Rolle des amerikanischen Militärs respektive der amerikanischen Außenpolitik. Was hat die USA zum „Weltpolizisten“ werden lassen? Ich behaupte: Das war ganz überwiegend ein ökonomischer Prozess. Der militärisch-industrielle Komplex ist für Amerika vor allem ein riesengroßes Konjunktur- bzw. Arbeitsbeschaffungsprogramm. Durch die Great Depression, aber auch durch die beiden Weltkriege hat die amerikanische Politik „Blut geleckt“: Sowohl das Militär selbst als auch die Rüstungsunternehmen sind gerade für Amerika der „ideale“ Mechanismus für staatliche Interventionen in die Wirtschaft und zwar aus einem besonderen, sehr amerikanischen Grund: Während in Europa vergleichsweise leicht Mehrheiten für „linke Konjunkturprogramme“ zu gewinnen sind, sind große Teile der amerikanischen Bevölkerung gegenüber dem „welfare state“ sehr skeptisch. Just in diesen Kreisen jedoch hat der „warfare state“ viel Sympathie -aus ideologischen wie ökonomischen Gründen.

Und hier schließt sich der Kreis nun wieder: Die amerikanische Politik braucht das Militär und eine interventionistische Außenpolitik als Vehikel für staatliche Wirtschaftsprogramme – und zwar nicht im Interesse der Menschen, sondern im Interesse einer Ausweitung und Stabilisierung ihrer Macht. Gleichzeitig dient das Militär dazu, den Status des US-Dollar als Weltwährung aufrecht zu erhalten und mögliche „Abweichler“ in Schach zu halten oder im Zweifel zu eliminieren. Öl spielt dabei nur eine Nebenrolle: Es geht nicht um den Zugang zum Öl vor allem im arabischen Raum, es geht auch nicht um einen niedrigen Ölpreis. Es geht darum, dass Öl weiter in US-Dollar gehandelt wird und damit die Nachfrage nach diesem wichtigsten amerikanischen „Export-Produkt“ nicht einbricht.

Dummerweise erzeugt dieses perverse Spiel eine ganze Reihe schwerwiegender Nebenwirkungen: Die US-Wirtschaft wird komplett verzerrt, ihr produktiver Kern mehr und mehr ausgehöhlt. Mehr und mehr Menschen sind in eigentlich unproduktiven Bereichen tätig – von der Waffenproduktion, über das Militär bis hin zur politischen Administration. Die lockere Geldpolitik verführt dazu, „auf Pump“ zu leben und zerstört Sparsamkeit und Investitionen, treibt gleichzeitig den Konsum und damit das Außenhandelsdefizit und die gesamte Verschuldung immer weiter in die Höhe.

Aufgrund des grotesken Ausmaßes ökonomischer Fehlallokationen wird jeder Versuch einer Korrektur zeitaufwändig und äußerst schmerzhaft sein. Die Widerstände der Profiteure dieses Systems werden enorm sein. Gleichzeitig ist klar, dass der Status Quo nicht beliebig lange aufrechterhalten werden kann. Die Entwicklung der Verschuldung und der Druck auf die Zinsen zeigen, dass das „Ende der Fahnenstange“ nicht mehr weit entfernt ist.

Wie ist nun die aktuelle Präsidentschaftswahl in diesen Kontext einzuordnen? Fangen wir mit Hillary Clinton an, dies ist der einfachere Teil: Clinton steht für ein entschiedenes „Weiter so“, für eine Fortführung des Warfare State. Wie bei den Demokraten und so zuletzt auch unter Obama üblich, wird sie versuchen, on top (!) auch den Welfare State und allgemein das Ausmaß staatlicher Intervention in den USA auszubauen. Es kann gut sein, dass es mit einer Präsidentin Clinton kurzfristig nicht „knallt“ – der „Druck im Kessel“ wird aber weiter ansteigen. Und mit jedem weiteren Anstieg steigt das Risiko, weil die politische Klasse zu immer extremeren Maßnahmen greifen muss, um den Status Quo aufrechtzuerhalten. Das schließt m.E. auch ausdrücklich ein erhöhtes Risiko eines eskalierenden Krieges, bis hin zu einem Krieg mit Russland und im Worst Case einem Dritten Weltkrieg, mit ein. Zumindest steht gerade bei einem knappen Wahlausgang zugunsten Clintons zu befürchten, dass die „Trump-Anhänger“ das Ergebnis nicht akzeptieren werden. Wie auch immer die Reaktion aussehen wird, ich erwarte von Clinton in einem solchen Fall kein versöhnliches, sondern eher ein repressives Vorgehen. Themen und Anlässe für eine (provozierte) innenpolitische Eskalation gibt es zuhauf, man denke nur an das Thema Waffenrecht.

