Kultur

Kultur als Indoktrinationswerkzeug

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Kultur etabliert Konzepte von Herrschaft

von Rudolf Engemann

 

Im Buch “The End of all Evil” beschreibt Jeremy den Vorgang, wie wir Menschen durch die Kultur indoktriniert werden. Von ihm beschrieben als DAS Instrument der Herrscher, um Herrschaft zu etablieren und zu stabilisieren, zeigt sich die Indoktrination bereits in der geringen Bereitschaft einiger, sich von der innerhalb der Gesellschaft gebräuchlichen Definition des Begriffs Kultur zu lösen und darüber hinaus zu blicken. Häufig mit den “Errungenschaften der Menschen assoziiert, mit Kunst und der “gewachsenen Moral”, werden innerhalb der Kultur Verhaltensregeln aufgestellt, die subtil das Denken der Menschen lenken.

Buch

Das lateinische Wort „cultura“ bedeutet Bearbeitung, Pflege, Ackerbau und bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Interessant in diesem Zusammenhang für mich ist die weitere gesellschaftliche Definition, die unter dem Begriff „Kulturleistung“ zusammengefasst ist. Sie benennt alle formende Umgestaltung eines gegebenen Materials, wie in der Technik oder der bildenden Kunst, aber auch geistige Gebilde wie Moral, Religion, Recht, Wirtschaft und Wissenschaft. Dies sind alles Faktoren, die gesellschaftlichen Strömungen unterliegen. Das heißt der Zeitgeist formt diese jeweils einer Kultur entsprungenen Elemente.

Zwar geschieht die Bearbeitung und Pflege der uns überantworteten Natur auch nicht vollständig freiwillig, da wir ja durch die Bearbeitung und „Kultivierung“ des Bodens Nahrungsmittel gewinnen, die unser Überleben sicherstellen, aber die Arbeit an monumentalen Bauwerken ist definitiv mit Zwang verbunden. Jede Kultur hat sichergestellt, dass zu ihrer Zeit Bauwerke erschaffen wurden, die die Größe der jeweiligen Kultur symbolisieren sollten. Der Begriff „Größe“ verschleiert den dahinterliegenden Begriff „Macht“. Diese Bauwerke sollten und sollen die Macht der jeweiligen Herrscher bzw. der jeweiligen Herrschaftsform symbolisieren. Auch die Kirchen dienten und dienen der Symbolisierung, dass die Religion „über den Menschen“ steht und zementierten genauso die Macht, die damit einhergeht, wenn etwas besser ist, als der Rest der Menschen. Politische Bauwerke, Gebäude der Staatsmacht und der Behörden, Tempel der „Wissenschaft“, große Universitäten und Gebäude von Banken sollen Ehrfurcht einflößen. Sie sollen im normalen Menschen das Gefühl erzeugen, dass sie es in diesen Gebäuden mit Personen zu tun haben, die „besser“ sind, die mehr wissen, die aus der Masse herausragen und die deshalb zum Herrscher bestimmt sind.

Zur Zeit des Adels waren es die Blutlinien, die dafür sorgten, dass die Nachkommen dieselben „Ämter“ übernahmen, aber es musste dennoch etwas Äußeres geben, Schlösser und Prunkbauten, die dem einfachen Volk vermittelten, dass hier die Herrscher wohnen. Herrscher umgaben und umgeben sich mit derlei Pomp, um dem Menschen zu vermitteln, dass sie mit Fug und Recht Herrscher sind.

Die Angst der Herrscher war in allen Zeiten dieselbe, nämlich dass die Menschen erkennen, dass die Herrscher kein angestammtes Recht darauf besitzen, Herrscher zu sein. Und dass sie nur solange Herrscher sind, solange Menschen anerkennen, dass sie weniger wert sind, als sie. Die Macht der Herrscher endet in dem Moment in dem der Mensch erkennt, dass er von unendlichem Wert ist und dass es nichts gibt, was über ihm steht. Diese Erkenntnis führt Menschen aus der Herrschaft, beendet ihr Sklavendasein und beendet die Legitimierung eines Herrschers.

Zigtausende Menschen haben zur Errichtung dieser Bauwerke ihr Leben gelassen. Den Herrschern war es egal. Sie mussten nur dafür sorgen, dass in den Schulen genügend indoktrinierter Nachwuchs herangezüchtet wird, die die freigewordenen Stellen übernehmen und ihr Leben in den Dienst der Herrscher stellen, um diese Bauwerke zu schaffen. Heute stehen viele Menschen staunend vor diesen monumentalen Bauten und verherrlichen vergangene Herrschaft über Menschen. Sie erkennen nicht, dass sie damit Opfer der gesellschaftlichen Indoktrination geworden sind und Herrschaft als Element huldigen. Sie sehen nicht die Arbeitsbedingungen, den Zwang, den geringen Lohn, die Todesfälle und sie sehen auch nicht, dass die Arbeiter in einfachen Hütten hausten, während die Herrschenden sich von ihnen Prunkbauten bauen ließen. Sobald das Gebäude fertig war, durften nur noch „besondere“ Menschen hinein. Wenn das einfache Volk im Anschluss diese Gebäude überhaupt noch betreten durften, dann nur als Sklaven, als Bedienstete oder um die Herrschenden um etwas zu bitten, um Anträge zu stellen, um dort sich dem Urteil der Herrschenden zu stellen, in dem Richter als Vertreter der jeweiligen Herrscher, über sie „Recht“ sprachen.

