Indoktrination

Das „medizinische“ Modell vs. Heilung

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Der prozessorientierte Ansatz im Vergleich zum „medizinischen Modell“

 

Vorbetrachtung

In der Betrachtung der prozessorientierten Begleitung von Suchterkrankungen ist es zunächst einmal wichtig zu erkennen, dass wir es in der Landschaft der Medizin und der Psychiatrie, die im allgemeinen mit der Behandlung von Suchterkrankungen beauftragt ist, mit zwei deutlich unterschiedlichen Ansätzen zu tun haben. Das eine ist der herkömmliche Ansatz, der sich zum Beispiel in der Medizin auch als das „medizinische Modell“ bezeichnen lässt und der von der Annahme ausgeht, dass Menschen in einer gegebenen Gesellschaft nicht befriedigend funktionieren, krank sind und verändert werden sollten. Notwendigerweise wird versucht, den Grund für eine Störung zu suchen und diesen dann zu beseitigen, um den Menschen wieder gesund zu machen. Hier wird deutlich, dass dieser Ansatz ein kausaler Ansatz ist und die Lösung für ein Problem außerhalb der erkrankten Person liegt. Eine Person zu heilen bedeutet in diesem Kontext, ihre Symptome zu beseitigen, sodass die Person wieder einer allgemein anerkannten Definition eines normalen Individuums entspricht.

Der prozessorientierte Ansatz geht hingegen nicht davon aus, dass der Mensch grundlegend krank ist, sondern die auftretende „Störung“ gleichsam einen potentiellen Entwicklungsschritt in sich trägt. Die Äußerungen eines Individuums in Form einer Symptomatik sind von daher bedeutsam und tragen eine Lösung in sich selbst. Dieser Ansatz ist akausal, da der Grund einer Störung oder Erkrankung nicht gleichermaßen für alle befriedigend nachvollziehbar ist, sondern sich meist nur der Person innerhalb ihres individuellen Kontextes erschließt, obwohl dennoch kausale Elemente in die Betrachtung mit einbezogen werden können.

Für diesen Ansatz braucht es eine gute und geschulte Aufmerksamkeit für die Signale, die nahe der persönlichen Identität der begleiteten Person liegen – also der primären – und insbesondere eine Aufmerksamkeit für die sekundären Signale, die Elemente, die momentan nicht mit der Identität des begleiteten Menschen verbunden sind. Daneben braucht es auch ein gewisses Maß an Mut und Vertrauen, da der Lösungsweg, der sich durch das Einladen des sekundären Materiales ergibt, grundsätzlich nicht vorhersagbar ist. Dieser Mut, wie auch das damit einhergehende Vertrauen, kann nur durch die persönliche Erfahrung wachsen, dass in der Begegnung mit dem sekundären Material eine Chance für persönliches wie auch kollektives Wachstum zu finden ist.

Die Krise in der herkömmlichen Medizin

Es ist auch sinnvoll, sich die Krise zu vergegenwärtigen, in der sich das medizinische Modell befindet. Neben einer deutlichen Unzulänglichkeit was die tatsächliche Heilung eines Menschen angeht, gibt es eine ganze Reihe von starken Nebenwirkungen einer solchen Herangehensweise, die sich von der Entmündigung des Patienten bis zur Veränderung der Symptomatik durch Symptom-unterdrückende Behandlungsansätze und dem Erscheinen von deutlich beeinträchtigenden Krankheitsbildern, die erst durch die Behandlung hervorgerufen werden, erstrecken. Die Bevölkerung wird über die völlig unbefriedigenden Erfolge dieser Herangehensweise im Unklaren gelassen und es wird stattdessen in der Öffentlichkeit und in den Medien ein Bild der herkömmlichen Medizin und der Pharmaindustrie gezeichnet, welches eine ständige Entwicklung und immer neue Erfolge im Kampf gegen die Krankheit suggeriert.

Verschwiegen werden all die Fälle, in der erst die Behandlung zu Schäden führt, wie die große Zahl an Fällen, in der Menschen an vorbeugenden Maßnahmen wie Impfungen erkranken[1], wie auch die Fälle, wo die Behandlung der Erkrankung die spätere Todesursache ist, wie bei der herkömmlichen Behandlung von Aids.

Im Bereich der Psychiatrie sind es weit über 40% aller mit Psychopharmaka oder auch Neuroleptika behandelten Menschen, die auch schon nach einer Kurzzeit-Behandlung mit genannten Mitteln an so genannter Tardiver Dyskinesie (TD) erkranken[2]. Die Symptome dieser erst durch die medizinische Behandlung hervorgerufenen Erkrankung sind unter anderem unwillkürliche, veitstanzartige Bewegungen. Diese Erkrankung ist irreversibel, d.h. die Menschen, die an TD erkranken, haben keinerlei Aussicht auf Heilung. Wie Arnold Mindell in seinem Buch „Die Schatten der Stadt[3]“ schreibt, halten selbst erfahrene Praktiker Halluzinationen und weitere Symptomatik der Ersterkrankung, mit der die Menschen in die Behandlung kommen, für erträglich, im Vergleich zu den Leiden der TD[4]. Die Anzahl so genannter Iatrogener Krankheiten, d.h. Krankheiten, die erst als Folge eines ärztlichen Eingriffes auftreten, ist weitaus höher als allgemein angenommen.