Sollte Trump hingegen die Wahl gewinnen, ist die weitere Entwicklung weit schwerer vorhersehbar. Es kann durchaus zu einer wirren Mischung aus „Weiter so“ sowie sinnvollen, aber auch schädlichen Veränderungen kommen. Denn das ist das größte Problem des Kandidaten Trump: Er erkennt einen Teil der Probleme des Landes, aber kaum die wahren Wurzeln des Übels. Soweit er sich mit einer Kurskorrektur gegen das politische Establishment durchsetzen kann, ist völlig offen, ob dies eine Korrektur zum Besseren sein wird. Trotz aller Aufregungen im Vorfeld erwarte ich im Falle eines Wahlsiegs von Trump keine wie auch immer geartete dramatische Entwicklung. Eines nämlich hat die mediale Dämonisierung Trumps sicherlich bewirkt: Viele rechnen mit dem Schlimmsten – und insofern kann es da nur besser kommen.

So oder so gibt es nach der Wahl bestenfalls eine kleine Verschnaufpause. Die eigentlichen, dramatischen Entwicklungen in den USA stehen noch bevor.

Moritz M.Meier

Fakten zum Waffenbesitz

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Jeder Mensch mit klaren Verstand wird zugeben, dass eine Gazelle das Recht hat, sich mit ihren Hörner gegen einen Angreifer zu verteidigen. Doch anderen Wesen, wie dem Menschen, wird dieses Recht offensichtlich abgesprochen. Verschärfungen der Waffengesetze sehen vor, dass der Gazelle die Hörner abgeschnitten werden sollen. Die propagierte Idee dahinter ist, dass es dadurch weniger Angreifer geben wird… Das ist so offensichtlich dumm, dass es schon schmerzt, diese Gedanken überhaupt zu denken. Niemals wird sich ein Krimineller von Waffengesetzen abhalten lassen, sich zu bewaffnen. Kriminelle hatten und werden IMMER Waffen haben. Das einzige was Verschärfungen der Waffengesetze bewirken, ist, dass der Gazelle die Hörner abgeschnitten werden. Und für diejenigen, die es immer noch nicht begriffen haben: DU BIST DIE GAZELLE!

Hier die Übersetzung des Videos:

„Es gibt Fakten, über die nicht im Fernsehen berichtet werden. So werde ich dir etwas über Verschärfungen der Waffengesetze erzählen. Warum berichten die Mainstreammedien immer nur über Terrorakte mit Waffengewalt und niemals darüber, dass in den Gegenden in denen Waffen bereits verboten sind, es immer wieder zu Morden und Gewalttaten mit Schusswaffen kommt? Es scheint eine Agenda hinter den Meldungen in den Medien zu geben, wenn sie nicht darüber berichten, dass es immer wieder zu Gewaltakten mit Schusswaffen kommt, gerade in Gegenden mit den schärfsten Waffengesetzen überhaupt und diese Verschärfungen ganz offensichtlich nicht funktionieren.

Ich trage eine Waffe, weil es nur zwei Arten von Wesen auf diesem Planeten gibt: Angreifer und Beute. Niemand wird einer flüchtenden Gazelle das Recht absprechen, sich mit ihren Hörner gegen einen Angreifer zu verteidigen. Doch es gibt Menschen, die genau dieses Recht auf Selbstverteidigung uns Menschen absprechen wollen. Diese Personen propagieren, dass wenn der Gazelle die Hörner abgeschnitten werden, es plötzlich keine Angreifer mehr geben wird. Dass wenn du es dem Angreifer einfacher machen würdest, seine Beute zu machen, der Angreifer plötzlich aufhört, ein Angreifer zu sein. Aber so funktioniert es nicht. Tatsache ist: Wenn du es dem Angreifer einfacher machst, wird es nur mehr Beute geben.