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Kultur zementiert Herrschaft in die Köpfe der Menschen. Kultur sorgt dafür, dass die Menschen weiterhin daran glauben, dass sie Herrscher benötigen würden, dass sie weniger Fähigkeiten hätten, dass sie weniger Wert wären, dass Herrscher zu Recht Herrscher sind und dass Herrschaft ein Element ist, welches in der menschlichen Natur liegt. Dies ist eine Lüge! Der Glaube an Herrschaft wird von Generation zu Generation weitergegeben. Sprache wird kontrolliert um Menschen dies glauben zu lassen. Kultur ist geschaffen worden um Hierarchien aufzubauen. Kultur sorgt dafür, dass Menschen glauben, dass sie einen begrenzten Wert hätten. In Wahrheit hat jeder Mensch den gleichen Wert. Der Wert der Menschen ist unendlich. Die Freiheit der Menschen wird durch diese Lüge eingeschränkt. Wenn Menschen ihren Wert erkennen, endet Herrschaft.

„Die Kulturen sind zum Schutz der Herrscher geschaffen worden. Es ist die Aufgabe der Kultur sicherzustellen, dass Sprache nicht frei fließen kann. Um das zu erreichen, erstellt sie ein Raster, wie das Denken geartet sein darf und dass die Sprache angemessen sein muss.
Als erstes stellt die Kultur sicher, dass es als unmoralisch gilt, Autoritäten zu hinterfragen. Die Rechtsstaatlichkeit, der absolute Respekt vor der Strafverfolgung, die Besonderheit der Politiker und der Adel des Königs sind Beispiele der kulturellen Manipulation des Denkens. Kultur kann nicht zulassen, dass die Menschen ein bestimmtes Gesetz, die geforderte Treue einem König gegenüber oder ein bestimmtes System von Autorität in Frage stellen. Stattdessen lehrt die Kultur, dass diese Dinge nicht hinterfragt werden dürfen. Es ist niemals erlaubt, den König, den Diktator oder die Demokratie in Frage zu stellen.“

Jeremy Locke

Damit so etwas wie Herrschaft überhaupt von den Menschen akzeptiert wird, müssen sie darauf eingestimmt werden. Absoluter Gehorsam vor den Herrschern muss den Menschen beigebracht werden. Der Pomp und Prunk mit denen sich die Herrscher im allgemeinen umgeben, sind ähnlich wie die glitzernden Insignien und merkwürdigen Uniformen der Vollstrecker, Mittel, um den Herrschaftsanspruch zu untermauern.

Diese Dinge nicht mehr zu hinterfragen, Unsicherheit zu verspüren, wenn es darum geht, sich eine herrschaftslose Gesellschaft vorzustellen, zu gehorchen, bereit zu sein, deine Freiheit aufzugeben, ja vielleicht sogar mit Ängsten zu reagieren, vor dem drohenden “Chaos”, welches angeblich zwangsläufig mit herrschaftslosen Gesellschaften einhergehen muss… All das sind Zeichen der Indoktrination der Kultur. Die Kultur sorgt dafür, dass du Zuflucht beim Staat suchst. Sie bietet dir an, dich vor Feinden zu schützen, die sie selbst geschaffen hat.

Sie sorgte damals dafür, dass du den König respektierst und nicht auf die Idee kamst zu fragen, wieso “blaues Blut” einen Herrschaftsanspruch rechtfertigt. Nachdem das nicht mehr funktionierte, weil immer mehr Menschen die Absurdität in diesem Glauben entdeckten, veränderte sich die Strategie der Herrscher und Kultur schuf den Gott der Staaten, den Gott der Demokratie und sorgte dafür, dass alle Menschen der Meinung sind, das dies jetzt die höchste aller möglichen Formen des menschlichen Miteinander wäre.

Was wir jetzt erleben, ist der erneute Niedergang einer Kultur. Der Thron der Herrscher wackelt. Immer mehr Menschen erkennen die Demokratie als das, was sie ist: Ein Instrument der Unterdrückung der Menschen. Sogar als ein besonders übles Instrument der Unterdrückung aus zweierlei Gründen: Weil den Menschen vorgegaukelt wird, sie könnten ihr Schicksal selbst bestimmen und weil jeder Einzelne zum Unterdrücker seines Nachbarn gemacht wird. Demokratie ist eine Lüge. Und Kultur hat dafür gesorgt, dass Menschen diese Lüge glauben. Kultur zementiert Herrschaft in die Köpfe der Menschen.

Es ist ein Fehler, anzunehmen, dass Herrscher dumm wären. Was wäre geschickter, als Konzepte von Herrschaft an einer Stelle zu verstecken, wo es kaum jemand vermutet? Konzepte von Herrschaft sind uralt. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben. Sie haben ihren Ursprung in der Situation, in der ein Mensch einen anderen Menschen in seinem Sinne benutzen will, um einen Vorteil für sich daraus zu gewinnen. Es gibt die Möglichkeit, mit Gewalt einen anderen Menschen zu etwas zu zwingen, was aufwendig und „kräfteraubend“ ist, weil der Herrscher mit ständiger Gegenwehr zu rechnen hat und ein enormes Maß an Kontrolle notwendig ist, damit sich der Mensch der Herrschaft nicht durch Flucht entzieht.