Bei Suchterkrankungen können Medikamente Rückfälle nicht verhindern. Bei der Verwendung von Ersatzpräparaten (zum Beispiel Methadon) zur Behandlung von Suchterkrankungen ist letzten Endes das Substitut selbst stark suchterzeugend und führt so nur zu einer Abhängigkeit auf anderer Ebene. Die Argumentation der Vertreter dieses Behandlungsansatzes lautet, dass bei starker Abhängigkeit, wie zum Beispiel der Heroinabhängigkeit, die betroffene Person aus dem Kreis der Beschaffungskriminalität herausgeholt wird, es drohen ihr aber neben der Abhängigkeit von staatlichen und städtischen Institutionen, in denen außer der Vergabe des Mittels meist keine weiterführenden Behandlungen angeboten werden, starke körperliche und psychische Nebenwirkungen wie Hypotonie (niedriger Blutdruck), Tachykardie (sehr schneller Herzschlag), Konzentrationsstörungen und Schlafstörungen. Dazu kommen dann Antriebslosigkeit, oftmals gepaart mit depressiven Schüben, Alkoholmissbrauch und eine nachlassende, oft überhaupt nicht mehr vorhandene Libido[5]. Da diese „Suchtersatzstoffe“ meist über einen sehr langen Zeitraum in hohen Dosen eingenommen werden, sind die körperlichen und psychischen Folgen dieser Nebenwirkungen meist sehr stark und führen zu einer sozialen Isolation, welche dann im weiteren Verlauf die Ausgrenzung des Menschen aus der Gesellschaft wiederum verstärkt.

Generell kann man sagen, dass die herkömmliche Medizin und die Psychiatrie zur wirklichen Behandlung von Suchterkrankungen wenig bis gar nichts zur Verfügung stellen kann. In der herkömmlichen Medizin, wie auch in der Psychiatrie, wird zwar durch das Tragen von weißen Kitteln – die der Abgrenzung der „Wissenden“ von den „Unwissenden“ dienen – und durch den Gebrauch einer komplizierten und im allgemeinen unverständlichen Sprache der Eindruck einer kompetenten Institution erweckt, welcher sich aber bei genauer und vor allem kritischer Betrachtung sehr schnell verflüchtigt. Die Einteilung der sich in medizinischer wie in psychiatrischer Behandlung befindlichen Menschen geschieht auf Grund von Diagnosen. Die sich anschließende Behandlung erfolgt dann aufbauend auf diesen Diagnosen. In der Psychiatrie ist eine Diagnose zum Beispiel die Schizophrenie, an der angeblich über die Hälfte aller Patienten leiden sollen. Der Rest teilt sich auf in Kategorien wie depressive oder manische Zustände, Suizidalität, „Verhaltensstörungen“ und chronischer Alkoholismus oder Drogensucht. Spannend ist die Tatsache, dass nicht nur von einem Land zu einem anderen diese Diagnosen sich deutlich unterscheiden können, sondern sogar von einem Hospital zum nächsten und von einer Gemeinde zur anderen. Es scheint leichter zu sein, Krankheitsmerkmale durch eine Diagnose festzuhalten und passende Medikamente zu verabreichen, als über einen möglichen Sinn einer Erkrankung oder einer Sucht nachzudenken. Im weiteren Verlauf einer solchen „Behandlung“ wird dann jeder Zugang zu normaler Kommunikation unterbunden und zwar auf zwei Ebenen: einmal durch den nicht vorhandenen Willen des Behandlers sich auf diese Auseinandersetzung einzulassen und eine Erkrankung oder Sucht zu prozessieren und zum anderen durch die Vernebelung der Wahrnehmung des Patienten durch die Verabreichung von Psychopharmaka.

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Die Pharmaindustrie

Behandlungsmethoden hängen also stark von der Persönlichkeit des Behandlers ab und in vielen Fällen von der Vorliebe für gewisse Medikamente, welche meist durch die Vergabe von Prämien wie Urlaub in der Südsee, Aufenthalte in Firstclass Hotels oder andere Vergünstigungen (meist finanzieller Art) von Seiten der Pharmaindustrie gesteuert wird. Überhaupt ist die Macht der Pharmaindustrie hinter der herkömmlichen Medizin deutlich größer als allgemein angenommen. Es ist auch nicht so, dass überwiegend zuerst eine Krankheit vorhanden wäre und dann mit großem Forschungsaufwand ein Medikament dagegen gesucht würde, sondern es gibt zuerst eine Reihe von „wirksamen“ Präparaten, für die dann ein Absatzmarkt gesucht wird. Wenn dieser dann nicht vorhanden ist, wird kurzerhand eine neue Krankheit „designed“ und mit großem Werbeaufwand durch die Massenmedien in die Köpfe der Menschen gezaubert[6]. So wurde zum Beispiel die „Depression“ in den 90er-Jahren von der Pharmaindustrie weltweit als unzureichend vermarktet erkannt, was dazu führte, dass in den folgenden Jahren durch aggressive und suggestive „Aufklärungskampagnen“ und durch gezielte Werbung für Antidepressiva die Zahl der gegen Depressionen behandelten Menschen von 1987 bis 1997 sich fast vervierfacht hat (alleine in den USA von 1,6 auf 6,3 Millionen[7]).

Ein weiteres sehr krasses Beispiel finden wir im Falle des Schlafmittels Contergan, welches überhaupt erst in der Form in der Gesellschaft Akzeptanz finden konnte, nachdem die Wichtigkeit des Vorhandenseins eines Schlafmittels, welches völlig harmlos und nebenwirkungsfrei einen erholsamen und wohltuenden Schlaf verspricht, durch immensen Werbeaufwand propagiert wurde[8]. Die Idee war wohl: Wenn schon die wachsenden Sorgen um die Zukunft den Menschen nicht mehr schlafen lassen, dann sorgen wir doch für ein Mittel, welches zumindest für ein paar Stunden ein Vergessen verspricht.