Ich trage eine Waffe, weil ich weiß, dass wenn der Angreifer davon ausgehen muss, dass eine Beute sich verteidigen kann, er sich seinen Angriff zweimal überlegen wird. Es gibt bereits viele Untersuchungen die klar ergeben haben, dass in Gegenden, in denen Menschen das Führen von Waffen erlaubt ist, die Kriminalität mit Schusswaffen sofort zurückgeht. In Gegenden, in denen sich Waffen in Haushalten befinden, gibt es deutlich weniger Einbrüche und Raubüberfälle.

Ich trage eine Waffe, weil die Wahrscheinlichkeit diese für einen Mord zu missbrauchen oder Selbstmord damit zu verüben, wesentlich geringer ist als die Wahrscheinlichkeit, sie zum Zwecke der Selbstverteidigung zu benutzen. Schusswaffen werden 300mal öfter zur Selbstverteidigung benutzt als zum Angriff. Und eine riesige Zahl von Straftaten wird alleine durch das Führen einer Schusswaffe verhindert, ohne dass ein einziger Schuss fällt.

Ich trage eine Waffe, nicht, weil es ein Angriffswerkzeug, sondern ein Werkzeug zur Verteidigung ist. Hunderttausende von Frauen benutzen ihre Waffen, um sich gegen sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen zu verteidigen.

Ich trage eine Waffe, weil die allermeisten Massenmorde mit Schusswaffen an Orten stattgefunden haben, in denen das Tragen einer Schusswaffe verboten war. Gesetzes- und rechtstreue Bürger werden gezwungen, ihr Recht auf Selbstverteidigung abzugeben, während sich überall die Kriminellen mehr und mehr bewaffnen.

Ich trage meine Waffe, weil es in Gegenden, in denen den Menschen verboten ist, sich mit Waffen zu verteidigen, es sehr viel einfacher für einen Angreifer ist, seine Beute zu machen. Striktere Waffengesetze führen ebenso wenig zu weniger Gewalt, wie das Verbot von Drogen zu weniger Drogenmissbrauch führt.

Ich trage eine Waffe, weil es eine Tatsache ist, dass in Gegenden, die schärfere Waffengesetze haben, die Mordrate mit Schusswaffen wesentlich höher ist, als in Gegenden, in denen Menschen Schusswaffen führen dürfen.

Ich trage eine Waffe, weil ich weiß, dass Scheren und Messer wesentlich häufiger für Morde benutzt werden, als Schusswaffen. Ein Werkzeug zu verbieten wird niemals das Problem beseitigen.

Ich trage eine Waffe, weil Kriminelle ihre Taten mit oder ohne Schusswaffen ausführen werden. Es werden Teppichmesser benutzt oder Sprengstoff aus Düngemitteln hergestellt. Ich verstehe, dass es für einige einfach scheint, Dinge für Taten verantwortlich zu machen. Ich verstehe, dass Menschen irgendetwas verantwortlich machen wollen. Aber es sind nicht die Werkzeuge, die töten, sondern Kriminelle, die Werkzeuge benutzen. Ich verstehe, dass wir uns wirklich um etwas kümmern müssen, nämlich um Gewalt, Mord und Wahnsinn.

Ich trage eine Waffe, weil ich weiß, wer die Personen im Hintergrund sind, die für schärfere Waffengesetze eintreten. Weil ich weiß, dass auch die Politiker wissen, dass es zu mehr Gewalttaten mit Schusswaffen kommen wird, wenn den Menschen das Recht auf den Besitz und das Führen von Schusswaffen versagt wird.

Ich trage eine Waffe, weil ich weiß, dass Spielsüchtige immer mehr spielen wollen, Alkoholiker immer mehr Alkohol haben wollen und Personen mit Macht immer mehr Macht haben wollen.