Die andere Möglichkeit ist, das Denken der Menschen dahingehend zu verändern, dass sie Herrschaft als grundlegendes Konzept akzeptieren. Ab dem Moment laufen Menschen nicht mehr weg und entziehen sich der Herrschaft und sie neigen auch viel weniger dazu, zu murren und sich über die ihnen auferlegte Last, die Herrscher per Zwang mitzuversorgen, aufzulehnen. Die Herrscher kontrollieren das Denken der Menschen, weil es viel leichter ist über Menschen zu herrschen, die nicht wissen, dass sie beherrscht werden.

Um diesen Zustand zu erreichen, muss das Denken der Menschen im Sinne der Herrscher geformt werden. Grundlegende Ideen von Herrschaft müssen in die Köpfe der Menschen transportiert werden. Zwar wird das Denken der Menschen am leichtesten in der Kindheit, durch das Elternhaus und durch die Schule geformt, aber bis es dazu kommt, muss das Denken der Menschen direkt beeinflusst werden – durch andere Menschen, die gedungen sind, so zu tun, als ob sie diesen grundlegenden Ideen von Herrschaft zustimmen würden. Dieses sind die Komplizen der Herrscher, die sich für einen Anteil an der Beute dazu bereit erklären, das Denken der Menschen durch Wort, Schrift und Bild im Sinne der Herrscher zu beeinflussen. Menschen dieser Kategorie, gehören auf die heutige Zeit übertragen, zum Beispiel der Berufsgruppe an, die mit Medien zu tun haben. Häufig sind sie als Journalisten unterwegs und schreiben Berichte im Sinne der Herrscher oder erstellen Beiträge, in denen das noch viel mächtigere Werkzeug des Bildes zur Anwendung gebracht wird. In Filmen sehen die Menschen, wie andere sich Herrschaftskonform verhalten und akzeptieren dieses Verhalten als natürlich. Der Geist der Menschen wird auf jede denkbare Weise beeinflusst. So werden nicht nur die Handlungen, sondern auch die Reaktionen der Menschen direkt gelenkt.

Nachdem dieser Zustand erreicht ist, geben Menschen ihr geformtes und mit Konzepten von Herrschaft vergiftetes Denken direkt an ihre Kinder weiter und sie akzeptieren widerstandslos, dass dieses Denken ebenfalls in den Schulen an ihre Kinder vermittelt wird. Der natürliche Widerstand der Kinder gegen Konzepte der Herrschaft wird durch Gewalt und Liebesentzug gebrochen. Eltern handeln an dieser Stelle bereits in dem Glauben, das Richtige zu tun, um ihren Kindern einen leichten Einstieg in die Gesellschaft zu ebnen. Dieses Denken zeigt die erreichte Akzeptanz, dass Menschen sich auf bestimmte Weise zu verhalten haben, da sie sonst nicht in das gewünschte Raster der Gesellschaft passen. Die Alternative hierzu wäre der angedrohte Ausstoß aus der Gemeinschaft. Die in diesem Szenario enthaltene Gewalt ist massiv, da ganz grundlegend das Überleben eines Menschen von Gemeinschaft abhängt. Ergo wird sich der Mensch „entscheiden“, seinen (natürlichen) Widerstand gegenüber Konzepten der Herrschaft fallen zu lassen und sich unterwerfen. Über die Zeit muss diese Unterwerfung im Geist des Menschen verborgen werden, weil dieser Selbstbetrug ansonsten unerträglich wäre. Der Mensch vergisst seinen Widerstand und wird zum Verfechter der Ideen von Herrschaft.

Alleine zu sagen, dass Herrschaft gut wäre, genügt nicht. Es ist ein viel geschickteres Vorgehen nötig, um das Denken der Menschen zu verändern, damit sie Herrschaft als unabänderliche Tatsache akzeptieren. Am geschicktesten funktioniert Manipulation, in dem das gewünschte Ziel vollständig vor den Augen des Manipulierten verborgen ist. Anstatt direkt auf das Thema Herrschaft einzugehen, dreht es sich um scheinbare Nebensächlichkeiten, die den natürlichen Schutzmechanismus der Menschen unterlaufen. Perfekt ist die Manipulation dann, wenn die Manipulation alle Lebensbereiche des Menschen umfasst.

Heute sind diese Konzepte von Herrschaft in jedem Artikel, in jedem Wort der Helfershelfer der Herrscher (die häufig selbst nicht wissen, dass sie von den Herrschern missbraucht werden) enthalten. Diese Konzepte befinden sich in den unbewegten und in den bewegten Bildern. In Filmen wird diese Botschaft besonders leicht transportiert, weil der passive geistige Zustand der Menschen bei der Aufnahme der Informationen über dieses Medium, besonders anfällig für Manipulationen ist. Diese Manipulationen sind überall versteckt. Einmal als Same ausgebracht, verbreiten sich diese krankhaften und das Denken der Menschen vergiftenden Ideen in alle Lebensbereiche. Freie Elemente finden sich allenfalls noch im Spiel oder der Kunst, aber auch nur insofern es sich nicht um angepasste oder kultivierte Kunst handelt. Auch Kunst kann durchaus im Sinne der Herrscher beeinflusst sein.