Als dann die ersten Fälle von schwersten Missbildungen bei Kindern auftraten, ignorierte die Pharmafirma Grünenthal Chemie, die dieses Mittel auf den Markt brachte, nicht nur lange die aufkommende Kritik, sondern verklagte die Kritiker wegen Rufschädigung. Das Mittel wurde dann auch noch in andere europäische Länder gebracht, bis dann schließlich auch der amerikanische Markt gewonnen wurde. Erst als die Zahl der erkrankten Kinder alleine in Deutschland über 5000 stieg, wovon im weiteren Verlauf nur die Hälfte überlebt hat, wurde das Mittel 1961 vom deutschen Markt genommen.

Später wurde dann auch publik, dass der Contergan-Entwickler Dr. Heinrich Mückter, der bei Grünenthal Chemie zu Ruhm und Ansehen kam, von der polnischen Justiz als Nazi-Arzt wegen seiner Fleckfieber-Experimente an KZ-Häftlingen gesucht wurde. Der anschließende Prozess gegen Mückter und andere Verantwortliche der Grünenthal Chemie endete dann auch – nach wohlwollender Beihilfe durch die nordrhein-westfälische Landesregierung – mit einem Justizskandal. Es gab einen Freispruch “wegen geringer Schuld” und “wegen geringer Bedeutung für die Öffentlichkeit der Bundesrepublik Deutschland”. Nach Unterzeichnung einer Zwangserklärung, die alle weiteren Ansprüche ausschloss, erhielt jedes Contergan-Kind eine monatliche Rente zwischen 100 und 500 Euro, wovon der Bund (also der Steuerzahler) auch noch die Hälfte bezahlt.

Welche Lobbyisten dort ihre Finger im Spiel hatten wird deutlich, wenn Mittel, die den Wirkstoff „Thalidomid“ enthalten, welches der zentrale Wirkstoff des Contergan-Mittels ist, auch heute noch, natürlich in „Dritte Welt Ländern“, auf dem Markt sind. Es gibt nicht nur eine Generation von Contergan-Kindern, sondern bis heute dauert die Vergiftung der Menschen mit diesem Mittel an. In dem Film „Der Contergan-Skandal“ von Walter Harrich und Danuta Harrich-Zandberg heißt es dann auch an einer Stelle: Die Pillen von damals sehen aus wie die Tabletten von heute und die Thalidomid-Opfer von heute sehen aus wie die Contergan-Kinder von damals. Von der Vorstellung, die Pharmaindustrie hätte das Wohl der Menschen im Blick, dürfen wir uns also getrost verabschieden.

Wie schon im Zusammenhang mit der Kritik gegen das Contergan-Mittel erwähnt, ist es nicht leicht, sich einem solch übermächtigen Gegner zu stellen. Umso erwähnenswerter ist es, wenn Menschen aus direkt von dieser Industrie abhängenden Branchen den Mut finden und die Dinge beim Namen nennen. So betreibt Dr. med. Klaus Dörner in einem Artikel mit dem Titel: „Gesundheitssystem – in der Fortschrittsfalle“, der im deutschen Ärzteblatt (Nr. 38/09 2002) erschienen ist, eine Analyse eines Systems, das des Profits wegen Krankheit erfindet, erzeugt, pflegt und institutionalisiert.

Ein Auszug aus dem genanntem Artikel[9] beschreibt die Motivation der Pharmafirmen wie ich finde recht deutlich: […] Der Wettbewerb zwingt zur Erschließung neuer Märkte. Das Ziel muss die Umwandlung aller Gesunden in Kranke sein, also in Menschen, die sich möglichst lebenslang sowohl chemisch-physikalisch als auch psychisch für von Experten therapeutisch, rehabilitativ und präventiv manipulierungsbedürftig halten, um „gesund leben“ zu können. Das gelingt im Bereich der körperlichen Erkrankungen schon recht gut, im Bereich der psychischen Störungen aber noch besser, zumal es keinen Mangel an Theorien gibt, nach denen fast alle Menschen nicht gesund sind.

Der prozessorientierte Ansatz

Dies soll uns nun genügen, um den Ansatz des „medizinischen Modells“ und den Einsatz pharmakologischer Mittel einzuschätzen. Wie verhält es sich nun mit dem prozessorientierten Ansatz?

In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts beschrieb C.G. Jung, dass psychische Störungen nicht nur pathologisch seien, sondern Manifestationen einer sinnvollen Kraft. Dies ist eine deutlich andere Sichtweise, die in physischen wie in psychischen Krankheiten eine Herausforderung und eine immanente Chance zur Entwicklung des Menschen sieht. Hier soll uns nun genügen, dass diese Betrachtung einer Einheit des Menschen mit seiner Umgebung und seinem Erleben eine Grundvoraussetzung für die prozessorientierte Begleitung eines Menschen ist. Viele Methoden in der Begleitung von Menschen in Krisen bauen auf diesem Ansatz auf. Der Sinngebende Inhalt einer Krise soll in einigen Therapieformen, wie zum Beispiel der Tanztherapie, so vollständig wie möglich ausgedrückt werden.

Transpersonale Therapien[10] sehen Krankheiten und Krisen als Herausforderungen und Chancen für die Evolution des menschlichen Geistes auf dem Weg zum „Selbst“ und Gruppentherapien, Familientherapie und sonstige systemische Ansätze beschäftigen sich unter anderem mit Kommunikationsproblemen in der Umgebung, aus der der Klient kommt, in der Annahme, dass das krankmachende Muster in der Umgebung indirekt eine Unterstützung erfährt. Alle diese Ansätze gehen also davon aus, dass der Mensch kein von seiner Umgebung unabhängiges Individuum ist, sondern versuchen die Verbindung eines Menschen zu seinen Mitmenschen bzw. seiner Mitwelt in ihre methodenspezifische Behandlungsweise einzubeziehen.