Ich trage eine Waffe, weil ich weiß, dass jedes Land frei war, bevor die Politiker kamen und es danach nicht mehr frei war.

Ich trage eine Waffe, weil ich weiß, dass das Führen einer Schusswaffe einer vermeintlichen Beute eine wesentlich höhere Chance gibt, sich gegen einen Angreifer zu verteidigen, völlig egal ob zu Hause, auf der Straße oder in der Natur. Es gibt viel zu viele Menschen, die Überfälle beobachten und nichts tun werden.

Und das ist der Grund, weswegen so viele Organisationen in allen Ländern sich gegen die Verschärfung von Waffengesetzen aussprechen. Weswegen wir alle so sehr um Aufklärung bemüht sind, was der eigentliche Grund der Entwaffnung der Bevölkerung ist.

Ich trage eine Waffe, weil sie einen Ausgleich zwischen einer Beute und einem Angreifer schafft.

Ich trage meine Waffe nicht, weil ich Angst hätte, sondern weil sie mich befähigt, keine Angst zu haben. Es behindert nicht die Möglichkeiten derjenigen, die mit mir verhandeln wollen, es behindert nur die Möglichkeiten derjenigen, die mich zu etwas zwingen wollen.

Ich trage meine Waffe nicht, weil ich jemanden angreifen will, sondern weil ich in Frieden gelassen werden will. Menschen können nur auf zwei Arten von etwas überzeugt werden: Mit Argumenten oder durch Gewalt. Eine Waffe zu besitzen, vermindert die Möglichkeit, mich mit Gewalt zu etwas zu zwingen. Eine Waffe zu tragen entfernt den Zwang aus der Gleichung. Eine Waffe zu tragen hilft, die Möglichkeiten eines Angreifers einzuschränken.

Deswegen ist es wichtig, Werkzeuge zur Verteidigung zu haben. Deswegen ist es wichtig, immer wieder auf das Recht eines jeden Wesens, eines jeden Menschen hinzuweisen, sich selbst verteidigen zu dürfen. Und in einer Welt, in der es Schusswaffen gibt, schließt dieses Recht auch das Führen einer Schusswaffe ein.“

Auch du kannst ein Freier unter Freien sein!

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Noch nie gab es mehr Sklaven als in der heutigen Zeit.

Du gehörst dazu. Jeden Monat lässt du dich berauben für deren Waffengeschäfte, Machtspiele, ihre Agendas und Völkermorde.

Das ist auch der Grund, warum ihr für die Eliten nur „Menschentiere“ seid; ihr seid denen nichts Wert, ihr seid eine leere Hülle, die nur dazu da ist, Frohndienst zu leisten. Ihr seid nichts wert, sondern habt nur einen Nutzwert. Euren Schmerz sollt ihr durch Konsum wegspülen, damit ihr auch das Letzte, was euch bleibt, abgebt.

Ihr seid Schuldgeldsklaven

Und die Eliten eure heimlichen Herrscher. Das Schuldgeldsystem und der Staat sind eure Ketten. Ihr seid nichts anderes als staatsgläubige, dumme Trottel.
Und damit ihr den Unfug auch schön weiter macht, spielt man euch mit der Demokratie und deren Parteien und Systemen (-ismen) gegeneinander aus. Ihr sitzt eingepfercht wie Schafe im Stall und kloppt euch wegen derer Politik und Lügen, anstatt euch gegenseitig in Ruhe zu lassen.
Wenn ihr keine verblendeten hirnamputierten Religioten seid, dann seid ihr zumindest nichts anderes als staatsgläubige dumme Trottel. Staatsgläubige. Das ist genauso dämlich.
Glaubst du an den Staat, dann glaubst du an deinen Gott. Zwischen dir und einem religiösen Extremist gibt es keinen Unterschied.

Und mich lasst ihr auch in Kettenlegen, weil es euch nicht passt, dass ich frei sein will. Ich will keiner von euch sein. Ihr verachtet mich, weil ich das Schauspiel mit dem Schuldgeldsystem durchschaue und diesen Mist nicht mehr mitmache; weil ich hinter dem Zaun stehe und nicht eingepfercht bin wie ihr. Ihr denkt, ihr seid was besseres, weil ihr Konformisten seid – gesetzestreue, staatsgläubige Religioten und ich ein Freidenker.