Wenn es sich um ein wildes Stück Land handelt, welches gerodet und vorbereitet werden muss, um einen Samen aufzunehmen, aus dem später eine bestimmte gewünschte Pflanze wächst (und möglichst nur diese) spricht man von der Kultivierung dieses Stückchen Erde. Ein Volk von Menschen, die bislang nicht der „Zivilisation“ angehörten und unentdeckt in unzugänglichen Gebieten der Erde überlebt haben, nennt die Gesellschaft „unzivilisiert“ und spricht davon, dass man diesen Menschen doch Kultur beibringen müsse. Diesen „Wilden“ (natürlichen) Menschen, die in ihren Gesellschaften keine oder kaum Konzepte von Herrschaft haben, muss beigebracht werden, was es heißt, ein kultivierter Mensch zu sein. Sich auf eine bestimmte Weise zu benehmen, sich „anständig“ zu verhalten, keinen Widerspruch zu leisten, sich nicht zu wehren, das Wohl der anderen höher zu schätzen, als das eigene und grundlegend zu akzeptieren, dass es jemanden gibt, der besser ist als man selbst, der „weiß“ wie es geht, der die Richtung vorgibt und dir sagt, was du zu tun und zu lassen hast.

Anfänglichen (natürlichen) Widerständen gegenüber diesen Konzepten wird begegnet, in dem sie als alternativlos dargestellt werden, indem der Wert der Menschen dahingehend zerstört wird, als dass ihr Widerstand als „verrückt“ und „dumm“ bezeichnet wird und ihnen angedroht wird, dass ihr Überleben ansonsten in Frage gestellt wäre. Übrigens ist zu beobachten, dass jeder, der über ein bestimmtes Maß an seinem Widerstand festhält, von den Herrschern beseitig wird. Es kann nicht zugelassen werden, dass Prinzipien der Freiheit in den Gesellschaften der Menschen verbleiben, da sie ansonsten das Projekt der Herrscher gefährden würden.

Nur ein kultivierter Mensch ist innerhalb einer Kultur der Herrscher akzeptiert. Kultivierte Menschen hinterfragen die Konzepte von Herrschaft nicht. Kultur ist das Werkzeug der Herrscher, um Konzepte von Herrschaft in das Denken der Menschen zu transportieren.

Das freie Spiel der Menschen, ihr Tanz, ihre natürliche Moral, Liebe, Wertschätzung, Frieden, Ehrlichkeit, Wohlstand, das Gefühl für natürliche Schönheit, Kunst, Malerei, Bildhauerei… ihr gesamtes natürliches Miteinander hat nichts mit Kultur zu tun. Alle diese Dinge muss man nicht zu den Menschen bringen, man muss sie den Menschen nicht beibringen, denn sie haben sie natürlicherweise in sich. Alle diese Dinge sind ganz natürliche menschliche Prinzipien.

Kultur ist das, was Natürlichkeit zerstört. Kultur ist das, was das Denken der Menschen vergiftet. Kultur ist das, was Menschen an ihre Position als Sklave anpasst. Kultur ist das, was Menschen ihre Herrscher akzeptieren lässt. Kultur ist das, was die Menschen vergessen lässt, dass sie unendlichen Wert haben.

 

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Wenn die Schublade klemmt

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Es dürfte so etwa 12-13 Jahre her sein, als ich anfing meine Schublade zu hinterfragen. Vor 15 Jahren hatte ich zwar die Schule hinter mir gelassen aber nicht die feste Überzeugung, ich sei links, irgendwie. Mein Vater war Nachwende-Gründungsmitglied der SPD im Dorf und saß für die Genossen jahrelang im Gemeinderat, bekämpfte jedoch auch vehement die geplanten Windräder an der Ortsgrenze, ebenso wie die örtlichen Grünen für deren Ablehnung der Umgehungsstraße wegen irgendeiner seltenen Blume.

Ich mochte George W. Bush nicht und seine „Demokratisierungen“, ich hatte kein Problem mit Gras, auch wenn ich damals keines konsumierte und ich war natürlich für soziale Gerechtigkeit. Allerdings konnte ich damals schon mit der Liebe der Punk-Freunde in meiner Clique zum Krawall ebenso wenig anfangen, wie mit der aufkommenden Islam-Solidarität nach 9/11. Auch war ich damals schon leicht misanthrop und der Held meiner Kindheit war und blieb Kapitän Nemo, der technophile Einsiedler gegen alle Herrscher und Diktatoren.

Dann kam das Studium und ich traf auf postschulische Realitäten, die so gar nicht zu meiner selbstgewählten linken Schublade passen wollten. Es begann eine Zeit ohne Schublade, denn ich kannte einfach keine Bezeichnung, die für mich passen wollte. Irgendwann suchte ich dann gezielt nach Schnittmengen, überprüfte meine Ansichten, meine Beobachtungen, meine selbst gewonnen Überzeugungen und fand mich dann irgendwann bei den Liberalen wieder, allerdings nicht bei den normalen, sondern bei den „Freak-Liberalen“, den Libertären. Doch dort war es zu Anfang zeitweise ziemlich einsam, denn die meisten hatten einen anderen Weg zur Erkenntnis, einen über dicke Bücher. Auf den folgenden diversen Veranstaltungen lernte ich nicht nur, dass libertär selbst keine Schublade sondern eher eine Kommode ist und man da erst nochmal eine Schublade finden muss, in die man passt. Ich lernte außerdem, dass man angeblich zum finden der Schublade eben diese vielen dicken Bücher lesen muss (damals gab es all die hübschen Politischer-Kompass-Tests noch nicht). Die Bücher von Hayek, Mises, Friedman, Baader, Rothbard, Hoppe usw.