Der britische Psychiater Ronald D. Laing (1927 – 1989) sieht schließlich die psychische Erkrankung eines Menschen als Kompensation für eine Welt, in der die öffentlichen Folgen von Verrücktheit gefürchtet werden. Dieser Ansatz ist in sofern radikal, als dass er zum ersten Mal deutlich einen Zusammenhang der psychischen Erkrankung und auch einer Sucht in Beziehung zur Umwelt bzw. Mitwelt[11] beschreibt. Menschen, die erkranken, erkranken somit nicht mehr in Ausschließlichkeit für sich selbst, sondern auch für die Gemeinschaft der Menschen, die sich der Auseinandersetzung mit Entwicklungsfördernden Themen verweigern. Natürlich wird diese Sichtweise in Kreisen des medizinischen Modells mit aller Vehemenz abgelehnt, begründete doch R.D. Laing zusammen mit einigen anderen die antipsychiatrische Bewegung, die sich insbesondere gegen die Erklärung der Schizophrenie als psychische Erkrankung wendet und nicht nur, wie andere Psychiatriekritiker, Missstände und heikle Entwicklungen anprangert, sondern die Psychiatrie insgesamt radikal in Frage stellt.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, ist die Diagnose ein Merkmal des medizinischen Modells, die schon bei der Behandlung physischer Erkrankungen zu Problemen führt. Sehr viel mehr noch ist eine Diagnose im Bereich der psychischen Erkrankungen ein Problem, da psychische Störungen immer als Abweichung von einer Norm definiert werden. Dies wirft natürlich die Frage auf: Wer definiert eigentlich, was die Norm ist? Unterschiedliche Kulturen haben deutlich unterschiedliche Sichtweisen von „was normal ist und was nicht“. So galt beispielsweise Homosexualität lange Zeit als behandlungsbedürftige psychische Störung. Und Untersuchungen in den USA zeigten, dass Schizophrenie häufiger bei Angehörigen der Unterschicht, besonders bei Schwarzen, diagnostiziert wurde als bei Personen aus der weißen Mittelschicht, was den Verdacht einer Bestrafung schichtspezifischer Unangepasstheit durch Etikettierung mit dem Begriff „krank“ nahe zu legen scheint.

Hier wird deutlich, dass die Diagnose und die Bezeichnung von sozial abweichendem bzw. gesellschaftlich unangepasstem Verhalten als Krankheit, sowie die darauffolgende ablehnende und ausstoßende Reaktion der Mitmenschen das eigentliche Problem darstellt. Da also die Ursache für eine Erkrankung in den gesellschaftlichen Strukturen zu finden ist, wären bei genauer Betrachtung eigentlich gar nicht die Erkrankten zu behandeln, sondern die Gesellschaft.

Die andere Sicht

Auch wenn diese Meinung insgesamt die psychiatrische Weltsicht in unserer Gesellschaft bislang nur wenig verändert hat, so liegt doch immerhin hier begründet, dass die Verweildauer von Patienten in psychiatrischen Kliniken sich deutlich verringert hat und die so genannten Zwangseinweisung gegen den Willen des oder der Betroffenen einer genaueren Kontrolle unterliegt. Es gibt mittlerweile auch Bestrebungen[12], für so genannte „Weglaufhäuser“ zu sorgen, die als Zufluchtsort für Menschen dienen, die psychiatrische Behandlungen meiden wollen und/oder eine Alternative zur herkömmlichen psychiatrischen Behandlung suchen.

Über die USA und die Schweiz sind die Soteria-Häuser (soteria griech. „Rettung“) nach Deutschland gekommen, die eine alternative stationäre Behandlung bei psychotischen Krisen anbieten. In diesen Häusern gibt es keine „Therapie“ im herkömmlichen Sinne. Die Mitarbeiter stützen oder fordern je nach aktueller Befindlichkeit die Bewohner und sind angehalten, die Erkrankung der Person ideologiefrei positiv zu bewerten. Die Mitarbeiter und Bewohner gestalten ihre Beziehung gleichwertig, es gibt wenig Rollendifferenzierung und wenig Hierarchie. Eine spürbare Nähe zu Menschen wird für die Bewohner als äußerst wichtig anerkannt und durch personelle Kontinuität gewährleistet. Es wird sozusagen eine Familie auf Zeit geschaffen, in der die gemeinsame Entwicklung konkreter Lebensziele und das alltagsorientierte Leben und Lernen in der Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen.

Es ist also hervorzuheben, dass diese Ansätze auf der Akzeptanz und Wertschätzung der Erkrankung des Menschen basieren. In einem weiteren Schritt wird im prozessorientierten Ansatz generell und im speziellen bei der Begleitung von Suchtphänomenen anerkannt, dass das Geschehen nicht in Ausschließlichkeit mit der betreffenden Person zu tun hat, sondern darüber hinaus auch Ausdruck eines kollektiven Verdrängungs-Mechanismus sein kann. Außerhalb der in einer Gesellschaft akzeptierten Verhaltensnorm liegen Wachstumspotentiale, die von einigen wenigen Menschen aus einem Randbereich heraus den Menschen der Masse angeboten werden, die sich weigert diese verdrängten Anteile zu leben bzw. sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Dazu passt auch, dass viele aus den Augen der Gesellschaft gesehen schwer gestörte Menschen selbst nicht das Gefühl haben gestört zu sein und aus dem Grunde auch nicht aus eigenem Antrieb in die Behandlung kommen. Diese Menschen bestehen oft darauf, dass die Gesellschaft in der sie leben selbst krank sei. Aus der Perspektive innerhalb der gesellschaftlich anerkannten Norm gesehen, sieht dies natürlich wie eine Bedrohung aus und wird dementsprechend mit Ablehnung und Ausgrenzung beantwortet.