Das Schuldgeldsystem ist nur möglich, weil es einen Staat gibt und dieser es uns im Namen der Hochfinanz aufzwingt. Und weil ihr dummen Menschenviecher das mitmacht und nicht hinterfragt. Zu faul seid, was daran zu ändern. Dabei wäre es doch so einfach – man müsste zum Beispiel nur den Schuldenstaat abschaffen, und damit den Eliten die selbstgegebene Legitimation entreißen, euch weiter einzupferchen, auszunutzen, einzuschüchtern, auszurauben und auszuweiden.

Ohne Staaten, also in einem tatsächlich freien System mit freiem Markt (Vertragsfreiheit + Eigentum) gäbe es kein Schuldgeldsystem mehr. Weil dir kein Geld aufgezwungen werden kann. Es setzte sich das „beste“ Geld durch, genau wie bei jedem anderen Produkt, das frei auf den Markt kommt. Und das würde mit Sicherheit kein inflationäres Schuldgeld sein. Es würde die Macht der Konzerne und Eliten einbrechen. Benutzt du nicht mehr deren Schuldgeld, sinkt dein Nutzwert auf null, einfach nur, weil du ihren Quatsch nicht mehr mitmachst. Ab da verfolgen sie dich – du bist zum Abschuss freigegeben.

Sie verkaufen dir das Herrschaftssystem als alternativlos, und Freiheit wäre zu gefährlich für dich: Wer würde denn dann die Straßen bauen? Wer das Gemeinwohl organisieren? Wie könntest du dummes Schaf dich denn selbst um dich und die Gemeinde sorgen?

Wenn du glaubst das Schuldgeldsystem habe irgend etwas mit Kapitalismus zu tun, dann bist du einer von den vielen Sozialisten-Minions im Deckmantel der Demokratie, die schön das nachplappern, was ihnen der Staat in 10-15 Jahren Zwangs-Staatslehre über den bösen Kapitalismus und freien Menschen beigebracht hat.

Du Staatgläubiger, du Staazi!

Wenn du glaubst, ohne Staat wären wir nichts als hoffnungslose Urwaldaffen, dann hast du keinen eigenen Charakter, keine Kultur, kein Menschenvertrauen, keine Nächstenliebe, kein Herz und keinen Verstand. Dort wo ein fühlendes und selbstständiges Wesen sein sollte, sitzt ein gehirngewaschener Roboter.

Ich will leben, ich will frei sein. Wenn du schon so ein Staazi bist, dann lass wenigstens mich mit deinem Staazi-Scheiß in Ruhe. Ohne Schuldgeld, ohne Hundemarken und Nutzvieh-Papiere inkl. Erzeugererklärung. Ohne euch Staazi-Roboter-Sklaven geht es mir und meinem Umfeld besser. Ja, ohne euch Sklaven lebt man glücklicher, denn man spürt das Leben, muss es sich selbst gestalten.

Manchmal kann ich die Eliten sogar richtig gut verstehen, wenn sie euch verachten und nur als deren Nutzvieh sehen – so dumm seid ihr.

Ich bin keiner von deiner Art.

Ich bin ein freier Mensch. Der Staazi nennt mich einen Dissidenten. Weil du damit nicht viel anfangen kannst, gebe ich dir eine neue Schublade, in die du mich stecken darfst: Ich bin ein Libertarist. So darfst du mich ab jetzt nennen.

Denn ich trage das Zeichen der Freiheit auf meinem Herzen.

Heute bin ich noch allein, aber bald bin ich einer von vielen. Immer mehr trauen sich durch den löchrigen Weidenzaun zu entkommen und sie gehen auf unsere Seite. Die seelenlosen Hüllen füllen sie mit Eigensinn und ihrem Streben nach Glück.

Dann sind wir viele Libertaristen, und ich, der Freiherr, bin endlich ein Freier unter Freien.