Ich erlebte damals schon Leute, die vollkommen ernst gemeint 2 Stunden lang ein Thema allein dadurch diskutierten, dass sie gegenseitig aus den diversen dicken Büchern zitierten und zwar ohne dabei einen einzigen selbst erdachten Satz von sich zu geben. Ich war in einem intellektuellen Elfenbeinturm gelandet und einem „Du musst“, „Du musst die alle lesen!“.

Doch da gibt es einen roten Faden, einen der sich durch sämtliche meiner Schubladen und Schubladenfindungen zieht, meine Allergie auf „Du musst“. Ich muss gar nix, schon immer, schon so lang ich denken kann und das wird auch immer so bleiben. Dementsprechend hab ich die ganzen klugen Herren alle nicht gelesen, bis heute übrigens.

Ich laß stattdessen Broder und Atlas Shrugged, Eugen Richter und die Achse des Guten. Ich überdachte Gelesenes mit Beobachtetem und selbst Erdachten, ich baute mir mein eigenes Weltbild, meine eigene Schublade.

Und ich begann mich zu vernetzen mit Leuten aus der gleichen Kommode, denn offiziell hatte ich ja keine Schublade. Es waren Leute, die ich nach Sympathie befreundete, nach gleichen Ansichten zu ausgewählten Themen, oder auch danach, dass sie eben keine reinen Bücherwürmer waren. Im Nachhinein mag es meinen „linken“ Wurzeln geschuldet sein, dass wohl nicht wenige darunter waren, die heute als Linkslibertär laufen. Doch es gab auch genug andere und sie alle führten wieder zu anderen und wieder zu anderen. Irgendwann auf irgendeiner Veranstaltung spielte ein Mitleidiger mit mir mal eine Art politischer Kompass-Quiz. Danach erfuhr ich, mit meinen Ansichten bin ich wohl ein Ancap. Ok, warum nicht. Ich hatte aufgehört eine offizielle Schublade zu vermissen, es war mir inzwischen gleich, wie sie hieß und ob ich eine hatte. Doch wenn nun einer fragte „wo ordnest Du Dich ein?“ konnte ich nun zumindest eine nennen.

Neben dem Netzwerk ging das Leben ebenfalls weiter, politisch wie privat. Die libertäre Übernahme der FDP scheiterte bekanntlich ebenso, wie aus Merkel keine Thatcher wurde und auch privat waren die Zeiten zuweilen mehr Prüfung als Ponyhof.

Die Realitäten änderten sich, die Prioritäten auch und mit ihnen passten sich auch einige meiner Überzeugungen an, auch wenn ich mir bei den großen, kontroversen Themen immer treu geblieben bin. Ich verteidige sie heute nur zu Weilen nicht mehr so verbissen.

Und während all dieser Zeit verschob sich nun unbewusst auch meine Bubble. Mit manchen Leuten wurde der Kontakt weniger, einige verschwanden aus meinem Netzwerk (manche gingen, manche wurden gegangen) und jede Menge neue Leute kamen hinzu.

Da ich mir ja längst meine eigene Schublade gebaut hatte, nahm ich gar nicht wahr, wie wohl einige meiner alten Kontakte in ihren Schubladen stecken geblieben sind. Und wie verstörend meine offen und unbeschwert gelebte Widersprüchlichkeit auf sie wohl zu wirken schien. Schon seit 2015 hatte ich den Kontakt mit Leuten reduziert, deren arrogante Naivität gegenüber den realen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ich als zu verstörend empfunden habe. Ich wäre jedoch nicht auf die Idee gekommen, sie zu belehren oder zu entfreunden.

„Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen der ignorierten Realität ignorieren.“

In den letzten Wochen ist mir nun aufgefallen, mit dem Zerwürfnis mit einer sehr alten libertären Pre-Facebook-Freundin, mit der Erkenntnis, wie etatistisch-liberalala so manch anderer Pre-Facebook-Freund geworden ist (oder schon immer war?), mit dem ich mich früher so gut verstanden habe und auch mit endlos langen Gesprächen mit einem der neueren Freunde, wie sehr ich mich wohl doch verändert habe. Ich bin gnädiger gegenüber denen, die ich schätze und respektiere und ungnädiger gegenüber denen, die in Realitätsverweigerung und Naivität stecken geblieben sind. Leben und leben lassen bei allen Nebensächlichkeiten, da bleibe ich aus Überzeugung widersprüchlich und unkonventionell. Aber im Gegensatz dazu habe ich meine Prioritäten absolut und klar gesetzt, bzw. die Realität hat sie gesetzt. Und zwar ohne Rücksicht auf irgendwelche Schubladen. Und wer damit ein Problem hat, wer es nicht schafft sich aus seiner klemmenden, selbstgewählten Schublade zu befreien, wenn sie mit der Realität kollidiert, der sei daran erinnert: „Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen der ignorierten Realität ignorieren.“

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Die Freiheitswelle bedankt sich bei der Autorin für diesen Text, der sicher Vielen aus dem Herzen spricht. Der Name der Autorin ist der Redaktion bekannt. Sie möchte nicht mit Namen genannt werden.