Aus den Augen des prozessorientierten Ansatzes gesehen ist diese Sichtweise jedoch elementar, da sie den Begleiter zu dem nötigen Respekt führt, den eine Begleitung erfordert. Spannenderweise verändert sich unter diesem Blickwinkel auch sofort die Kommunikation zu diesen Menschen. Der Tenor der prozessorientierten Herangehensweise lautet: „Lehre mich, was das Muster deiner Sucht beinhaltet. Was ist deiner Sucht innewohnend, was mir – und der Gesellschaft, in der wir beide leben – vielleicht fehlt?“ Die Frage ist nicht nur: „Was gibt dir deine Sucht und wohin führt dich der Gebrauch der Substanz, welche Räume eröffnet dir der Gebrauch der Substanz, die sonst verschlossen wären“, sondern: „Was daran ist die Chance für unser aller Wachstum und die Entwicklung der Gemeinschaft der Menschen?“

Dadurch, dass ein Mensch ausgegrenzte Teile seiner selbst anerkennt und sie durch seine Auseinandersetzung mit ihnen integriert und daran wächst, sich in qualitativer Hinsicht erweitert und komplettiert, erlöst er im gewissen Sinne andere Menschen, diese Teile in teilweise starker Ausgrenzung und Ablehnung der Gesellschaft zu leben.

In dieser Anerkennung liegt die „Wahrnehmung“, das „für-wahr-nehmen“ des Menschen in seiner gegenwärtigen Situation. Die grundlegende Anerkennung der Sinnhaftigkeit seines aktuellen Problems und im Speziellen das „für-wahr-nehmen“ seiner individuellen Empfindung, seiner Sichtweise und Schilderung. Aus dieser Form des Wahrnehmens folgt die Berührung im Sinne eines wirklichen Miteinanders. Arnold Mindell nennt diese Form des Wahrnehmens auch den „Anfänger-Geist“ und benennt damit eine vorurteilslose, offene, nicht auf vorgefasste Meinungen oder festgeschriebene Kategorien basierende Form des in-Kontakt-sein mit anderen Menschen. Die sich da heraus ergebende Berührung ist wiederum Basis einer jeden Begleitung. Im für-wahr-nehmen und der (nicht physischen) „Berührung“ spiegelt sich die Innere Haltung als die Grundlage der Integrativen Prozessbegleitung wieder. Ohne die Innere Haltung kann es aus Sicht der Integrativen Prozessbegleitung keine Begleitung geben. Und ohne dieses Fundament sind alle methodischen Ansätze nur seelenlose „Techniken“, die am eigentlichen vorbeigehen. Andersherum gesehen gibt es auf der Basis der Inneren Haltung eine Vielzahl von Möglichkeiten, um im weiteren Verlauf einer Begleitung den Prozess eines Menschen zu Unterstützen und den natürlichen Prozess der Integration von neuen erweiternden und komplettierenden Anteilen zu begleiten.

 

[1] „Impfen – Völkermord im Dritten Jahrtausend?“ von Stefan Lanka und „Das Geschäft mit der Angst“ von Gerhard Buchwald

[2] Kessler, Waletzky 1981

[3] „Die Schatten der Stadt“ von Arnold Mindell – Jungfermann 1989

[4] Janson et al. 1985

[5] Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Methadon

[6] Bücher hierzu: „Die Krankheitserfinder“ oder „Heillose Medizin“ von Jörg Blech und „Das Medizinkartell – Die sieben Todsünden der Gesundheitsindustrie“ von Kurt Langbein

[7] Deutsches Ärzteblatt 38/09 2002 „Gesundheitssystem – in der Fortschrittsfalle“

[8] Der Film: „Der Contergan-Skandal“ von Walter Harrich und Danuta Harrich-Zandberg

Die Ausstrahlung eines weiteren Films mit dem Titel „Eine einzige Tablette“ ist von Anwälten der Firma Grünthal im Juli 2006 per Einstweiliger Verfügung gestoppt worden.

[9] Den Artikel von Dr. med. Klaus Dörner mit dem Titel: „Gesundheitssystem – in der Fortschrittsfalle findest du im Internet unter: www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=32976. Einen weiteren Artikel, der sich der Vorgehensweise der Pharmaindustrie annimmt, findest du unter: www.heise.de/tp/r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/artikel/22/22971/1.html&words=Gesundheitsreform. In einem Interview wird hier der Gesundheitsökonom Karl Lauterbach zur Korruption im deutschen Gesundheitswesen, zur Manipulation von medizinischen Studien und zur Beeinflussung von Behörden und der Parteien befragt.

[10] Siehe die Bücher von Ken Wilber

[11] Den Ausdruck „Mitwelt“ prägte Ervin Laszlo

[12] Natürlich gibt es auch die Gegenbewegung: So gibt es auch Bestrebungen für einen vereinfachten Psychiatrie-Erlass zu sorgen, um Menschen wieder leichter in psychiatrische Kliniken einweisen zu können. Der ehemalige Direktor der psychiatrischen Klinik Gütersloh Dr. Klaus Dörner schätzt, dass in Deutschland z. Zt. ungefähr zehntausend Menschen ungerechtfertigt und ohne wirklichen medizinischen Grund in psychiatrischen Einrichtungen eingesperrt sind. (Quelle: Magazin 2000plus 2007/4)

Libertarismus braucht Grenzen

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Eine Spaltung ist eingetreten. Während vor einiger Zeit noch der Begriff „Libertär“ für Freiheit und ein friedliches Miteinander stand und von Menschen benutzt wurde, um anzuzeigen, dass sie der Vision einer Zukunft ohne Staat folgen, ohne Eingriffe in den freien Markt, ohne Subventionen, ohne Unterteilung in Herrscher und Beherrschte, so muss man heute sehr genau hinschauen, wer sich eigentlich hinter diesem Begriff verbirgt. Letztlich kam die Präzisierung des Begriffes Libertär von Hans Herman Hoppe, der als erster den Begriff „Linkslibertär“ benutzte, um aufzuzeigen, dass sich auch hinter diesem Begriff Personen und Gruppierungen verstecken, die sozialistische und damit die Freiheit bedrohende Ideen mit libertären Aussagen vermengen.