Der lange Marsch des Islam durch die Institutionen

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„In einer säkularisierten Gesellschaft, in der Religion Privatsache ist, können Gefühle nicht geschützt werden,“ schrieb Henryk M. Broder vor gut zehn Jahren im „Tagesspiegel“, „dann hätten auch Atheisten, Agnostiker und Ungläubige das garantierte Recht, sich immerzu beleidigt, gekränkt, verletzt zu fühlen: zum Beispiel wenn irgendwo Minderjährige gehängt, untreue Ehefrauen gesteinigt und Homosexuelle ausgepeitscht werden – alles im Namen des Allmächtigen, gepriesen werde sein Name!“

Wie wahr: An sich ist schon jede Religion als solche eine Beleidigung des gesunden Menschenverstandes. Nur merken das viele nicht, weil dieser Mangelware ist. „Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft“, hat Bertolt Brecht uns hinterlassen.

Besonders irre ist es, wenn der gesunde Menschenverstand völlig fehlt oder eine gänzlich andere Vorstellung von dem herrscht, was „gesund“ heißt. Nehmen wir nur mal diese Mohammed-Karikaturen. Da fühlten sich angeblich weltweit 1,3 Milliarden Muslime beleidigt. Kann man sich das vorstellen! Dänemark hatte am 1. Januar 2006 5.427.459 Einwohner. Außer denen spricht wohl niemand dänisch. Schon gar nicht die 29.417.599 Muslime in Saudi-Arabien und die 68.017.860 im Iran, von denen ein großer Prozentsatz Analphabeten ist und bis dato vermutlich nicht einmal Kenntnis von der Existenz eines Staats namens Dänemark hatte. Zwar wissen wir aufgeklärten Europäer seit Shakespeares Hamlet, dass etwas faul ist im Staate Dänemark (Something is rotten in the state of Denmark), aber wir wussten bisher nicht, was. Jetzt wissen wir’s. Dass 0,08 Prozent der Weltbevölkerung 20 Prozent derselben derart in Rage bringen können, ist und bleibt erstaunlich. Allahu akbar, nicht kleinkariert. Das ist schon richtig. Aber Allah hat sich ja auch nicht aufgeregt, sondern die Muslime.

Muslime haben ständig was zu jammern

Ey, Alter, das ist lange her, ruft jemand dazwischen, der aufgepasst hat. Stimmt. Oder auch nicht. Muslime haben ständig was zu jammern, beklagen sich andauernd über angebliche Diskriminierung und „Islamophobie“, sehen sich überall in der Opferrolle. Wie Lamya Kaddor in diesen Tagen, die Henryk M. Broder mitverantwortlich für Morddrohungen im Netz macht, die ihr derart zugesetzt hätten, dass sie um ihre Beurlaubung vom Schuldienst gebeten hat. In denselben Topf wirft sie auch Ralph Giordano, der bis zu seinem natürlichen Tod am 10. Dezember 2014 weit über 1.000 Morddrohungen erhalten hat. Und auch der unter Polizeischutz stehende Muslim Hamed Abdel-Samed trägt, laut Kaddor, eine Mitschuld an der islamkritischen „Stimmungsmache“, die das Leben für Muslime in Deutschland schwer, teilweise sogar unerträglich mache. Außer Henryk M. Broder auf der Achse hat auch Gerd Buurmann in einem offenen Brief dazu das Nötige gesagt, siehe auch hier, so dass ich mir weitere Ausführungen ersparen kann.

Ich bin nicht gläubig, aber das weiß kaum jemand, vor allem kein Muslim. Ich bin getauft und christlich erzogen und in den Augen der übrigen Welt deshalb Christ. Mich persönlich stört es zwar nicht, dass Muslime mich und meinesgleichen ständig als Ungläubige bezeichnen; denn ich bin es ja tatsächlich. Aber eine Frechheit ist es natürlich trotzdem. Dabei können wir noch froh sein, dass sie uns nicht als Söhne von Affen und Schweinen beschimpfen, was für jeden Muslim eine gängige Bezeichnung für Juden ist. Dafür muss ich aber mit anhören, dass die deutschen Mädchen und Frauen Huren seien, nur weil sie sich nicht verhüllen, sondern bauchfrei und im Minirock rumlaufen und nicht unberührt in die Ehe gehen. Und wenn man sieht, wie viele Muslime ihre eigenen Frauen behandeln, hält es einen kaum im Sessel. Bei uns bauen sie Moscheen (davon allein 51 mit dem Namen Fatih-Moschee, Eroberer-Moschee, nach Sultan Mehmet II, dem Eroberer des christlichen Konstantinopel am 29. Mai 1453), predigen Hass und Tod den Ungläubigen und führen bei jeder Gelegenheit die Menschenrechte ins Feld (nur die eigenen natürlich).

Wenn ich aber nach Saudi-Arabien einreisen wollte, dürfte ich noch nicht einmal eine Bibel im Handgepäck mitführen. Und der seinerzeitige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, durfte dort mitnichten seinen Wunsch verwirklichen, einen Gottesdienst zu halten, geschweige denn eine christliche Kirche zu bauen. So sieht die oft beschworene Toleranz der „Religion des Friedens“ aus. Man stelle sich einmal vor, wir würden eine Kirche in irgendeinem islamischen Land „Gottfried-von-Bouillon-Kirche“ nennen oder saudischen Muslimen das Mitbringen des Korans verbieten. Nicht auszudenken. Da würde Aiman Mazyek vor Wut und Empörung wahrscheinlich ein Stück aus seinem Gebetsteppich herausbeißen und sich anschließend von der Kanzlerin und dem Bundespräsidenten vor dem Brandenburger Tor zum Trost umarmen lassen. Und Claudia Roth und Katrin Göring-Eckardt würden anschließend zum x-ten Mal die Wiederkehr einer längst überwunden geglaubten Vergangenheit beschwören.

„Keine Lehren aus der Geschichte“

Vor rund zehn Jahren schrieb ich: „Mehrmals stand ‚der Islam‘ schon vor den Toren Europas und versuchte mit militärischen Mitteln, sich Zutritt zu verschafften. Jedes Mal wurde er zurückgeschlagen (wobei die Araber ‚al-Andalus‘, also die iberische Halbinsel, erst 1492 nach fast 800 Jahren verließen): Einmal 732 bei Tours und Poitiers durch Karl Martell, ein anderes Mal 1529, als Süleyman der Prächtige die Belagerung von Wien (wegen ausgebrochener Seuchen) abbrechen musste, und ein weiteres Mal 1683 wiederum vor Wien durch Ernst Rüdiger Graf von Starhemberg mit Unterstützung des ‚Christlichen Bündnisses‘, nachdem die Osmanen rund 100 Jahre zuvor in der Seeschlacht von Lepanto (1571) den Mythos der Unbesiegbarkeit gegen die „Heilige Liga“ eingebüßt hatten (Historiker mögen mir diese grob vereinfachte Darstellung nachsehen).

Richard Reifenscheid bewertet das so: „Das größte Verdienst der Habsburger … war es, das christliche Abendland vor der Überflutung durch den Islam und damit vor der Gewalt des Osmanischen Reiches bewahrt zu haben. … Die weltgeschichtliche Bedeutung dieses Vorgangs vermag vielleicht erst unsere Zeit richtig zu erkennen, nachdem vieles von diesem Erbe in unserem Jahrhundert verspielt wurde.“ Doch wie sagte schon der arabische Schriftsteller und Historiker Mas’udi (gestorben 956 oder 957): ‚Aus der Geschichte können wir lernen, dass noch nie aus der Geschichte gelernt wurde.“

Denn eine weitere Offensive erleben wir gegenwärtig. Aber dieses Mal sind die Muslime klüger: Sie verzichten auf Waffen und versuchen es mit Hilfe des „langen Marsches durch die Institutionen“. So hat z.B. Mehmet Sabri Erbakan, der Vorsitzende von Milli Görüs, am 15. April 2001 erklärt: ‚Die Europäer glauben, dass die Muslime nur zum Geldverdienen nach Europa gekommen sind. Aber Allah hat einen anderen Plan.“ („Muslim-Test“ Seite 160 folgende)

Diese Einschätzung hat sich seither mehr und mehr als zutreffend erwiesen. Doch nach wie vor stoßen Menschen, die vor der Islamisierung Deutschlands und Europas warnen, bei Angela Merkel and friends auf taube Ohren, und werden mit Antworten abgespeist, die geradezu lächerlich wirken, auch wenn ein Blatt wie „Focus“ sie „großartig“ findet (siehe auch hier). Jetzt hat auch der Muslim Bassam Tibi in der Basler Zeitung seine Sorge um „Die verdeckte Islamisierung Europas“ zum Ausdruck gebracht . Mal sehen, ob und wie die Kanzlerin darauf reagiert. Irgendjemand sollte sie mal an diesen Satz von Jean-Paul Sartre erinnern: „Wenn ihr eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen, werdet ihr sie brauchen, um zu weinen.“

Geistig noch immer im Mittelalter

Also, um es klar zu sagen: Ich fühle mich ständig durch die Borniertheit und Verbissenheit muslimischer Fundamentalisten und Fanatiker beleidigt und trage mich ernst­haft mit dem Gedanken, dem nächsten, der mir blöd kommt, zu sagen, dass er  … Doch was soll’s? Im Grunde können einem die armen Kerle (bald hätte ich Schweine gesagt! Ausgerechnet.), die geistig noch immer im Mittelalter verweilen, leidtun; von den Frauen ganz zu schweigen.

Deshalb würge ich meinen Ärger runter und denke an einen weisen Spruch meiner Mutter: Erwarte nicht von einem Ochsen, dass er dir Milch gibt (oder von einem Hahn, dass er Eier legt).