Hans Hermann Hoppe

Darauf angesprochen war sogar die Reaktion dieser Gruppierungen ganz ähnlich anderer sozialistischen Gruppierungen: Sie konterten auf den Begriff „Linkslibertär“ mit dem Vorwurf, dass diejenigen, die jetzt Kritik üben, „rechts“ wären. Sie taten dies auch in vollem Wissen, dass in der heutigen Zeit der Vorwurf „rechts“ zu sein, bei den meisten Menschen heftige Reaktionen der Ablehnung hervorruft. Sie taten dies in vollem Bewusstsein, dass diese reaktive Ablehnung dann NICHTS mit den tatsächlichen Inhalten zu tun haben wird, sondern sich nur auf ein künstlich hergestelltes auf Manipulation basierendes und verdrehtes BILD bezieht, welches das Gegenteil von Links automatisch als rechtsgerichtet und damit als schlecht und verabscheuungswürdig verortet. Doch das Gegenteil von Links ist nicht rechts, sondern frei. Die Reaktion der Links-Libertären war also ähnlich der sprichwörtlich getroffenen Hunde, die umso lautstarker bellen, umso mehr ihre eigene Ideologie sichtbar wird.

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Ich will dabei noch nicht einmal behaupten, dass es sich bei allen bellenden Hunden um tatsächliche Sozialisten handelt, die sich chamäleonartig dem jeweiligen Zeitgeist anpassen, um die Geisel dieser Ideologie von Generation zu Generation weiterzugeben. Sehr viele – vermutlich die meisten – wurden nur Opfer ihrer eigenen Indoktrination. Die Angst davor, als „rechts“ gebrandmarkt zu werden, bestimmte ihre Ablehnung. Also stimmten sie in das Geheul mit ein und merkten gar nicht, dass sie sich mit der Übernahme der Idee der offenen Grenzen (open border) auf eine Stufe mit den etablierten Parteien wie Grüne, SPD, CDU und Linke stellten. Sie merkten vermutlich lange Zeit nicht, dass die Wand, auf die sie mit großer Geschwindigkeit zu fuhren, ihnen immer näher kam, bis ein Ausweichen nicht mehr möglich war.

Die Vertreter der „Open Border“-Philosophie der Libertären haben sich selbst gegen die Wand gefahren. Nur den wirklich verbohrten ist dies noch nicht aufgefallen. Sehr vielen Menschen ist mittlerweile klar geworden, das Grenzen nicht für Gefängnisse stehen, sondern Schutz bedeuten. Jede Gemeinschaft – gerade auch freiheitliche Gemeinschaften – brauchen den Schutz einer Grenze. Auch der Vorwurf, dass Grenzen automatisch für einen Staat stehen würden, hält sich nur noch bei den völlig verblendeten oder denjenigen, die tatsächlich ein Interesse daran haben, die libertäre Bewegung in Deutschland mit sozialistischen Inhalten zu verseuchen und damit zu zerstören.

Doch glücklicherweise scheinen die Menschen mehr und mehr Aufmerksam zu sein und sind nicht mehr so anfällig für die verführerischen Begriffe „Gemeinwohl“ und „Allgemeinheit“. Auch haben mittlerweile viele erkannt, dass die Nazis Sozialisten waren und der Vorwurf „rechts“ zu sein, nur eine Nebelkerze ist. Langsam scheinen sich die Menschen wieder an Begriffe wie „Heimat“ und den Erhalt von Werten, wie einer Sprache, Gebräuchen und vor allem UNTERSCHIEDEN heranzutasten. Sie haben erkannt, dass in Unterschieden nur Vorteile liegen und dass es eine Gleichheit gar nicht gibt. Was es gibt, ist nur der Versuch der „Gleichmacherei“ und der geht IMMER mit Gewalt und Zwang einher. Menschen sind nicht gleich. Sie sind verschieden. Und es ist gut und richtig, dass sie selbst für den Erhalt ihrer Unterschiedlichkeit eintreten. Und Unterschiedlichkeit braucht Grenzen. Eine Grenze zeigt auf, dass hier das eine endet und das andere beginnt. Hier bin ich und dort bist du. Das Individuum existiert nur durch eine Grenze. Grenzen schützen das Individuum.

Ehemals war das Individuum das zentrale Element des Libertarismus. An dem Beispiel der Open Border Philosophie kann man leicht erkennen, wie zerstörerisch sich diese Ideen auf den Libertarismus ausgewirkt haben. In der Tat soll das Individuum geopfert werden durch die Vorgabe der offenen Grenzen. Verkleidet hinter den pseudomenschlichen Idealen der Gleichheit, wird das Individuum auf dem Altar der ungehinderten Zuwanderung geopfert.

Glücklicherweise erscheinen die Rufe, zunächst den Sozialstaat abschaffen zu wollen, damit sich dann das Problem der massenhaften Zuwanderung von selber löst, mehr und mehr lächerlich, in Anbetracht der immer schlimmer werdenden Situation.

Die Links-Libertären haben sich selbst an die Wand gefahren. Die Zeit scheint reif, dass immer mehr Menschen erkennen, dass wahre Freiheit Grenzen braucht.

Libertarismus braucht Grenzen.

Die (staatliche) Gesellschaft will nicht, dass du frei bist

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Osho erklärt:

Keine Gesellschaft will, dass du dich entwickelst – du würdest sonst gefährlich werden für alle Unterdrücker… für alle Herrscher…

 No society wants you to be free:
Ω

„Keine (staatliche) Gesellschaft will, dass du dich zur Reife entwickelst: es geht einfach gegen die Investitionen aller Gesellschaften.