Eine kleine Gemeinheit habe ich mir aber kürzlich doch gegönnt: Ich habe eine meiner Koran-Ausgaben an einer beliebigen Stelle aufgeschlagen (Istikhara nennt man das, fromme Muslime machen das – jedenfalls laut Nahed Selim –, wenn sie der Zweifel gepackt hat und sie sich nicht entscheiden können) und einen auf Einstein gemacht. Das fand ich besonders pikant, zumal Einstein Jude war. Und als ich näher hinschaute, hatten einige Spritzer meines Speichels – völlig unbeabsichtigt natürlich – Sure 15, 21 getroffen: „Und es gibt kein Ding, von dem Wir nicht Schätze hätten; aber Wir senden es nur nach bestimmtem Maß hinab.“ Dabei kann es sich nur um den gesunden Menschenverstand gehandelt haben. Zwar hat Ludwig Wittgenstein richtig erkannt: „Seltsamer Zufall: Bei allen Menschen, denen man nach dem Tode den Schädel geöffnet hat, hat man ein Hirn gefunden.“ Aber das ist eben nur die Form. Auf den Inhalt kommt es an.

Rainer Grell

Der Artikel erschien zuerst auf der Seite achgut.com

Die Trennung von Staat und Religion ist eine Illusion

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Die Herrscher übernahmen die Spiritualität der Menschen. Sie schufen Religionen, in dem sie das natürliche Empfinden der Menschen, Teil eines größeren Ganzen zu sein, pervertierten. Religionen sorgen im Gegensatz zur Spiritualität dafür, dass Menschen lenkbar sind. Die Herrscher konnten fortan dank der Religionen ihre Herrschaft als legitim deklarieren. So wie es in den Religionen einen unsichtbaren Gott außerhalb des Menschen gibt, so gibt es eben auch einen Herrscher, der seinen Herrschaftsanspruch über den blinden Gauben an seine angebliche Besonderheit erklären kann.

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Vor ein paar hundert Jahren, als es noch wenige Herrscher gab, waren diese ständig bedroht. Ein kleiner Aufstand konnte schon dazu führen, dass der König plötzlich keinen Kopf mehr hatte. Selbst wenn er genügend Schergen zu seinem Schutz und zur Ausbeutung seiner Untertanen unter Waffen hielt, konnte er sich nie sicher fühlen. Das Christentum brachte den Leuten die Gewaltlosigkeit gegenüber einem Herrscher bei. Es lehrte die Menschen, dass Gewalt niemals akzeptabel ist, es sein denn, sie geht von einem „besonderen“ Menschen, einem Herrscher aus. In dem Fall ist Gewalt gegenüber dem Volk, gegenüber dem einfachen Menschen, immer akzeptabel und soll sogar sein, damit der „Herrscher“ den Menschen die „richtigen“ Verhaltensweisen beibringt. Denn nur der Herrscher weiß natürlich, wie Menschen zu leben haben und Gewalt ist nötig, um den Menschen den Weg zu weisen. Gehorsam wurde den Menschen durch Folter und Mord beigebracht. Es wurde ihnen beigebracht, dass Gewalt niemals mit Gewalt bekämpft werden darf… außer natürlich, es handelt sich um ihre Gewalt…

Danach waren die Herrscher über lange Zeit sicher. Sie konnten dank des ihnen übertragenen Monopols Gewalt ausüben, wann immer es ihnen beliebte. Sie konnten die Ausbeutung und Versklavung vorantreiben und sich über hunderte von Jahren in Sicherheit wiegen. Erst als die Menschen sich weiter entwickelten und erneut das Prinzip eines Herrscher in Frage stellten und das Christentum als Schutzwall der Herrscher nicht mehr funktionierte, musste eine andere Religion herhalten und eine etwas andere Strategie entwickelt werden.

Jetzt, nachdem die Herrscher mehr und mehr global agieren, ist es wichtig, die Religion des Islam zu pervertieren. Die Anhänger dieses Glaubens sind geistig immer noch auf der Stufe, das Schwert in die Hand zu nehmen und für ihren Glauben und Herrscher in den Kampf zu ziehen. Also fluten jetzt zigtausende von Islamanhänger die Gesellschaft, um für ihren Herrn, den Herrscher, den Staat, in den Krieg zu ziehen und den Menschen im Auftrage des Staates erneut Gehorsam beizubringen. Ihre wichtigste Lektion ist dabei – wie immer – die Angst. Menschen müssen Angst haben um lenkbar zu sein.

Das wichtigste bei alledem ist, dass der eigentliche Strippenzieher immer im Hintergrund bleibt und der gefährlichste Aberglaube, der Gaube an den Staat, der Glaube daran, einen Herrscher zu benötigen, niemals offensichtlich wird. Dafür betreibt der Staat die Zerstörung der Gemeinschaften der Menschen. Dafür nimmt er in Kauf, dass überall in der Welt Menschen im Namen ihrer Religionen aufeinander einschlagen und sich massakrieren. Der Staat wird dir Schutz versprechen. Er wird dir anbieten, seine Hand über dich zu halten, wenn… ja, wenn du dich aufgibst, wenn du dich ihm unterordnest, wenn du gehorchst… wenn du die „richtigen“ Verhaltensweisen lernst und seine Obrigkeit unter allen Umständen akzeptierst. Aber natürlich nur dann…

Unterm Strich bedeutet dies: Trennung von Staat und Religion gibt es nicht. Es war und ist ein und dasselbe. Es gibt die Trennung von Spiritualität und Staat, weil diese Elemente einander tatsächlich ausschließen. Während ein religiöser Mensch jeden äußeren Herrscher dankbar anerkennt, der ihm etwas Sicherheit und Führung verspricht, erkennt ein spiritueller Mensch niemals einen Herrscher an.