Wenn die Menschen klug sind,  können sie nicht mehr ausgenutzt werden. Wenn sie intelligent sind, können sie nicht mehr unterdrückt werden, sie können nicht mehr zu einem mechanischen Leben gezwungen werden… zu leben wie ein Roboter.

Sie werden ihre Individualität behaupten. Sie haben den Duft der Rebellion um sich herum.

Sie wollen in Freiheit leben.

Freiheit kommt mit Weisheit, völlig natürlich. Beides ist untrennbar miteinander verbunden und keine Gesellschaft will, dass Menschen frei sind.

Weder die kommunistische Gesellschaft, die faschistische Gesellschaft, die kapitalistische (korporatistische) Gesellschaft, weder die der Hindu, der Mohammedaner, noch die christliche – keine Gesellschaft – will, dass die Menschen ihre Intelligenz entdecken, weil Menschen, sobald sie ihre Intelligenz entdeckt haben, beginnen, für sie gefährlich zu werden – gefährlich für die Gesellschaft, gefährlich für die Menschen, die an der Macht sind, gefährlich für die Herrschenden; gefährlich für alle Arten von Unterdrücker und Ausbeuter; gefährlich für die Kirchen, gefährlich für den Staat; gefährlich für die Nationen.

In der Tat ist ein weiser Mann ein Feuer, eine lebende Flamme. […]

Ein solcher Mensch kann nicht mehr gekauft werden, er dient nicht mehr. Er wird eher sterben, als ein Sklave zu sein.“

Osho

Der Unterschied

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Es ist äußerst tragisch, dass in der Vergangenheit dafür gesorgt wurde, den Menschen den Zugang zum Verständnis der Begrifflichkeit eines Führers zu versperren. Dies wurde ganz bewusst so eingerichtet, damit die Menschen sich einem Herrscher unterwerfen. Ein Führer verlangt keine Unterwerfung, sondern geht voran. Ein Herrscher hingegen versklavt dich und prügelt dich unter Zwang auf den Weg, den er will, das du ihn gehst. Ein Führer geht voran auf einem Weg und verlangt nicht, das du folgst.

Auch die Menschen, die sich mit Freiheit auf theoretischer Ebene beschäftigen und jegliche Herrschaft ablehnen, begehen den Fehler zu meinen, dass der Mensch keine Führer benötigen würde. Führer wurden immer benötigt, um Menschen in Zeiten großer Not und Sklaverei einen Weg zu weisen. Sie gingen voran und dieses Beispiel gab anderen Kraft, sich ebenfalls auf den Weg zu machen.

Es gab zu allen Zeiten große Menschen, die voran gingen und denen die Menschen folgen konnten. Ein Führer ist kein Herrscher. Herrscher unterwerfen Menschen. Führer führen die Menschen in die Freiheit.

Herrscher herrschen. Führer führen. Wo liegt der Unterschied? Herrscher sperren dich in einen Käfig oder töten dich, wenn du nicht gehorchst. Einen Führer kannst du nicht demokratisch wählen. Du kannst dich ihm nur anschließen und wenn du es nicht willst, dann lässt du es einfach. Wenn du denkst, dass du während einer Wahl einen Führer wählen kannst, bist du ein Dummkopf. Und wenn du denkst, dass die Menschen keinen Führer bräuchten, ebenso.

Frauen und ihre Waffen

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Das Problem mit den Waffen der Frau

GirlwithGunCEine schlanke Frau, beach-blondes Haar, braungebrannte Beine in unglaublich kurzen Hotpants und zwei Walther PPQ im Anschlag. Die Brüste fast schon zu groß, um richtig zielen zu können, der volle Mund trotz Konzentration lasziv geöffnet.

Bei dieser Männerphantasie ist es wohl nicht allein die Frau, die hier zielt, schießt und trifft. Und an die Möglichkeit der Selbstverteidigung denkt wohl auch niemand.

Trotzdem wird der Schießsport nicht nur in den Vereinigten Staaten für Frauen immer interessanter, auch hierzulande, dem vermutlich waffenfeindlichsten Land mit den härtesten Waffengesetzen überhaupt, finden Frauen Gefallen an Schusswaffen.

Auf einem relativ neuen Blog, der von der German Rifle Association betrieben wird, schreibt eine Frau über ihre Erfahrungen im Schießsport, wie sie zum Schießen kam und was sie von „Eddy the Eagle“ hält.

In den Medien werden Schusswaffen durchweg als etwas „Böses“ behandelt. Wegen verschiedener Amokläufe in den letzten Jahren und Verbrechen, die mit einer Waffe verübt werden könnten, werden die Rufe nach einem absoluten Waffenverbot für Zivilisten immer lauter. Um es reißerisch auszudrücken: Der radikale Pazifismus greift um sich!

Leider bedenkt keiner dieser hysterisch kreischenden Menschen die Folgen, die aus Verboten, wie diesem resultieren.

Durch das absolute Verbot von Waffen, wozu nach deutschem Waffengesetz auch Pfefferspray zählt, werden die Menschen und gerade Frauen, die bei einem Angriff im Normalfall körperlich unterlegen sind, ihrer Möglichkeit zur Selbstverteidigung beraubt.

Doch das ist nicht das einzige Problem. Diese Gesetze verbieten Bürgern, die sich gewissenhaft an solche Vorschriften halten, wirksam das Besitzen und Führen von Waffen. Tragischer Weise halten sich Verbrecher, wie zum Beispiel Räuber oder Vergewaltiger, per definitionem nicht an Gesetze. Wieso sollten sie sich gerade an das Waffengesetz halten?

Durch dieses de facto Verbot von Waffen, das uns in Deutschland aufgezwungen wird, sind Verbrecher im Vorteil. Die arglose Nachtschwärmerin wird mit an 100% grenzender Wahrscheinlichkeit unbewaffnet sein. Das weiß der Räuber, der gerade von einer gutgelaufenen Kaufverhandlung mit neuerworbener Waffe um die nächste Ecke kommt. Er sieht die unbewaffnete Frau und plötzlich haben wir – oh Wunder – ein Gewaltverbrechen mehr in unserer Jahresstatistik.

Wäre das Führen von Waffen erlaubt, so wie es in einigen amerikanischen Bundesstaaten der Fall ist, würde sich der Räuber drei-, wenn nicht sogar viermal überlegen, ob er den nächstbesten Menschen auf einer verlassenen Straße angreift. Er muss schließlich mit ernst zu nehmender Gegenwehr rechnen.

Aus diesem simplen und meines Erachtens doch recht einleuchtenden Grund sollte das Waffengesetz stark liberalisiert werden. Die Menschen sind doch in der Lage, selbst entscheiden zu können, ob sie gerne eine Waffe bei sich tragen oder nur ein Photoshooting damit veranstalten möchten.

Dieser Beitrag wurde zuerst bei den Töchtern der Freiheit veröffentlicht.
Vielen Dank für die Unterstützung der Autorin.

Wie funktioniert Indoktrination?

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Im Buch “The End of all Evil” (deutsch: Das Ende des Bösen) beschreibt Jeremy Locke den Vorgang, wie wir Menschen durch die Kultur indoktriniert werden. Von ihm beschrieben als DAS Instrument der Herrscher, um Herrschaft zu etablieren und zu stabilisieren, zeigt sich die Indoktrination bereits in der geringen Bereitschaft einiger, sich von der innerhalb der Gesellschaft gebräuchlichen Definition des Begriffs Kultur zu lösen und darüber hinaus zu blicken. Häufig mit den “Errungenschaften der Menschen assoziiert, mit Kunst und der “gewachsenen Moral”, werden innerhalb der Kultur Verhaltensregeln aufgestellt, die subtil das Denken der Menschen lenken.

Damit so etwas wie Herrschaft überhaupt von den Menschen akzeptiert wird, müssen sie darauf eingestimmt werden. Absoluter Gehorsam vor den Herrschern muss den Menschen beigebracht werden. Der Pomp und Prunk mit denen sich die Herrscher im Allgemeinen umgeben, sind ähnlich wie die glitzernden Insignien und merkwürdigen Uniformen der Vollstrecker, nur Mittel, um den Herrschaftsanspruch zu untermauern.

Diese Dinge nicht mehr zu hinterfragen, Unsicherheit zu verspüren, wenn es darum geht, sich eine herrschaftslose Gesellschaft vorzustellen, zu gehorchen, bereit zu sein, deine Freiheit aufzugeben, ja vielleicht sogar mit Ängsten zu reagieren, vor dem drohenden “Chaos”, welches angeblich zwangsläufig mit herrschaftslosen Gesellschaften einhergehen muss… All das sind Zeichen der Indoktrination der Kultur. Die Kultur sorgt dafür, dass du Zuflucht beim Staat suchst. Sie bietet dir an, dich vor Feinden zu schützen, die sie selbst geschaffen hat.

Die Kultur sorgt dafür, dass du Zuflucht beim Staat suchst. Sie bietet dir an, dich vor Feinden zu schützen, die sie selbst geschaffen hat.

Die Kultur sorgte damals dafür, dass du den König respektierst und nicht auf die Idee kamst zu fragen, wieso “blaues Blut” einen Herrschaftsanspruch rechtfertigt. Nachdem das nicht mehr funktionierte, weil immer mehr Menschen die Absurdität in diesem Glauben entdeckten, veränderte sich die Strategie der Herrscher und Kultur schuf den Gott der Staaten und den Gott der Demokratie und sie sorgte dafür, dass alle Menschen der Meinung sind, das dies jetzt die höchste aller möglichen Formen des menschlichen Miteinander wäre.

Wenn die Autoritäten erkennen, dass ihre Kultur zusammenbricht und sie keinen Gehorsam mehr erhalten, greifen sie auf Gewalt zurück. Diese Ausbrüche von Gewalt sind historisch gesehen äußerst brutal. Die gewaltsame Durchsetzung der Gesetze ist ein Zeichen der kommenden Freiheit.

Jeremy Locke aus „Das Ende des Bösen“

Was wir jetzt erleben, ist der erneute Niedergang einer Kultur. Der Versuch der Herrscher, eine erneute Anpassung an die Veränderte Situation vorzunehmen, weil Menschen nach und nach erwachen. Der Thron der Herrscher wackelt. Immer mehr Menschen erkennen die Demokratie als das, was sie ist: Ein Instrument der Unterdrückung der Menschen. Sogar als ein besonders übles Instrument der Unterdrückung aus zweierlei Gründen: Weil den Menschen vorgegaukelt wird, sie könnten ihr Schicksal selbst bestimmen und weil jeder Einzelne zum Unterdrücker seines Nachbarn gemacht wird. Demokratie ist eine Lüge. Und Kultur hat dafür gesorgt, dass Menschen diese Lüge glauben. Kultur zementiert Herrschaft in die Köpfe der Menschen.

Wenn Kulturen zusammenbrechen und die Autoritäten, die sie schützen, bedroht sind, wächst die Gewalt. Gewalt ist ein notwendiger Bestandteil der Kontrolle. Die gewalttätige Durchsetzung der Kontrolle ist notwendig, um Aufstände zu verhindern. Gewalt verändert die Dynamik der Herrschaft, weil sie den Tod zum Preis der Freiheit macht. Jedes Mal, wenn das Muster der Freiheit im Laufe der Geschichte vorangeschritten ist, nahm die Gewalt zu. Auch in der Zukunft wird sich das nicht ändern.

Jeremy Locke aus „Das Ende des Bösen“